Diese Reise war von der Idee geleitet, die Karibik ohne Jetlag und deshalb mit vielen Seetagen auf dem Weg dorthin und zurück zu erleben – also eher eine Reise vor allem um der Reise selbst statt nur des Zieles willen. Es ist mit 28 Tagen meine bisher längste Reise und erfordert deshalb einiges an Gepäck. Das ist bei einem Start bzw. Ende der Reise in Southampton mit dem damit verbundenen Flug zwischen Heathrow und dem BER mit einer Gepäckbeschränkung auf 23 kg eine echte Herausforderung beim Packen. Aber deshalb auf viele stilvolle Cunard-Seetage verzichten und die Route mit Mein Schiff ab/bis Bremerhaven machen, zumal wenn es eine solche Gelegenheit auf der Queen Victoria gibt? Solche Gelegenheiten nutze ich zu gerne für echtes Cunard-Feeling.

Bei Karibik denke ich an James Bond, Bacardi-Werbung, Reggae und Privatinseln. Die Inseln der Karibik versprechen – bis auf die Hurrikansaison – durchgehend schönes Wetter. Und deshalb – verbunden mit der Nähe zum Reisemarkt USA – gibt es in der Karibik neben Privatinseln der Reichen auch solche der grossen Reedereien, die sich ständig mit neuen Attraktionen übertreffen – und dafür sorgen, dass der Return On Invest des Landganges ohne Umweg über die lokalen Strukturen direkt wieder zu den Reedereien geht.
Stattdessen habe ich mich für die sehr traditionelle Form der Kreuzfahrt mit der Queen Victoria entschieden und bin sehr zufrieden damit, aber ich mag ja auch Seetage und meine liebste Unterhaltung ist ein gutes Buch, gerne in einem Liegestuhl im Schatten an Deck oder anderswo auf dem Schiff gelesen.
Diese Kreuzfahrt war mit ihrer Länge und ihrer zeitlichen Lage im März faktisch eine „Adults Only“ und Ü60-Reise. Es war geruhsam und entspannend für mich und damit hat diese Reise meine Erwartungen gut bedient.

Am Anfang stand ein sehr früher Flug vom BER nach LHR am Sonntagmorgen um 7 Uhr – also war frühes Aufstehen und ein Start bei mir zuhause um 4 Uhr gefordert. Vom Taxi über das Einchecken und Koffer abgeben bei British Airways und durch die Sicherheitskontrolle und den Duty Free hat es dieses Mal nur 10 Minuten gebraucht – und die Kofferwaage hat genau 23 kg gezeigt.
Der Flug war entspannt, ob des trüben Wetters ohne schöne Ausblicke und eine halbe Stunde verspätet. Die automatisierte Ausreise am BER und die automatisierte Einreise in LHR waren jeweils schnell und problemlos. Die verspätete Ankunft in LHR hat nur die Wartezeit auf den Shuttle zum Schiff im Terminal 5 verkürzt. Cunard sammelt die einzeln ankommenden Reisenden in einer öffentlichen Sitzgruppe nahe des Coffee Nero, allerdings ohne besondere Behandlung durch Cunard oder gar z.B. ein die Wartezeit verkürzendes warmes Begrüssungsgetränk durch das Unternehmen.
In England nieselte es auch und wir waren schließlich um 11.45 Uhr in Southampton, dieses Mal am Ocean Terminal. Das Einchecken ging wie immer bei Cunard schnell und angenehm. Um 12.00 Uhr habe ich mein Handgepäck in der Kabine auf Deck 5 abgestellt, mich bei der Musterstation gemeldet und bin erstmal auf einen Publunch in den Golden Lion gegangen. Dort ist es am Einschiffungstag weniger hektisch als im Lido-Buffet-Restaurant, obwohl ich persönlich finde, dass das Speisenangebot im Pub vor der Überarbeitung der Karte durch Michel Roux deutlich besser war. Aber einen „Pie of the Day“ gibt es immer noch ohne Zuzahlung – und im Pub gönne mir dazu (das meist einzige) Bier: mein persönliches Startritual einer Cunard-Reise.


Meine Kabine für diese Reise ist die Balkonkabine 5054. Ich habe so früh gebucht, dass diese Kabine aufgrund ihrer Lage „an der Ecke“ mit mehr Platz in der Kabine und dem Balkon noch verfügbar war. Mehr Platz ist immer gut und auch die Lage – nahe beim Treppenhaus A, aber auch nicht weit zum Treppenhaus B – auf Deck 5 bedeutet kurze Wege zu den meisten Orten auf dem Schiff. Und man kommt auch ohne auf den Fahrstuhl warten zu müssen ohne Probleme voran und hat gleich mit dem Treppensteigen gute tagesintegrierte Bewegung. Allerdings ist der Balkon bei entsprechenden Winden auch ein Ort, wo sich fliegendes Material am Boden sammelt, von Farbsplittern nach Instandhaltungsarbeiten bis zu Taschentüchern.

Zu den Dingen, die man am Anfang einer Reise klärt, gehört die Lage des Tisches im Hauptrestaurant Britannia. Ich bevorzuge einen festen Tisch – und dieses Mal hatte ich einen schönen Tisch am Heckfenster mit einem zauberhaften Kellner, Gilbert, den ich auch bei der Teatime, beim Frühstück oder Lunch immer wieder mal mit Freude getroffen habe.

Da ich die Queen Victoria schon kenne, habe ich mich bei einem kurzen Rundgang nur ihrer Schönheit und Eleganz vergewissert, aber erstmal meinen Koffer ausgepackt und mich in der Kabine eingerichtet.





Die Queen Victoria ist älter, aber das Mobiliar ist gut gepflegt, auch wenn ein Mangel an Steckdosen zu beklagen ist: man hat nur am Schreibtisch jeweils eine Euro-, US- und UK-Steckdose, es gibt keine Steckdosen am Bett und keine USB-Anschlüsse. In den geräumigen Schränken gibt es zwar viel Platz zum Aufhängen von Kleidung, aber wenig Fläche für das Ablegen von Wäsche oder T-Shirts. Ich habe die Schubladen an beiden Nachttischen genutzt und alles gut unterbekommen.

