#MeinSchiff #MeinSchiff7 #MS7 #ErstesMal  #Rostock #Warnemünde #Kopenhagen #Oslo #Hamburg #Kreuzfahrt #Wellness #Kabinenfehlgriff #Kabine7005 #Bahnliebe #Cruiseblogger #MappedMyCruise

Written by:

Kreuzfahrt ist nicht gleich Kreuzfahrt – es kommt immer auch auf die Reederei, das Schiff und die Route an. Deshalb probiere ich immer mal was Neues aus – dieses Mal die neue Mein Schiff 7 (MS7). Mlt diesem Schiff wollte Mein Schiff u.a. mehr Kabinen für Alleinreisende anbieten. Und deshalb probiere ich mit einer zweiten  Reise aus, wie mir das Mein Schiff-Konzept auf einer Kurzreise ohne Fluganreise gefällt. Meine erste Reise auf der Mein Schiff 6 hatte mir wegen der Route gefallen und die Kosten sind mit dem (fast) All-Inclusive-Konzept akzeptabel, aber ich bin nicht in die gelegentlich zu beobachtende Fanverzückung verfallen, die ich in einigen Facebookgruppen beobachte. Grundsätzlich ist Mein Schiff für mich eine Alternative zu anderen Reedereien, besonders weil man viele Angebote hat, die auch ohne Fluganreise funktionieren – aber es gibt auch genug, was mir weniger gut gefällt, deshalb bin ich nur gelegentlich mit diesem Anbieter unterwegs.

Einen guten Überblick über das Schiff und was man bei einem Start ab Rostock-Warnemünde erkunden kann, gibt der Ohligs-Kanal mit dem Vlog über eine Ostsee-Reise mit Stopps in allen drei baltischen Staaten (normalerweise sind nur zwei Häfen in den Routen, die Reisen mit drei Häfen sind selten) :

Fast getroffen hätte ich die Vlogger von Reisenbergtravel, die (incl. der Kurzreise direkt vor meiner Reise) 10 Tage an Bord waren und darüber gewohnt informativ berichten.

Ursprünglich hatte ich geplant, diese Reise mit einem kleinen Wellness-Start über den Feiertag am 3.Oktober im Hotel Neptun zu verbinden, allerdings standen diesem Plan dann wichtige dienstliche Termine entgegen. Deshalb habe ich für die Vortagesanreise eine Nacht in meinem Lieblingshotel in Rostock, dem Wyndham Sonne am Neuen Markt, gebucht und hatte am Nachmittag des Freitagsfeiertages eine entspannte Anreise in einem ziemlich vollen Regionalexpress RE5. Den Sonnabendvormittag habe ich trotz Regen noch zu einem kleinen Einkaufsbummel in Rostock genutzt.

Damit habe ich eine aktuelle Studie der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern bestätigt, die sich mit der Wertschöpfung von Kreuzfahrten für das Land beschäftigt hat: https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/Aktuell/?id=211723&processor=processor.sa.pressemitteilung

Da der ÖPNV in Rostock für mich gut funktioniert hat – das Hotel liegt direkt an einer Tramhaltestelle mit verschiedenen Linien –  habe ich mir am Sonnabend die 50 €, die ein Taxi vom Hotel zum Cruiseterminal gekostet hätte, für andere Ausgaben gespart und bin stattdessen mit Tram und S-Bahn nach Warnemünde gefahren. Wenn man am Hauptbahnhof in Rostock umsteigt, ist das mit Fahrstühlen vom Trambahnsteig bis zum Bahnsteig auch mit Koffer sehr bequem – man muss nur auf der großen Anzeige auf dem Trambahnsteig schauen, von welchem Gleis die nächste S-Bahn nach Warnemünde fährt.  Der ÖPNV in Rostock ist in der City-Tax, die man bei einer Hotelübernachtung in Rostock-Warnemünde zahlt, enthalten; wer ein Deutschlandticket hat, kann den ÖPNV ebenfalls kostenfrei nutzen.

Mit der S-Bahn zum Schiff

Von der S-Bahn, die alle 30 Minuten vom Hauptbahnhof nach Warnemünde fährt, zum Cruiseterminal sind es fünf Minuten zu Fuß – und wer einen Koffer mit guten Rollen hat, kommt ebenerdig bequem zum Schiff. Meine Check-In-Zeit war zwischen 13-14 Uhr, ich bin um 13.00 Uhr am Bahnhof in Warnemünde angekommen und war kurz vor zwei auf dem Schiff und in meiner Kabine. Schon auf der S-Bahn-Fahrt bekam ich die Info, dass meine Kabine freigegeben sei – also keine Wartezeit auf dem Schiff mehr.