Im Bad gibt es nur eine kleine Dusche, die fest installiert ist, mit einem Duschvorhang. Zumindest bei den kleinen Annehmlichkeiten vermisse ich den Kabinenstandard der Queen Anne: viele Steckdosen samt USB-Anschlüssen, ein Nachtlicht und eine etwas grössere Dusche mit Glaswand, auch wenn hier das mit der Tür etwas tricky sein kann. Ansonsten ist die Queen Victoria noch „echtes“ Cunardfeeling, angefangen bei der schönen Artdeco-Gestaltung insgesamt über eine klassische entspannte Teatime bis hin zu echtem White Star Service überall auf dem Schiff. Und zum Willkommen gab es auch eine sehr nützliche vierseitige Information für die gesamte Reise incl. Hinweisen zu den erforderlichen Dokumenten in jedem der angelaufenen Häfen und eine persönliche Information über die Vorteile meines Loyalty-Status im World Club. Da es dieses Mal zwei Rechnungsperioden gab, hatte ich zweimal das Internetguthaben – und damit letztlich zwei Tage mehr kostenfreies Internet als gedacht. Da ich bei dieser Reise keine eSIM oder die Angebote meines Handyanbieters ausserhalb der EU genutzt habe, war mein Handy ausser auf Madeira und Teneriffa ab der Abfahrt aus Southampton – Hoch lebe das kostenfreie EU-Rooming ! – im Flugmodus und ich bin auch mit dem daraus folgenden eingeschränkten Internetzugang gut zurecht gekommen.


Landausflüge
Neben vielen Seetagen gibt es auf dieser Reise natürlich auch Hafentage auf verschiedenen Inseln und damit die Frage, wie man die Zeit an Land gestaltet: selbst organisiert oder über einen organisierten Ausflug, verkauft von der Reederei oder über einen anderen Anbieter angeboten. Der Vorteil einer Alleinreisenden ist, dass man Ausflüge nur für eine Person bezahlt, was andererseits bei Taxis/Uber auch gilt, wo man alleine den ganzen Preis für die Fahrt bezahlt, wenn frau sich keine Mitfahrenden selbst organisiert.
Selbst den Tag an Land organisieren bedeutet Recherchearbeit im Vorfeld und die Verantwortung, aber auch die Möglichkeit, sich das Programm ganz nach eigenem Gusto zu gestalten. Das kann, muss aber nicht kostengünstiger sein. Ausflüge über die Reederei bieten ein „Rundum-Sorglos“-Paket, starten am Schiff ohne Suche nach Treffpunkten und mit der Garantie, dass das Schiff bei Verspätungen bei der Rückkehr wartet, kosten aber in der Regel mehr. Dafür werden gebuchte Ausflüge automatisch an kurzfristige Veränderungen der Route angepasst und alle Informationen werden auch ohne Netzzugang direkt in die Kabine geliefert.
Wenn man selbst organisiert oder selbst bei einem externen Anbieter bucht, sollte man auch an Bord Internetzugang haben und seine Emails abrufen könen, um auf kurzfristige Änderungen reagieren zu können, seien es Absagen durch den Anbieter oder veränderte Routen/Anlaufzeiten.
In vielen Häfen kommt man auch ohne vorher geplanten Ausflug oft mit den HopOnHopOff-Bussen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Man kann das Ticket in der Regel spontan am Bus selbst kaufen und dann sogar noch teilweise zwischen verschiedenen Anbietern wählen. Das wäre bei dieser Reise allerdings nur für Madeira und Teneriffa eine Option gewesen.
Wer in der Karibik vor allem zu den verschiedenen Stränden will, der wird von erfahrenen Reisenden empfohlen, direkt am Hafen mit einem der dort wartenden Taxianbietern eine Tour mit einem Sammeltaxi zu machen. Das ist auf jeden Fall günstiger als die entsprechenden Angebote der Reedereien. Da ich aber die Inseln selbst und nicht die Strände erkunden wollte, war das für mich keine Alternative. Ausserdem hätte ich schon aus Gründen der Sicherheit jeweils vor Ort mein Handy geroomt und dafür entweder Guthaben über eine eSIM oder den jeweiligen Auslandstarif melnes Handyanbieters nutzen müssen – wenn denn Handynetz jeweils überall verfügbar ist.
Da die Reedereien für ihre Angebote auf lokale Agenturen zurückgreifen, gibt es mittlerweile auch Anbieter, die reedereiübergreifend unabhängige Ausflüge anbieten. Diese sind in der Regel günstiger als die der Reedereien und haben oft auch Ausflüge mit weniger Teilnehmenden im Angebot.
Im deutschsprachigen Raum wird Meine Landausflüge viel beworben. Allerdings funktioniert das offenbar vor allem mit AIDA und Mein Schiff gut, mit Cunard weniger. Zudem braucht es auch während der Reise Internetzugang, da die endgültige Bestätigung erst kurz vorher erfolgt und das Handling der Buchungen finde ich persönlich sehr unpraktisch. Man muss alle Buchungen einzeln mit der jeweiligen Buchungsnummer verfügbar haben und der Ausdruck ist nur über die Mails möglich.
Da ich die Inseln selbst kompakt kennenlernen wollte, habe ich mir einige Ausflüge von Shore Excursions Group, die über den Eintrag zukünftiger Kreuzfahrten auf https://thecruiseglobe.com/ zusammengestellt sind, und den Rest über Cunard gebucht.
Die Kommunikation mit Shore Excurcions Group läuft auf Englisch über Mail. Als ich beim Prüfen aller Unterlagen rund sechs Wochen vor der Reise einen Buchungsfehler feststellte, wurde der nach einer Mail von mir nach wenigen Arbeitstagen korrigiert und erstattet. Man bekommt für jeden gebuchten Ausflug ein eigenes Ticket, das man ausdruckt und auf einer Din-A4-Seite alle relevanten Informationen zu Zeit und Treffpunkt sowie empfohlener Kleidung zusammenfasst. Die Absage eines gebuchten Ausflugs auf St.Lucia erfolgte per Mail eine Woche vor dem Ausflug; fast zeitgleich war die Mail von PayPal über die erfolgte Erstattung da.
Bei den vier Ausflügen über Shore Excursions Group, die alle in kleinen Gruppen stattfanden, war ich interessanterweise immer die einzige von der Queen Victoria. Auf Madeira kamen die anderen vier Reisenden aus Hotels, in Tortola, St.Lucia und Barbados von anderen Schiffen, die im Hafen lagen. Bis auf den Ausflug „Highlights von Barbados“ wurden die Ausflüge von engagierten Guides, die zeitgleich als Fahrer fungierten, durchgeführt. Der Guide in Barbados war etwas zu bemüht, das Programm schnell abzuwickeln, und ich habe die Möglichkeit vermisst, auch auf dem Weg zwischen den Aussteigepunkten auch unterwegs das eine oder andere Foto zu machen. Dafür ist er schlicht zu schnell gefahren. Der Fahrer meines zweiten Ausfluges auf Barbados beherrschte dagegen die Kunst, auch mal etwas langsamer zu fahren, wenn seine Kollegin etwas zu dem Blick aus dem Fenster erklärte.
Damit ich den Überblick über diese Reise und meine verschiedenen Buchungen behalte, habe ich mir eine Tabelle gebastelt, in der ich alle verschiedenen Informationen zusammengeführt habe. Damit habe ich Doppelbuchungen vermieden und hatte für jeden Tag im Blick, was anstand.





Die Reise
Nach dem Ablegen in Southampton gab es erstmal drei Seetage und eine etwas ruppige Fahrt durch die Bay von Biskaya. Gut zum Runterkommen und dem Aufbau einer entspannten Seetagsroutine mit Frühstück im Britannia-Restaurant, Insights – wahlweise live im Royal Court Theatre oder über das Hausfernsehen (bzw. dort auch auf einem anderen Kanal später als Aufzeichnung in einer Endlosschleife) -, eine stilvolle Teatime und abends dann zum Dinner. Da Madeira in derselben Zeitzone wie das UK liegt, gab es auch keine Aktionen mit Uhrenumstellungen.



Und nach drei Tagen war dann wieder Land in Sicht.


Madeira

In Madeira hatte ich für dieses Mal über Shore Excurcions Group einen Jeepausflug über Madeira gebucht. Da der Ausflug (eigentlich) schon um 8.30 Uhr startete, war ich nach einem frühen „Breakfast in Bed“ – dem immer noch kostenlosen Cunard Kabinenfrühstück – eine der ersten, die morgens nach der Freigabe das Schiff verlassen haben, um mich auf die zehn Minuten Fussweg zum Treffpunkt am Cristiano Ronaldo Museum zu machen.


Laut Beschreibung sollte mich ein brauner Jeep zu meinem Ausflug „Skywalk, Sights and Sips of Madeira“ abholen – der suchte dann aber (vergeblich) einen „Gary“- , während mich mit etwas Verzögerung dann ein weisser Jeep aufnahm. Nach etwas Suchen des Fahrers/Guides nach dem richtigen Hotel für das Abholen der noch fehlenden zwei Personen hatte ich dann auf dem Beifahrersitz gute Sicht für diese Tour – auch bei den eher steilen Stellen. Mit dem Jeep kann man an anderen Aussichtspunkten als ein Bus halten – und so gab es einige schöne Sichten.







Der Cabo Girao https://visitmadeira.com/de/sehenswuerdigkeiten/madeira/suedkueste/camara-de-lobos/cabo-girao/ ist ein Aussichtspunkt, der auf der gegen 5 € Eintritt zugänglichen Glasplattform *Skywalk“ spektakuläre Aussichten bietet.





Über enge, steile Strassen, in der gerade der Jeep Platz hatte, und einen Stop in einer Madeira-Weinkellerei ging es abschliessend noch in die Bucht von Camara de Lobos.





Und nach diesem schönen Ausflug ging das Handy wieder in den Flugmodus und das Schiff mit sechs Seetagen Richtung Karibik.
Seetage
Richtung Karibik wurde man abends erinnert, wenn man die Uhr zurückstellen muss, nach einem Seetag, an dem man zwischen zahlreichen Angeboten für Körper und Kopf wählen konnte, aber immer auch einfach nur „nichts“ tun konnte, egal ob an Deck oder anderswo.




Tortola (British Virgin Islands)

Der Start in die Karibik war Totola, wo ich kaum an Land mit „liquid sunshine“ begrüsst wurde, diesen sehr kurzen warmen Regenschauern. Mein über Shore Excursions Group gebuchter Ausflug „Unique Treasures of Tortola“ startete so früh, das Kabinenfrühstück angesagt war. Unseren Guide Kwame habe ich ohne Probleme gefunden und zusammen mit zwei Schwestern aus Florida und einer Familie aus Kanada einiges über die Insel(n) erfahren und gesehen.















Sint Maarten/Saint Martin


In St.Martin https://de.wikipedia.org/wiki/St._Martin_(Insel) hatte ich eigentlich einen Ausflug über Shore Excursions Group geplant (Discover St. Maarten), der aber eine Woche vorher abgesagt wurde. Stattdessen habe ich an Bord kurzfristig die „Open Air Double Decker Tour“ von Island Sightseeing gebucht. Es war von zwei Zeiten nur noch die verfügbar, die am späten Vormittag startete, so dass ich den Tag mit einem entspannten Frühstück im Britannia beginnen konnte.