In Warnemünde lag ausserdem noch ein AIDA-Schiff. Da AIDA und Mein Schiff beim Ausschildern, welche Gepäckabgabe für welches Schiff ist, zu sparsam waren, musste das durch menschliche Informationsgeber:innen korrigiert werden. Bei dem Nieselregen war man natürlich bestrebt, die nächstliegende der beiden nebeneinander liegenden Gepäckabgaben zu nutzen, aber dann hatte man den längeren Weg bis man den Koffer abgegeben hatte. Der Check-In war leider nicht so reibungslos und schnell organisiert, wie ich es sonst kenne. Bei MSC ab Warnemünde war ich in der halben Zeit durch alles und auf dem Schiff und auch bei Cunard dauert der Check-In (meist) kürzer.

Angefangen bei der Security, die vorab prüfte, ob man auch im richtigen Check-In-Zeitfenster war und eigentlich erwartete, dass man bei Regen vor dem Terminal möglichst den auf Papier ausgedruckten Schiffspass zeigt über die längere Schlange für das eigentliche, sehr freundliche, Check-In mit zu wenig Stationen für die Zahl der Passagiere bis hin zur Sicherheitskontrolle, die länger als sonst dauerte, brauchte alles etwas länger als anderswo – und obwohl es kaum „Stehzeiten“ gab, lief es langsam und dauerte vom Bahnsteig bis zur Kabinentür knapp eine Stunde.

Nach einem späten Mittagessen im ziemlich vollen Ankelmannplatz habe ich meine Musterstation besucht. Mein Schiff macht noch richtige Einweisungen, zum Glück in kleinen Gruppen an den verschiedenen Stationen auf Deck 5. Dann war der Koffer auch schon vor der Kabine aufgetaucht und ich habe mich in der Kabine eingerichtet.

Und los geht es vom Cruise Terminal
Leuchtturm, Teepott und Neptun
Ein letzter Blick auf den Strand von Warnemünde

Für die Ausblicke beim Auslaufen habe ich mich meines Balkons erfreut – und hatte einen neuen, sehr schönen Ausblick auf Warnemünde.

Nach einer ruhigen Fahrt (im Gegensatz zum Lärm, der in meine Kabine kam) war der erste  Hafen dieser Kurzreise Kopenhagen. Es lagen insgesamt vier Kreuzfahrtschiffe an diesem Sonntag in Kopenhagen und zum ersten Mal hatte das Schiff, mit dem ich in Kopenhagen war, einen Liegeplatz an der Langen Linie https://en.wikipedia.org/wiki/Langelinie – fußläufig zur Meerjungfrau, im Gegensatz zu den beiden Liegeplätzen ganz am Ende des Industriegebietes, ohne vernünftigen ÖPNV-Anschluss, wo dieses Mal wieder die MSC Poesia lag, mit der ich vor zwei Jahren auf der Rückreise von Grönland auch in Kopenhagen war.

Blick über Yachthafen an der kleinen Meerjungfrau zur MS7

Bei Mein Schiff buche ich ganz gerne einen der Ausflüge, vorzugsweise „im kleinen Kreis“, um an Hafentagen kompakt eine Stadt zu erkunden und mich nicht alleine um die Logistik zu weiter entfernt liegenden Zielen kümmern zu müssen.

Der Ausflug „Königliches Kopenhagen im kleinen Kreis“ führte nach dem obligatorischen Fotostop an der kleinen Meerjungfrau – mit Schlange vor der besten Fotomöglichkeit – durch die Innenstadt zum Schloss Amalienborg.