Der Bus fährt zwar im Design von HopOnHopOff-Busen, ist aber keiner – es ist eine dreieinhalbstündige feste Rundfahrt über die ganze Insel mit verschiedenen Fotostops.
Die Insel St.Martin, die ihren Namen von Christoph Kolumbus hat, der sie am 11.November 1493, dem Namenstag des Heiligen Martin, erreichte, besteht im Süden aus Sint Maarten https://de.wikipedia.org/wiki/Sint_Maarten – wie Aruba und Curaçao ein eigenständiges Land innerhalb des Königreiches der Niederlande – und ist im Norden französisches Überseegebiet und heißt hier Saint Martin https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Martin_(Gebietsk%C3%B6rperschaft).
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St.Kitts und Nevis
Der nächste Hafen am nächsten Morgen war Basseterre auf St.Kitts. Als die Queen Victoria morgens um 7.00 Uhr dort anlegte, war sie das einzige Schiff im Hafen.

Da ich einen früh startenden Ausflug – gebucht über Cunard – mit dem schönen Titel „Easy St.Kitts“ hatte, war ich eine der ersten, die nach einem frühen Kabinenfrühstück das Schiff verlassen habe und kam auf einen noch ruhigen Pier. St. Kitts und Nevis https://de.wikipedia.org/wiki/St._Kitts_und_Nevis ist eines der Länder, in denen König Charles III. noch Staatsoberhaupt des kleinen seit 1983 unabhängigen Staates mit etwas über 51.000 Einwohner*innen auf den beiden zur Föderation gehörenden Inseln ist. Im Oktober 2025 hat das Land auch ein eigenes ETA, das rund 20 $ kostet, eingeführt, hat aber für Kreuzfahrttagesgäste Sonderregelungen: diese müssen neben der Schiffskarte auch einen amtlichen Lichtbildausweis (mein Personalausweis war ausreichend) vorlegen.



https://caribbrewery.com



Der erste Stop dieser Tour war das Fairview House, ein 1701 erbautes Haupthaus einer Plantage, das heute als Museum fungiert.








Der zweite Stop dieses Ausflugs war am Aussichtspunkt Timothy Hill. Hier hat man nicht nur einen guten Ausblick auf die andere Insel der Förderation, Nevis, sondern hier ist die Insel so schmal, dass man gleichzeitig den Atlantik und die karibische See in ihrer Unterschiedlichkeit sieht.





Als wir vom Ausflug zurückkamen, lagen insgesamt drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen und es war nachvollziehbar, warum der Shoppingbereich im Hafen mit zahlreichen Geschäften, die Zigaretten, Alkohol, Kleidung und Souvenirs anbieten, neben vielen Juwelieren sowie Bars und Restaurants so gross ist und ich habe hier zwischen vielen T-Shirts, Magneten und Bechern meine erste karibische Puppe entdeckt.

Die Queen Victoria war das erste Schiff, das morgens angelegt hat und nachmittags das erste, das bei heftigen Winden zur Weiterfahrt das Manöver des rückwarts vom Pier „ausparken und drehen“ vollführen musste, um zum nächsten Hafen kommen, während die Passagiere sich auf den Abend an Bord vorbereiteten.

Am Abend meldete sich dann plötzlich der Kapitän und informierte, dass wir aufgrund eines medizinischen Notfalls eines Passagiers umdrehen, damit dieser in Basseterre im Krankenhaus weiter versorgt werden kann.


Durch den zweiten Anlauf sind wir dann faktisch drei Stunden später als geplant aus St.Kitts ausgelaufen und waren dann mit Höchstgeschwindigkeit zum nächsten Hafen unterwegs.
Domenica

Das Schiff hat auf der Fahrt von Basseterre nach Rosseau den grössten Teil der dreistündigen Verspätung dank Höchstgeschwindigkeit aufgeholt und mit nur einer Stunde später als geplant konnte das Manöver des Anlegens im Hafen von Rosseau starten.
In Domenica ist Landwirtschaft der grösste Wirtschaftsbereich. Tourismus folgt erst – anders als auf den meisten anderen karibischen Inseln – auf dem 2.Platz. Vielleicht deshalb wirkt alles etwas provisorisch. Es gibt kein Terminalgebäude mit Dutyfree-Geschäften, Bus- und Taxiparkplätzen und öffentlichem WLAN. Der Anleger selbst ist im Vergleich zu den anderen Häfen, die wir angelaufen sind, weniger gut ausgebaut. Deshalb wird das Schiff an Pollern im Wasser festgemacht, weil der Pier nur sehr kurz ist.




Das Wetter war als wechselhaft beschrieben und es gab schon morgens etwas längere Regenphasen, die letztlich diesen Tag, den 8.März, mit einem wunderschönen Regenbogen starten liessen.

An einem Sonntag auf einer Insel, die (Commonwealth) Domenica https://de.wikipedia.org/wiki/Dominica heißt, weil sie von Christoph Kolumbus 1493 an einen Sonntag entdeckt wurde und damit trotz einer langen Geschichte erst ab diesem Zeitpunkt für Europa auf dem Schirm ist und am Internationalen Frauentag auf einer karibischen Insel, deren Staatsoberhaupt seit 2023 eine (indigene) Frau ist, das ist schon sehr passend.
Da mein geplanter Cunard-Ausflug „Gardens and Creole Cooking“ erst um 9.30 Uhr startete, hatte ich genug Zeit, sowohl das Anlegemanöver zu beobachten als auch in Ruhe im Britannia zu frühstücken.






Das Hotel mit Restaurant Petite Paradis liegt direkt gegenüber einem Saal, in dem sehr lautstark der sonntägliche Gottesdienst gefeiert wurde.





St.Lucia
Am nächsten Morgen war für mich wieder ein früher Start in den Tag, um mit meinem über Shore Excurions Group gebuchten Ausflug „Scenic Soufriere Tour“ die Insel in kleiner Gruppe zu erkunden.

Auch St.Lucia https://de.wikipedia.org/wiki/St._Lucia gehört nach seiner Unabhängigkeit 1979 zum Commonwealth, aber auch zu den Staaten in denen König Charles III. weiterhin Staatsoberhaupt ist (https://www.swp.de/panorama/koenig-charles-iii-in-welchen-laendern-ist-er-staatsoberhaupt-77685852.html) .




Nachdem mein Ausflug von Jungle Tours mich (etwas später als zur angegebenen Zeit) ausserhalb des Terminals eingesammelt hat, machten wir uns mit zwei Fahrzeugen auf den Weg. Ich hatte den Beifahrersitz im kleineren der beiden Fahrzeuge und zusammen mit einer Familie aus New Jersey, die wie anderen Teilnehmenden mit der Odyssey of the Sea unterwegs waren, kämpften wir uns erstmal durch die morgentliche Rush Hour. Erster Stop war eine genossenschaftlich betriebene Bananenplantage. Bananen – zum Essen wie zum Kochen – sind eines der Hauptprodukte der Insel. Wir haben eine Banane frisch vom Baum probiert und einiges über den Anbau erfahren.




Nächster Stop war der Fischerort Anse la Raye https://de.wikipedia.org/wiki/Anse-la-Raye





In einer Kassava-Bäckerei gab es noch kein frisches Brot, aber wir konnten die Herstellung des Mehl in reiner Handarbeit beobachten.

Und es ging weiter zu den Pitons https://de.wikipedia.org/wiki/Pitons.



Auf die Schlammbäder haben alle Teilnehmenden der Gruppe verzichtet, aber die Wasserfalldusche beim Toraille-Wasserfall haben einige ausprobiert.



Weiter ging es zu einer kurzen Pause mit einem Sandwich und Getränken am Strand des Soufriere Beach Park am Hummingbirdstrand mit Blick auf die Pitons.



Auf dem Weg von Soulfriere zurück zum Schiff gab es noch einen kurzen Halt in einem von aussen unscheinbaren Geschäft, dass sich als feines Schokoladengeschäft entpuppte: https://cacoasaintelucie.com/. Ich hatte plötzlich das Gefühl, in einer belgischen Chocolaterie zu stehen. Die Frauen von Cacoa Sainte Lucie haben es sich zum Credo gemacht, aus dem auf der Insel angebauten Kakao feinste handwerkliche Schokolade und Pralinen zu machen. Das hat seinen Preis, aber den ist es wert.
Und nach diesem letzten kurzen Stop ging es zurück zum Schiff. Zunächst verließ die am anderen Pier liegende Odyssey of the Seas den Hafen, der dann die Queen Victoria folgte.

Die Odyssey of the Seas bei der Ausfahrt aus St.Lucia https://de.wikipedia.org/wiki/Odyssey_of_the_Seas

Barbados

Letzter Hafen in der Karibik war Barbados https://de.wikipedia.org/wiki/Barbados. Hier auf der letzten karibischen Insel hatten wir einen Overnight und ich habe an beiden Tagen mit einem Ausflug die Insel erkundet: am ersten in einer kleinen Gruppe mit vier anderen Gästen im Shore Excursions Group Ausflug „Highlights of Barbados“, am zweiten mit dem Cunard Ausflug „St.Nicolas Abbey, Rum and Railway“ in etwas grösserer Gruppe.



https://en.wikipedia.org/wiki/Holetown


https://en.wikipedia.org/wiki/St._James_Church,_Barbados




https://de.wikipedia.org/wiki/Speightstown






https://en.wikipedia.org/wiki/St._John%27s_Parish_Church,_Barbados

























WLAN
Nach acht Tagen, in denen wir sieben Inseln der kleinen Antillen erkundet haben, waren die kommenden sechs Seetage gut, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten.
Seetage
Auf der Rückfahrt Richtung Europa musste sich die Zeit wieder auf GMT anpassen – das erfolgte jeweils Mittags mit der täglichen schiffsweiten Information des Kapitäns zu Strecke und Wetter. Ab Barbados hatte Kapitän Martyn Sharples das Kommando – Jonathan Ward war in seinen Urlaub gewechselt.








An einem Seetag konnte man die Fähigkeiten der Crew bei Eis- und Handtuchfiguren und bei Gemüseschnitzereien bewundern. Die Passagieren konnten die Figuren bewerten. Ich für meinen Teil brauche das nicht in der Kabine, aber schön anzuschauen.





Teneriffa
Nach sechs schönen Seetagen war wieder Land in Sicht – die Kanaren waren als letzter planmässiger Halt vor Southampton erreicht.



Da mein ursprünglich geplanter Ausflug – mit der Seilbahn auf den Teide – im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht und deshalb abgesagt wurde, habe ich bei Temperaturen um die 15 Grad einen angenehmen Spaziergang zum Auditorium genacht.







Auf dem Rückweg Richtung Schiff bin ich etwas durch die Stadt gebummelt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Biblioteca_Municipal_de_Santa_Cruz_de_Tenerife











Bei der Ausfahrt aus Santa Cruz war es ziemlich windig, so dass beim Ablegen Schlepperhilfe nötig war…


Der Kapitän informierte über das Wetter der kommenden drei Seetage und erinnerte daran, dass spätestens jetzt angesichts der Winde und hohen Wellen in den kommenden 24 Stunden ein guter Zeitpunkt sei, Mittel gegen Seekrankheit zu nehmen.



Unverhoffter Stop in Lissabon
Wir hatten Teneriffa am Mittwochabend verlassen mit dem Plan ohne weiteren Stop nach drei Seetagen am Sonntag Southampton zu erreichen, wo diese Reise enden sollte. Aber am Donnerstag Abend meldete sich der Kapitän und informierte, dass wir aufgrund eines weiteren medizinischen Notfalls Freitag früh Lissabon anlaufen müssen, um den betroffenen Passagier ins Krankenhaus zu bringen.








Gegen 11 Uhr hatten wir den Tejo wieder verlassen und nahmen wieder Kurs auf Southampton, das wir trotz Höchstgeschwindigkeit später als geplant am Sonntag erreichen würden. Deshalb hatten alle Bereiche an Bord viel zusätzliche Arbeit, um die Folgen der späteren Ankunft organisatorisch in den Griff zu bekommen. Freitag Abend hatten alle Passagiere eine schriftliche Info zur Ausschiffung – nun am Sonntag Mittag statt Morgen – in der Kabine und ihre entsprechenden Koffertags. Ich erhielt zudem die Info, dass mein (über Cunard gebuchter) direkter British Airways Flug nach Berlin auf einen Flug eine Stunde später mit der Lufthansa umgebucht wurde.