Kleine Meerjungfrau

Ein Spaziergang vom Widerstandsmuseum am Rande des Churchill-Parkes am Sonntagvormittag – und wir waren pünktlich zum kleinen Wachwechsel am Schloss Amalienborg.

https://en.natmus.dk/museums-and-palaces/the-museum-of-danish-resistance/
Wachwechsel am Schloss Amalienborg
https://denkongeligesamling.dk/amalienborgmuseet/

In Amalienborg blieb es beim Draussenschauen und einem Spaziergang am Wasser entlang zurück zum Bus. Mehr Zeit samt einer Besichtigung war für Schloss Rosenborg vorgesehen. Und gut, dass es an einem Tag mit vier Kreuzfahrtschiffen in der Stadt ein durch den Touranbieter gebuchtes Zeitfenster gab – und der Guide viel sowohl zu den Schlössern und seinen königlichen Bewohner:innen als auch zu den aktuellen Lebensbedingungen in Kopenhagen berichten konnte.

https://denkongeligesamling.dk/rosenborg-slot/
Thronsaal

Das Schloss Rosenborg gibt einen interessanten Einblick, wie die dänischen Könige früher – vor der parlamentarischen Monarchie – so lebten.

Vorbereitung auf den Wachwechsel vor der Kaserne bei Schloss Rosenborg
Wachwechsel auf Schloss Rosenborg

Pünktlich mit der Rückkehr zum Schiff wurde das Wetter schlechter – und die Lust auf weitere Erkundungen im Regen weniger. Am Abend fuhren wir dann ohne Auslaufmusik und Schiffshorngruß weiter nach Oslo – und hatten am Montag den ersten von zwei Seetagen auf dieser Reise.

Kopenhagen Skyline von Deck 14 aus gesehen
Ausfahrt Kopenhagen
Hafen Kopenhagen

Nach einem ruhigen Seetag waren wir am Dienstag in Oslo. Ab 4.30 Uhr fuhr die MS7 durch den Oslofjord und war wie geplant um 8.00 Uhr in Oslo.

Auf dem Weg nach Oslo

Auch in Oslo hatte ich mich für einen Ausflug „Im kleinen Kreis“ entschieden. Ich war 2018 mit der Colorline Fähre schon einmal in Oslo – damals wollte ich  die Holmenkollenrennen und -springen live erleben.

Oslo März 2018

Seinerzeit hatte ich an einem Tag eine wunderbare Begleitung durch die Stadt mit einer früheren Kollegin, die dort damals schon ein paar Jahre lebte und mir viel zeigte.

Blick zum königlichen Schloss in Oslo

Wir waren – bei Eis und Schnee – zu Fuss und mit dem ÖPNV  in der Stadt unterwegs und haben natürlich auch den Vigeland-Park besucht. Das war dieses Mal der erste Stop mit einem Spaziergang im Regen durch den Park mit seinen Skulpturen von Gustav Vigeland.

https://vigeland.museum.no/vigelandsparken
Skulpturen vom Baby…
…über einen riesigen Brunnen….
….bis zu Greis:innen

Auch wenn es sehr nass war – es ist beeindruckend: man kann immer wieder kommen und entdeckt etwas Neues in diesem Park. Ich habe leider auch entdeckt, wo meine Schuhe undicht sind.

Von dort ging es weiter zum Holmenkollen – mit Zeit, den Sprungturm hochzufahren, um einen weiten Ausblick auf Oslo zu haben – und natürlich auch diese weltbekannte Sportanlage zu besuchen.

https://holmenkollen.com/
Blick vom Holmenkollen-Sprungturm 7.Oktober  2025
Blick vom Holmenkollen 11.März 2018
An sich ist die Schlange zum Fahrstuhl bis zum Sprungturm, in dem jeweils bis zu 13 Personen passen, ziemlich lange

Als letzten Punkt dieser Tour ging es zum Fram-Museum, einem interaktiven Museum über  die erfolgreiche norwegische Expedition zum Südpol.

https://frammuseum.no/
Das Amundsen Monument ausserhalb des Fram-Museum

In einer kurzen Regenpause gab vom kleinen Park neben dem Museum noch einen Blick auf die Colorline-Fähre nach Kiel und die Mein Schiff.

Denkmal für die norwegischen Seeleute im 2.Weltkrieg auf Bygdøy
Die MS7 in Oslo

Nach diesem eigentlich schönen Ausflug musste ich erst mal wieder trockenen Fusses werden und habe deshalb auf weitere (fußläufig grundsätzlich gut vom Liegeplatz mögliche) Erkundungen in Oslo verzichtet.

Ausfahrt aus Oslo

Ich hatte noch einen Termin im Spa und habe einen weiteren Abend an Bord genossen. Der folgende zweite Seetag am Mittwoch und letzte Tag dieser Reise brachte noch einmal schöne Ausblicke auf das Meer.