Aber so würde ich immerhin noch am Sonntag Abend wieder in Berlin sein – und muss trotzdem am Sonntag nach dem Anlegen in Southampton als eine der ersten von Bord und mit Shuttle nach LHR Terminal 2 (statt 5). Und so ging es in den letzten Gala-Abend und den folgenden, letzten Seetag mit Kofferpacken und Abschiednehmen vom Schiff.

Eine sehr stressige Rückreise
Der Sonntag startete dieses Mal anders als gewohnt. Wenn das Schiff sonst morgens anlegt, dann ist das morgens gegen 7.00 Uhr. Es gibt ab 6.00 Uhr Frühstück und die Kabine muss bis spätestens 9.00 Uhr geräumt sein. Ich war trotzdem früh wach und habe einen letzten schönen Sonnenaufgang erlebt.

Die Kabine musste bis 11.00 Uhr geräumt sein, ich sollte um 13.00 Uhr das Schiff verlassen. Also konnte ich nochmal in Ruhe im Britannia frühstücken und habe mir dann mit meinem Handgepäck einen Stuhl in den öffentlichen Bereichen des Schiffs gesucht, um auf den Aufruf meiner Gepäckgruppe (rot2) zu warten.


Das Schiff wurde eine halbe Stunde später als geplant freigegeben. Ich hatte bereits mit der LH-App für meinen neuen Flug eingecheckt und kannte daher die wichtigste Zeit dieses Tages: 16.45 Uhr Gepäckabgabefrist in LHR Terminal 2. Das sollte eigentlich zu schaffen sein. Um 13.38 Uhr wurde meine Gruppe dann endlich aufgerufen, ich verließ das Schiff und wollte meinen Koffer auf dem Weg zum Shuttle einsammeln. Nur da war kein Koffer. Gerade bei den frühen Gepäckgruppen fehlten zahlreiche Koffer. Ich habe mit Hilfe eines freundlichen Herrn des Gepäckdienstleisters letztlich über eine Stunde nach meinem Koffer gesucht, bis ganz zum Schluss plötzlich noch ein Wagen mit „roten“ Koffern, darunter auch endlich meiner, auftauchte. Ich hatte immer auch Richtung der Cunard-Menschen im Gepäckterminal kommunziert, das man mit aller Kraft nach meinem Koffer sucht. Als ich dann endlich mit Koffer um 14.45 Uhr etwas gestresst vor dem Mayflower-Terminal stand, musste ich erstmal jemanden von Cunard suchen, um mir dann als Erstes unerfreulicherweise erklären zu lassen, dass der Shuttle nach LHR nicht mehr auf mich warten konnte und ich – da ich ja nicht pünktlich war – jetzt selbst sehen müsse, wie ich nach LHR käme. Es gab neben mir noch einen zweiten Passagier – ein paar Kabinen weiter auf meinem Deck – dessen Koffer im selben Gepäckwagen wie meiner war und der auch nach LHR musste. Nach einigem Hin und Her gab es aber um drei Uhr doch eine Lösung: man organisiert uns ein Taxi, wir verauslagen das und Cunard erstattet das im Nachgang. Zu diesem Zeitpunkt gab es eine lange Schlange am Taxistand und keine freien Taxis. Als wir schliesslich in einem bestellten Taxi, an der Schlange vorbei, sassen, war es 15.15 Uhr und Google Maps schätzte die Ankunftszeit auf 16.47 Uhr. Zum Glück war der Taxifahrer pfiffig, fuhr die kürzeste Strecke und mein Mitreisender übernahm die Bezahlung, so dass ich um 16.40 Uhr – gerade mal 5 Minuten vor Ablauf der Frist – an der Gepäckaufgabe stand. Auch beim automatischen Baggage DropOff waren freundliche Menschen, die mir geholfen haben, ich bin gut durch die Security gekommen und war mit ziemlich viel Adrenalin im Blut gerade pünktlich zum Boarding am Gate, ohne irgendwelches Shopping und mit nichts gegessen seit dem Frühstück.



Da Lufthansa zwar in Berlin vor 100 Jahren gestartet ist, heute aber – mit Unterstützung der schwarzen Verkehrsminister – vor allem auf seine Drehkreuze München und Frankfurt setzt, bedeutete meine Verbindung ohne irgendwelchen Support von Lufthansa 20 Minuten Fussweg durch den ganzen Flughafen vom Terminal B am äussersten Ende incl. einer Schengen-Einreise und einer weiteren Handgepäckkontrolle zum Terminal A zu hetzen. Ich bin als eine der Letzten eingestiegen und war letztlich mit ziemlich viel Stress auf dieser Reise drei Stunden später als mit meinem ursprünglich gebuchten Flug wieder in Berlin.



Der Stress der Rückreise hat mich noch etwas länger begleitet. Auch wenn Cunard am Montag sich für das allgemeine Chaos bei der Ausschiffung per Mail entschuldigt hat: für den Stress bei der Lufthansa-Verbindung kann Cunard nichts, aber den Stress bis ich in LHR war, hat Cunard zu verantworten.
Entertainment Cunard Style
Das Tagesprogramm, zumal an Seetagen, ist bei Cunard dicht gepackt und man findet jeden Tag viele verschiedene Angebote für Körper und Seele, für den Kopf und fürs Ohr.



