Sonnenaufgang am Seetag
So viel Meerblick
Abends auf der MS7

Ab dem frühen Donnerstagmorgen wurde das Schiff dann von Lotsen durch die Elbe bis zum Liegeplatz in Hamburg-Steinwerder begleitet.

Hamburger Hafen frühmorgens

Das Schiff hat gegen 5.30 Uhr den Liegeplatz in Hamburg-Steinwerder erreicht.

Ab 7.00 Uhr konnte man das Schiff verlassen, wenn man sich selbst um sein Gepäck gekümmert hat, ab 8.30 Uhr waren die am Vorabend vor der Kabine abgestellten Koffer im Terminal abzuholen.

Ich habe ein letztes Mal an Bord gefrühstückt und kurz nach halb neun das Schiff verlassen. Diese Reise nutze ich noch für einen kurzen After-Cruise-Stay und bin deshalb gleich mit dem Taxi in mein Hamburger Lieblingshotel, das 25h Hafencity, gefahren. Und so endet diese Kurzreise mit einem Aufenthalt in Hamburg.

Und was ist sonst zu dieser Reise zu sagen?

Die Kabine 7005 – keine Empfehlung

Auch als Alleinreisende buche ich gerne Balkonkabinen – aus zwei Hauptgründen: so kann man (insbesondere nachts) die frische Seeluft auch in der Kabine genießen und man kann schnell und einfach fotografieren, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Die MS7 bietet – bei der Einführung groß beworben – als Reaktion auf die entsprechende Nachfrage auch Einzel-Balkonkabinen an. Die sind schnell weg, allerdings auch nicht so viel billiger. Vor allem die Lage ist keine Empfehlung für erfahrene Kreuzfahrer:innen: sie sind direkt unter der Abtanzbar gelegen, was nächtlichen Lärm von oben vorhersagt. Ich hatte mich stattdessen für eine sichtbehinderte Kabine zur Alleinnutzung am Bug des Schiffes entschieden. Ein Teil des Balkons ist mit Metall verbaut. Das stört – im Gegensatz zur Lage des Bettes –  mich weniger als dass man vom Bett aus keinen Blick aufs Meer hat. Und man hört (und spürt) jede zufallende Tür im Umkreis und es gibt auch die typischen kratzenden Geräusche, wenn Liegestühle verschoben werden, was vermutlich von den daneben liegenden Suiten kommt. Insgesamt keine ruhige Kabine, auch wenn es nachts zum Glück ruhig war. Ansonsten kommt man auch an Seetagen auf viele Schritte, weil man mehrfach am Tag die gesamte Schiffslänge läuft, da die Restaurants eher am Heck liegen.

Sonst ist die Kabine funktional und mit viel Stauraum eingerichtet. Das Badezimmer ist klein, aber ebenfalls funktional mit erstaunlich viel Platz zum Verstauen der Toiletteartikel. Zusammengefasst: geht, aber andere Kabinen bieten sicher mehr fürs gleiche Geld.

Was ist anders auf Mein Schiff?

1. Man hat auf MS eine breite Auswahl an Restaurants – mit Bedienung und mit Büffets. Im Tag&Nacht-Bistro gibt es 24 Stunden etwas (zur Tageszeit Passendes) zu essen und Getränke zur Selbstbedienung.

In Hamburg Frühstück mit Elphi-Blick
Tag&Nacht-Bistro

Wenn es morgens schnell gehen sollte, ist das Frühstück im Tag&Nacht-Bistro für mich eine gute Option.

Das Frühstück bekommt man als Büffet zwischen 8 und 10 Uhr im Atlantik Klassik und in Bedienung im Atlantik Mediteran. Im Klassik ist es lauter, aber schneller. Für das Frühstück im Mediteran braucht man mehr Zeit und muss auch schon mal auf etwas Bestelltes warten, dafür ist es ruhiger, man hat mehr Auswahl an Marmelade und Säften, vor allem eine Alternative zu dem zu süßen RAUCH-Orangensaft, den es sonst überall gibt.

Im Ankelmannplatz hat man durchgehend während des Tages die Möglichkeit, sich am Büffet zu bedienen, auch mit Frühstück für Spätaufsteher oder späterem Mittagessen, wenn man vom Landgang zurückkommt. Wenn man alleine ist, ist es ratsam, den Platz zu „markieren“, denn Tischplätze waren immer rar, wenn ich dort war. Das gilt übrigens auch für das Büffetfrühstück im Atlantik Klassik, wo Tische zu beliebten Frühstückszeiten auch gesucht sind. Paare und Gruppen sind da im Vorteil, weil sie Arbeitsteilung praktizieren können.