Was mir gefallen hat

1. Der Service und die Crew auf dieser Reise waren wunderbar. Es war spürbar, dass auch jenseits der Grills alle Gäste überall Whitestar-Service bekommen. Sei es im Britannia-Restaurant, das eine sehr ruhige Umgebung war – ausser man hatte das Pech zufällig in der Nähe eines der wenigen extrem laut sprechenden Briten zu sitzen, über die Bars bis zu den Offizier*innen. Sei es, wenn ich im Purser Office mehrfach meine nicht funktionierende Tür reklamieren musste oder die besonderen Gesten der leitenden Offiziere des Hotelbereichs, die die Gäste in der Karibik morgens freundlich in den Landgang verabschiedeten und nachmittgs bei der Rückkehr persönlich mit einem heissen Tuch und einem Glas Wasser wieder begrüssten. Heiko Lorenz (Hotel Operations & Retail Manager) hat sich schon bei unserer zweiten Begegnung an mich erinnert und wir haben dann immer ein paar Worte auf Deutsch gewechselt. Beide Kapitäne – in Barbados hat Jonathan Ward das Kommando an Martyn Sharples übergeben – haben neben ihren Mittagsdurchsagen mit allgemeinen Infos zu Wetter und Strecke in den beiden besonderen Situationen mit medizinischen Notfällen schnell und transparent kommuniziert.

Und auch mein Kabinensteward Hernando und mein Dinner-Kellner Gilbert waren beide zauberhaft. Und es war schön, beim Lunch einen Weinkellner einer früheren Reise, Dane, wieder zu sehen und ihm persönlich zu sagen, dass seine damalige Beratung immer noch meine Reisen mit Cunard begleitet, zum einen durch seine Empfehlung meines Immer-Noch-Lieblingsrotwein zum Dinner, zum anderen durch seine Empfehlung, doch zum Lunch&Learn zu gehen, was ich mittlerweile ziemlich gerne mache.
Durch den erforderlichen zusätzlichen Anlauf in Lissabon zur Ausschiffung eines medizinischen Notfalls war es nicht mehr möglich, wie geplant Sonntag Morgen in Southampton zu sein. Als neue Uhrzeit zur Ankunft war am Freitag Mittag nun zwölf Uhr am Sonntag angesagt – und alle Bereiche haben ob der daraus folgenden Veränderungen bei der Abreise hart gearbeitet und Freitag Abend alle Gäste über die notwendigen Veränderungen mit einem Schreiben auf die Kabine informiert. Ich hatte zusätzlich einen Anruf der deutschsprachigen Gästebetreuerin Regine Thanner, die mich informierte, dass ich von meinem über Cunard gebuchten Direktflug mit British Airways auf einen späteren Lufthansaflug über Frankfurt umgebucht wurde. Das ist alles nicht schön, aber gut kommuniziert kann ich auch gut mit solchen Veränderungen umgehen.
Und ja, es gab natürlich ein paar kleinere Punkte, die noch besser werden können. Aber in der Summe hat diese Crew auf dieser Reise sehr guten White Star Service „geliefert“, wenn man von dem Chaos bei der Gepäckverladung absieht. Das mein Koffer trotz richtigem Koffertag in einen falschen Wagen gepackt und verschiedene sehr hilfbereite und freundlichen Menschen danach gesucht haben, und er erst als einer der letzten im Terminal war, führte dazu, dass der Shuttlebus nach LHR schon abgefahren war. Bis die Alternative geklärt war, das ich mit einem Mitreisenden mit dem Taxi nach LHR komme und das auch tatsächlich verfügbar war, wurde unnötig wertvolle Zeit verbraucht. Letztlich war ich – dank eines klugen Taxifahrers, der alle Schleichwege kannte – doch/nur 5 Minuten vor dem Ende der Gepäckaufgabezeit am Baggage-DropOff in LHR. Hier gab es wieder sehr freundliche und hilfbereite Menschen, die mir geholfen haben und so war ich pünktlich am Gate. Aber mit der Situation mit dem Gepäck – ich war nicht die Einzige, die ihren Koffer gesucht hat – waren alle im Terminal etwas überfordert. Hier wäre es sicher sinnvoll, auch für solche Fälle eingeübte Routinen zu haben. Und auch die erste Info der Cunard-Kollegin, nach der es ja meine Schuld sei, dass ich nicht pünktlich zur Abfahrt des Buses da gewesen, und jetzt auf eigene Kosten nach LHR kommen müsse, war etwas schwierig, denn schließlich war es nicht meine Schuld, das ich nicht da sein konnte. Nach meiner deutlichen Antwort, dass ich das gerne mit einem Supervisor kläre, und sie Rücksprache gehalten hat, wurde sie deutlich freundlicher und hat nach einer Lösung gesucht. Aber das alles hat Zeit gekostet – und mich einige Nerven.

2. Die Insights
Meine persönlichen Lieblingstermine an Seetagen sind die Insights. Auf der Hinfahrt habe ich z.B. einiges über Wasserbau auf Madeira und Brückenbau, aber auch Astronomie und Psychologie gelernt. Meine persönliche Lieblings-Speaker gab es aber auf der Rückfahrt: „The Godfather of Royal Reporting“ Robert Jobson und Vivian Widgery, die vor ihrem Ruhestand bei der Hansard Parlamentsdokumentation im House of Commons gearbeitet hat und in ihren Talks über verschiedene Facetten des britischen Parlamentarismus gesprochen hat. Und auch die Talks von Giles Ramsay über (britische) Theatergeschichte waren interessant.


3. Das hätten sich Clara Zetkin und ihre Genossinnen 1910, als sie im Kampf um das Wahlrecht und die Gleichberechtigung von Frauen den Internationalen Frauentag einführten, vermutlich auch nicht vorstellen können, dass 2026 der 8.März im Tagesprogramm und in der Ansprache des Kapitäns der Frauentag ebenso wie in einer besonderen Torte gewürdigt wird. Und das Schiff hat einige mehr Frauen in Führungspositionen als sonst auf See, u.a. mit Staff Captain Martel Fursdon, die in einem spannenden Insight mehr über das Schiff, ihre Rolle an Bord und wie sie dort hingekommen ist, berichtet hat.


Zeit zum Lesen
Diese Reise mit ihren vielen Seetagen war perfekt zum Lesen – man hat Ruhe und kann sich auch in längere Bücher vertiefen. Neben interessanten Biografien gab es auch Zeit für Krimis. Hier eine kleine Auswahl meiner auf dieser Reise gelesenen Bücher. So sehr ich übrigens eine Freundin des „richtigen“ Buches bin, so sehr weiss ich auf Reisen, zumal mit Gewichtsbeschränkung beim Gepäck, das E-Book zu schätzen. Und man kann sehr schön, wenn man Internet hat, jederzeit Nachschub nach der aktuellen Leselust, beschaffen.