An Seetagen gibt es im Atlantik Mediteran auch ein Mittagessen in Bedienung. Am Abend wird im Atlantik Klassik und Mediteran ein Abendessen serviert. Die Auswahl der Menüs ist überschaubar mit jeweils zwei Alternativen sowie einer vegetarischen und „sonstigen“ Alternative und ein paar „Zuzahlungsklassikern“. Das 5-Gang-Menü kommt in kleinen Portionen und ich war immer zufrieden und gesättigt. Zum Essen in Bedienung gibt es einen Brotkorb mit zwei verschiedenen, an den Tagen wechselnden, Aufstrichen und verschiedenen Brotsorten. Am Tisch kann man beim Wasser mit und ohne „Sprudel“ wählen und hat die Auswahl zwischen verschiedenen alkoholfreien und alkoholischen Begleitgetränken zum Essen.

Ansonsten lohnt ein Blick ins Tagesprogramm, was gerade geöffnet hat. Ausserdem gibt es – auch auf der MS7 – noch verschiedene Restaurants, bei deren Nutzung man dazuzahlt, wie das Steakhaus Surf&Turf oder ein unter dem Label „Tim Raue“ betriebenes asiatisches Restaurant. Bei dieser Reise habe ich darauf verzichtet, dort zu essen, fand es aber bei meiner letzten Reise (kostengünstigster mit vorgebuchtem Gourmetpaket) sehr gut.

In den Kabinen der MeinSchiff-Flotte gibt es keinen Kühlschrank und keinen Wasserkocher. Dafür gibt es eine Nespresso-Maschine, bei der zwei Kapseln in einer Auswahl von drei Sorten (Espresso, Lunge, Decaf) mit zwei Döschen Kaffeesahne am Tag inkludiert sind. Mehr werden berechnet – oder man bringt einfach welche von zuhause mit. Dann muss man nur – so man wie ich Kaffee mit Milch mag – eine Lösung für die Milch ohne Kühlschrank finden. Und auch wenn überall heißes Wasser an den Getränkestationen bereit steht – Teewasser sollte gekocht haben und nicht nur heiß sein, obwohl es interessante und gute Teebeutel an Bord gibt.

3. An das Reisen mit vielen anderen deutschsprachigen Gästen muss ich mich immer wieder neu gewöhnen. Man kann allen Gesprächen drumherum gut folgen, weil sehr viele offenbar den ganzen Tag miteinander reden und alle Erfahrungen des Damals und Heute austauschen. Das passiert oft mit diesem deutschsprachigen Touch des Beschwerens und Besserwissens, den ich auf Reisen mit britischen Gästen gar nicht so kenne. Und ehrlich gesagt, mag ich die britische Höflichkeit und Zurückhaltung im Umgang mit anderen sehr und vermisse sie an Bord der MS.

4. Mein Schiff feiert das Ablegen – wenn erlaubt – noch mit eigener Musik und Schiffshorn-Grüssen. Fans stehen dazu gerne mit einem Getränk auf einem der Decks und feiern das gemeinsam. Und es gibt hier noch Tiere aus der Bettwäsche, die beim abendlichen Turnover in einen für den nächtlichen Schlaf nutzbaren Zustand zurückversetzt wird. Ausserdem gibt es auf der Kabine Decken, die man bei kühleren Wetter an Deck im Liegestuhl genauso nutzen kann wie bei einem Mittagsschläfchen in der Kabine.

Bettwäsche-Skulptur

5. Anders als bei Cunard bezahlt man vorher reservierte Landausflüge nicht vorab. Die Ausflüge werden wie alle anderen Bordausgaben über das Bordkonto verrechnet, so dass man dafür erst direkt am Ende der Reise zahlt.

6. Die Mein Schiff ist eines der letzten Reservate für Raucher:innen, wo man noch ausserhalb der gekennzeichneten Raucherbereiche auf dem Schiff auf dem Balkon rauchen darf. Zur Entrüstung der Raucher:innen in den Facebookgruppen hat Mein Schiff ab Sommer 2025  das Rauchen in der Kabine und auf den Balkonen im vorderen Bereich des Schiffes verboten. Das freut die Nichtraucher:innen und erhöht deren Reisekomfort.