Was ich mir anders wünsche

1. Es ist grundsätzlich gut, dass es auf der Queen Victoria eine grosse Bibliothek gibt. Dort gibt es auch gut sortierte Bereiche mit anderen Sprachen als Englisch, zum Beispiel Deutsch, und neben den Hardcovern zur Leihe auch einen Bereich mit Taschenbüchern. Es ist schade, wie veraltet und schlecht sortiert der Bereich „Royalty“ ist. Das neueste Buch war von 2018, die zahlreichen neuen Bücher von Valentine Low, Andrew Lownie, Katie Nicols, Tina Brown, Catherine Meyer, Robert Hardman oder Robert Jobson fehlen genauso wie die meiner Meinung bisher beste Biographie über Elizabeth II. von Inger Merete Hobbelstad. Selbst im Bookshop gibt es die neuesten Bücher nicht zu kaufen. Für mich war das kein Problem, weil ich auf Reisen mittlerweile gerne die E-Book Variante nutze und damit im Zweifel ohne viel Gewicht Zugang zu guten Büchern habe, aber das selbst die neuesten Bücher von Robert Jobson weder in der Bibliothek noch im Bookshop waren, der bei dieser Reise als Speaker vier Sessions gestaltet hat, ist eine vertane Gelegenheit. Die Speaker, die oft ein aktuelles Buch vermarkten, weisen deshalb schon auf die Bestellung ihrer Bücher bei Amazon hin – aber das geht doch besser.
2. Das TV-System der Queen Victoria ist etwas veraltet. Es gibt – ohne Liste in der Kabine – 63 Kanäle, dort werden teils verschiedene TV-Kanäle oder Filme in verschiedenen Sprachen gezeigt. Das ist eine Wundertüte – da wünsche ich mir das System der Queen Anne, zumal man da schneller an die aktuelle Schiffszeit kommt.
Tipps

1. Im Urlaub an klassischen Touristenhotspots sollte man vorsichtig sein und Wertsachen wie Geld und Kreditkarte sicher verstauen. Da bieten sich – so man mit Kreditkarte kontaktlos zahlen kann -, Zahlungen mit NFC-Wearables an. Ich habe mir beim österreichischen Startup LAKS https://lakspay.com/de/ ein schönes (Plastik-)Armband gekauft und ohne grössere Probleme zuhause eingerichtet. Und es hat – zum Erstaunen der Verkäuferinnen – auch in St.Kitts und in St.Lucia funktioniert, aber nicht in Barbados und Teneriffa. Deshalb sollte man zur Sicherheit immer auch eine physische Kreditkarte dabei haben.
2. In der Karibik gilt oft noch „cash only“. Dafür kann man überall mit US-Dollar bezahlen und sollte in der Reisekasse eine passende Stückelung dabei haben, auch um das eine oder andere Trinkgeld geben zu können. An Bord der Queen Victoria konnte man US-Dollar ohne Zusatzkosten beim Purser Office bekommen, die Kosten wurden dann ohne weitere Gebühren direkt der hinterlegten Kreditkarte belastet.
3. Man bekommt zwar überall Sonnencreme, aber sowohl an Land auch an Bord zu deutlich höheren Preisen als man in Deutschland gewohnt ist. Und bei dem Wetter ist regelmässiges Eincremen unerlässlich – also sollte man die Sonnencreme der eigenen Wahl besser im Koffer dabei haben oder abwägen, ob die Zusatzkosten für den Kauf vor Ort geringer als die eingesparten Kosten für Zusatzgepäck sind.
4.Kabinenwände sind aus Metall und deshalb sind Magneten hilfreich, um den Alltag an Bord zu organisieren.

5. Wer wie ich viel mit dem Handy fotografiert, sollte eine transportable Festplatte im Gepäck haben oder muss während der Reise plötzlich sein Handy aufräumen und viele Dateien löschen, um wieder genug freien Speicher zu bekommen.
6. Es ist immer hilfreich ein Foto des/der Koffer zu machen. Wenn der Fall eintritt, das man zum Beispiel in einem Terminal mit Tausenden Koffer danach suchen (lassen) muss, hilft das sehr. Und es ist einfacher, wenn der Koffer nicht so aussieht wie die meisten anderen.
Regelmässige Infos
1.Das Getränkepaket hätte mich für diese Reise 2.142 $ gekostet. Ich habe „as you go“ für Getränke 278,89 $ bezahlt – das Getränkepaket hätte sich wieder nicht gerechnet – und ich hätte nicht zum Abendessen eine Flasche Wein aus der reichhaltigen Weinkarte aussuchen können, aus der dann über mehrere Abende hinweg immer in der von mir gewünschten (eher kleinen) Menge Wein eingeschenkt wurde und die Flasche am Ende des Abends wieder in Verwahrung genommen wurde.
2.Das britische StartUp Cruise Globe https://thecruiseglobe.com/ bietet (kostenfrei) die Möglichkeit, mit Echtdaten in der App alle eigenen Kreuzfahrten ab 2004 zu dokumentieren. Man kann für jede Reise auch Karten in verschiedenen Größen kaufen. Es ist eine reedereiunabhängige gute Möglichkeit, um besondere Reiseerinnerungen zu sammeln. Das sieht für diese Reise zum Beispiel so aus:

Da es mittlerweile auch die Möglichkeit gibt, auch zukünftige Reisen einzutragen, hatte ich einen Countdown zu dieser Reise. Ausserdem gibt es einen direkten Link zur Shore Excursions Group, die reedereiunabhängige Landausflüge anbietet, samt Versicherung für Ausfälle.
3. Von der Flugzeugtür am BER bis zu meiner Wohnungstür habe ich am Sonntag Abend 36 Minuten gebraucht und war um 23.00 Uhr endlich daheim. Das war der stressfreiste Teil der Rückreise.
Am besten lässt sich diese Reise mit einem Lied zusammenfassen



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