7.Auf Deck 14 gibt es die Möglichkeit, einen Rundkurs mit schöner Aussicht zu laufen. Das nutzen an Seetagen viele zum Gehen. Und in bester deutscher Tradition ist das Joggen geregelt.

8. Es gibt an Bord der Mein Schiff 7 ein Tattoo-Studio gegenüber dem Friseursalon. Es auf dieser Reise gut besucht, weil offenbar auch jenseits der Metall-Cruise genug für einen rentablen Betrieb eines solchen Angebotes den Urlaub für ein neues Tattoo nutzen.

9. Es gibt auf Deck 2 in der Ecke eine kleine Thalia-Leselounge mit gestempelten  Büchern, die man für die Reise ohne besondere Prozedur entleihen kann und wieder zurückgeben soll. Es sind nicht sehr viele Bücher, die Hälfte auf Englisch und keine besondere Auswahl. Das passt zum Programm an Seetagen, wo man mehr Auswahl an Mal- und ähnlichen Kursen hat und Vorträge bestenfalls solche von Landeskundelektoren sind. Mir persönlich fehlt jedenfalls ein vergleichbares Angebot wie die Cunard Insights. Und die Bibliotheken auf Cunard-Schiffen bleiben mein Standard, der auf Mein Schiff weit unterschritten wird.

10. Auf den Kabinendecks an den Fahrstühlen gibt es Wasserspender. Man braucht etwas, um herauszufinden, wo man die auf der Kabine befindliche Karaffe hinstellt, damit diese automatisch gefüllt wird. Man kann das Wasser sogar mit energetischen Steinen bereichern, die für die Reise bereit liegen und die man auch mit nach Hause nehmen darf.

11. Das Ausschiffen ist etwas anders organisiert als ich es sonst kenne. Es gibt keine Ausschiffungszeitfenster. Der Gepäcktransport von der Kabine ins Terminal ist bei der Abholung über verschiedene Farben für jedes Deck organisiert. In Hamburg-Steinwerder steht das Gepäck für alle ab 8.30 Uhr bereit. Wer das Schiff vorher verlassen will, muss sein Gepäck selbst transportieren. Die Kabine kann bis 9.00 Uhr genutzt werden, das Schiff muss man bis 11.00 Uhr verlassen haben. Man kann auch noch den Aufenthalt gegen Zuzahlung mit einer Tageskabine verlängern – so wie man umgekehrt bei der Einschiffung einen Early-Check-In buchen kann oder das Geld dafür in eine gebuchte Wellness-Anwendung vor der Check-In-Zeit investiert. Und wer kein An- bzw. Abreisepaket über TUI gebucht hat, der kann für 5 € den Shuttlebus zum Hauptbahnhof buchen. Wenn ich nicht noch einen kleinen After-Cruise-Stay in Hamburg geplant hätte, wäre das eine echte Alternative zum Taxi gewesen (anders als bei Cunard).

Was mir gefällt

Café Central auf der MS7

1. Das Café Central gibt neu auf der MS7 – und es gefällt mir sehr. Es ist (meist) ein ruhiger Ort, an dem man für eine Melange oder einen anderen Kaffee sitzen kann, der stilecht mit Wasserglas auf einem kleinen Silbertablett serviert wird.

Melange (inclusive) und Topfen-Marillen-Kuchen (3,90 €)

Es gibt auch eine kleine Snackkarte (11-21 Uhr), allerdings ist das, was als „Frankfurter“ wohl Würstel mit Saft darstellen soll, nicht zu empfehlen. Statt zarter knackiger Würstchen mit Gulaschsaft gibt es zu feste, nach Nichts schmeckende  Hotdogwürstchen in einer unidentifizierbaren Soße.

Das ist nicht zu empfehlen. Wird auf der Karte „Frankfurter“ genannt

Aber die Getränke und Mehlspeisen sind nett – und ab 17 Uhr  gibt es Kaffeecocktails.

2. Die Tür zum Balkon ist eine Schiebetür (anders als bei Cunard, wo die Tür so konstruiert ist, das sie zufällt), was sehr schön ist, wenn man nachts auf See die frische Luft in der Kabine genießen will. Zumindest wenn die Lage der Kabine (und deren Belegung) so ist, dass dort keine Raucher:innen sind, die auf dem Balkon rauchen.

3. Die Mediathek hat eine nette Auswahl an Filmen, man kann die Borddurchsagen des Kapitäns und der Kreuzfahrtdirektorin nachhören, wenn man sie live versäumt hat und von der Kabine aus sehen, wie es am Pool und vom Bug bzw. Heck aus gerade aussieht. Man kann die Tagesschau nachschauen und hat einige Radiosender zur Auswahl, leider keine aus Österreich oder der Schweiz. Mir fehlen zum Glücklichsein meine Lieblingssender DLF und Ö1, die ich auch ohne Internetpaket leider nicht hören kann, aber es ist gut, dass es diese Auswahl gibt.

Der Spa-Wartebereich auf Deck 12

4. Der Spa Bereich auf Mein Schiff hat vergleichbare Preise zu Wellness-Hotels an Land und liegt auf der MS auf Deck 12 – da bekommt man Wellness mit bestem Blick aufs Meer. Und es wird Deutsch gesprochen, was ich für Körperanwendungen schätze. Man sollte seine Termine rechtzeitig buchen, sonst bekommt man nur noch unattraktive Termine. Mely hat meinen Termin sehr angenehm gestaltet, leider hat Gfey durch forsches Verhalten samt ungeschicktem Verkaufsversuch nicht ganz so überzeugt. Aber in der Summe: tolle Location, akzeptabeles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wellness mit Aussicht

5. Die Crew auf der Mein Schiff-Flotte ist genauso international wie bei anderen Reedereien, aber es gibt gerade im Service auch einige junge Mitarbeiter:innen aus Deutschland und Österreich. Eigentlich alle Crewmitglieder, die mit Gästen zu tun haben, sprechen Deutsch, zumindest so viel, wie für ihre Aufgabe erforderlich ist. Das ist sicherlich für deutschsprachige Reisende, die vor der Bordsprache Englisch zurückschrecken, ein Argument, mit Mein Schiff zu reisen. Einen kleinen Einblick in die Arbeit der Crew gibt dieser Artikel: https://www.t-online.de/region/bremen/id_100884586/kreuzfahrt-managerin-auf-mein-schiff-3-sie-sorgt-fuer-perfekte-reisen.html

Was ich mir anders wünsche

1. Kommunikation sollte konsistent sein. Wenn ich in der App schaue, welche Orte an einem Hafentag zum Frühstück schon geöffnet sind (um einen frühen Ausflug zu erreichen) und mir das Café Central für ab 7.30 Uhr  angezeigt wird, dann erwarte ich auch ein offenes Café. Ein Blick ins gedruckte Tagesprogramm hätte mir die Information gegeben, dass es ab 9.00 Uhr öffnet. Im konkreten Fall bin ich ein paar Schritte weiter zum Tag&Nacht-Bistro gegangen und hatte früh auch ein entspanntes Frühstück.

Auch andere Informationen sollten zwischen App und anderen Kommunikationskanälen stimmig sein. Ich hatte über die App für den Seetag zwei Anwendungen im Spa gebucht. Am Vorabend hatte ich in der Kabine eine Erinnerung an meinen Termin in Papier – allerdings nur für den zweiten.

2. Nachhaltigkeit heißt Plastikvermeidung. Statt Plastikblumen auf den Restaurant- und Cafetischen fände ich frische Blumen viel schöner – und geschmackvoller. Bei den Nespresso-Kapseln wird eine nachhaltige Variante verwendet, bei der der Farbcode zwischen „Lungo“ und „Espresso“ nicht sofort ins Auge springt. Das kann morgens schon mal dazu führen, dass man „die andere“ als beabsichtigt nimmt.

3. Die Auswahl an Fernsehsendern ist umfangreich, mit dem deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF, aber auch dem NDR und den anderen Landesrundfunkanstalten, 3Sat und Arte, den Privatsendern SAT1, RTL und Co und Spartensendern wie dem Kika (wichtig auf einem Schiff mit vielen Familien). Aber warum bei diesem Angebot die deutschsprachigen Reisenden aus Österreich und der Schweiz auf ORF oder SRF verzichten müssen, bleibt das Geheimnis von MS.

4. Man kann keine Tischzeiten in den inkludierten Restaurants reservieren, muss es aber in den Restaurants mit Zuzahlung. Das führt am Abend vor den beiden Atlantik-Restaurants zu beliebten Essenszeiten zu Schlangen, weil man platziert wird. Nach allen meinen Erfahrungen ist die Schlange und die Wartezeit gegen 19 Uhr besonders lange. Also empfiehlt sich ein Besuch gleich zur Öffnung gegen 18 Uhr oder gegen 20 Uhr. Wie gut und schnell das Warten dauert, hängt sehr von den Personen ab, die das Platzieren übernehmen. Man hat dadurch im Zweifel jedesmal andere Bedienungen und kann die Unterschiede gut beobachten. Am ersten Abend dauerte es ziemlich lange, bis ich am Tisch sass, etwas zu trinken hatte und bestellen konnte. Am zweiten Abend – in einem anderen Revier – lief das alles viel reibungsloser und schneller.

5. Wer nach dem Essen den Abend entspannt  noch bei einem (inkludierten) Getränk im Sitzen in einer der Bars verbringen möchte, tut dieses mit (meist  zu) vielen anderen. Wenn man überhaupt noch einen Platz findet, ist es lärmig und (mir zu) trubelig. Wer das mag, ist hier richtig, aber wer nicht, sucht sich besser eine andere Abendunterhaltung – oder investiert in die X-Bar im Diamanten.

6. Die MS7 ist ein Neubau. Warum in einem Schiffsneubau ein Safe eingebaut wird, der so klein ist, das weder ein DIN-A4-Ordner noch ein Laptop reinpassen, bleibt das Geheimnis der Planer:innen – das hätte man besser (vor allem größer) lösen können

Tipps

1. Auch wenn man versucht, „leicht“ zu packen – man sollte immer, besonders in Jahreszeiten und Orten, wo es gerne regnet,  zwei Paar Schuhe „für Draußen“ und mindestens eine Hose zum Wechseln dabei haben. Meine (Leder)Schuhe und  ich sind in Oslo ziemlich eingeregnet und erwiesen sich teilweise als undicht, was nasse Socken mit sich brachte. Selbst die am Holmenkollen erstandenen Socken wurden im zweiten Teil des Ausfluges nass, so dass es ein „Drei-Paar-Socken“-Tag wurde. Die Schuhe brauchten den Nachmittag und den ganzen folgenden Seetag, um wieder trocken zu werden. Ich nutze an Bord eh immer ein paar bequeme Barfuss-Balerinas, aber vielleicht hätte ich beim Packen der Schuhe doch besser meine leichten Wanderschuhe mitnehmen sollen.

2. Anders als viele andere Reedereien oder Hotels ist bei Mein Schiff keine Bodylotion – im Gegensatz zu Duschgel, Shampoo und Conditioner – im Badezimmer vorhanden. Man kann natürlich welche an Bord kaufen – oder von  zuhause mitbringen, wenn man welche braucht.

3. Wer keinen Ausflug bucht und nicht nur zu Fuss (oder mit Hilfe des ÖPNV der Stadt) vom Liegeplatz die Stadt erkunden will (was dieses Mal auch in Kopenhagen gut möglich war, weil wir den Liegeplatz hatten, der rund zehn Minuten zu Fuß von der kleinen Meerjungfrau liegt), der hat mit den HopOn-HopOff-Bussen eine gute Alternative. Man muss nicht vorab buchen, sondern kann auch direkt vor Ort die Tickets kaufen. Wenn es zwei Anbieter ab Schiff (wie in Oslo) gibt, kann man auch auf die Karte mit den Stops schauen, was besser zur eigenen Planung des Tages passt. Es ist für mich immer eine gute Alternative, wenn ich nicht alleine zu Fuss in (noch) unbekannte Gegenden aufbrechen will.

Cruise Globe

Das StartUp Cruise Globe https://thecruiseglobe.com/bietet die Möglichkeit, alle eigenen Kreuzfahrten (kostenfrei)  mit Echtdaten zu sammeln und nachzuverfolgen. Das sieht für diese Reise zum Beispiel so aus:

https://thecruiseglobe.com/ShareCards/2cb62616-900d-4b80-943e-11103850cf64.png

Mein Fazit: es war eine nette Kurzreise, trotz des jahreszeitlich erwartbaren Wetters. Und Mein  Schiff bleibt für mich akzeptabel, aber lässt mich weiter zurückhaltend in meiner Begeisterung für dieses Angebot sein.

Hinterlasse einen Kommentar