#myvivamoments #VIVATwo #Flusskreuzfahrt #rivercruise #Silvester #Donau #Passau #Melk #Artstetten #Komarom #Budapest #Unerwartetes #Bratislava  #Wien #Linz #Pöstlingsberg #Bahnliebe

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Silvester ist eine Zeit, in der ich gerne vor der Böllerei in Berlin fliehe und mir ein alternatives Programm für den Jahreswechsel organisiere. Schöne Reisen muss man in der Regel mit längerem Vorlauf buchen, da sie oft schnell ausgebucht sind, auch die verschiedene Reisen von VIVA über die Feiertage. Die einwöchige Donaureise hat mich gereizt, weil sie eine interessante Route hat – und ich habe Anfang 2025 noch eine Kabine buchen können. Zudem ist der Einzelzuschlag von 40% attraktiv – obwohl ich auf dieser Reise nur wenige andere Alleinreisende entdeckt habe.

Um keinen Stress zu haben, bin ich am Vortag der Einschiffung, dem Sonntag, mit der Bahn angereist – mit dem direkten Zug vom Südkreuz nach Passau, der dann nach Wien weiterfährt. Da in der 1.Klasse schon alles ziemlich voll war, hatte ich mich doch für eine Reise in der 2.Klasse entschieden – und leider bei der Sitzplatzreservierung übersehen, dass ich im Familienabteil gelandet bin. So wurde ich von Lernübungen und anderen Kinderbeschäftigungen begleitet und kam nach sechs Stunden trotzdem gut in Passau an.

Am Bahnhof funktionierten die Aufzüge – mein Koffer war wieder mal ziemlich schwer – und es gab genug Taxen vor dem Bahnhof, so das ich keine Problem hatte,  zum Hotel Residenz – ein guter Tipp des Reisebüros meines Vertrauens- zu kommen.

https://residenz-passau.de/

Das Zimmer war angenehm und geräumig, obwohl im Badezimmer die Tatsache, dass in der Dusche nur ein Spender mit Shampoo/Conditioner hing, während der Spender mit der Seife nur am Handwaschbecken hing, etwas irritiert. Wer also kein eigenes Duschgel nutzt, muss sich  entweder mit Shampoo am Körper einseifen oder Lösungen finden, die Seife in die Dusche zu bekommen. Das Frühstück ist ansprechend, allerdings könnten einige damit Probleme haben, dass beim für alle zugänglichen Kaffeevollautomaten derselbe Schlauch mal in der Tüte mit Vollmilch und mal in der mit Hafermilch hängt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rathaus_(Passau)
https://www.sueddeutsche.de/sonderthemen/bayern/passau-dreifluessestadt-hochwasser-probleme-schutzmassnahmen-ueberflutungen-ueberschwemmungen-206416

Am Sonntag Abend hatte ich nur noch das Bedürfnis etwas zu essen – was ich nach kurzem Fußweg im Ratskeller https://www.ratskeller-passau.de/ gut getan habe –  und nach etwas Ruhe. Am Sonntagnachmittag hat mich – und das Reisebüro meines Vertrauens, dass gleich checkte, ob mich die Mail erreicht hat – die Information über die erste Änderung der Route erreicht: aufgrund eines Schadens an der Schleuse Jochenstein https://www.wsa-donau-mdk.wsv.de/Webs/WSA/Donau-MDK/DE/SharedDocs/Pressemitteilungen/2025_Pressemitteilungen/PM_Jochenstein_Dez2025.html?nn=955602 würde die Einschiffung am Montag auf die VIVA Two erst in Linz stattfinden, wohin es einen kostenlosen Bustransfer um 15 Uhr ab Passau Hauptbahnhof gäbe.

So hatte ich nach dem Frühstück und Auschecken noch einen Vormitag Zeit, durch Passau https://de.wikipedia.org/wiki/Passau zu bummeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Passauer_T%C3%B6lpel
https://de.wikipedia.org/wiki/Domplatz_(Passau)

Und so ging es dann im Anschluss an meinen Stadtbummel mit dem Bus in anderthalbstündiger Fahrt nach Linz direkt zum Schiff. Eine gute Beschreibung des Schiffes und seiner Möglichkeiten gibt es übrigens in einem Video  beim Kreuzfahrturlauber Fabian:

Rundgang VIVA Two

Und schliesslich waren wir um halb fünf in Linz und konnten endlich aufs Schiff und in die Kabine.

In Linz beginnts
Start der Reise mit einem alkoholfreien Cocktail (Grapefruit mit Rosmarin)

Wir wurden freundlich auf dem Schiff begrüsst und es gab einen kleinen Begrüssungssnack, der dann gleich in die obligatorische Sicherheitseinweisung und die (zweisprachige) Einführung in die Reise und die Möglichkeiten des Schiffs durch den Cruisedirector Immanuel überging. Hier gab es einen Satz, der auf dieser Reise besondere Bedeutung erlangen sollte: „Im Fall eines Notfalls bleiben Sie bitte ruhig und warten möglichst in der Kabine auf weitere Anweisungen.“

So startete unsere Reise auf der Donau in Linz. Am nächsten Morgen erreichten wir wie geplant den ersten Halt: Melk. Man hätte in dieser touristisch etwas ruhigeren Zeit natürlich das Stift Melk besuchen können, dass mit einem kurzen Fussweg von der Anlegestelle erreichbar ist.

VIVA Two in Melk
Ein Blick vom Bus aus auf das Stift Melk https://www.stiftmelk.at/

Statt für einen jederzeit möglichen Besuch im Stift – auch wenn es normalerweise zu den touristischen Hotspots in der Wachau gehört – habe ich mich für einen VIVA-Ausflug zum Schloss Artstetten entschieden. Das Schloss wurde für die Führung unserer kleinen Gruppe extra geöffnet: wir haben das Franz-Ferdinand-Museum besichtigt und hatten im roten Salon, der sonst eher von der dort lebenden Familie genutzt wird, noch einen kleinen Sektempfang.

Schloss Artstetten
https://www.schloss-artstetten.at/
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Ferdinand_von_%C3%96sterreich-Este
„Mir bleibt auch nichts erspart“ –  ein Kaiser Franz  Josef zugeschriebener Spruch – begründet u.a. mit dem Tod von Gattin Sissi (Attentat in Genf), von seinem einzigem Sohn und Thronfolger Rudolf (Selbstmord in Mayerling), dem seines Bruders Maximillan (am Ende seines Versuchs als Kaiser in Mexiko hingerichtet) und dem seines späteren Thronfolgers Franz Ferdinand (Attentat in Sarajewo)
Nachbau des Autos in Sarajewo
Führung durch Schloss Artstetten incl. der Familiengruft
Da seine Frau Sophie Chotek – die, da „nur“ Gräfin, ihm nicht ebenbürtig war – nicht neben ihm in der Kapuzinergruft hätte bestattet werden können, hat Franz Ferdinand die Familiengruft errichtet.
In Österreich wurde der Adel durch das Adelsaufhebungsgesetz (offiziell: Gesetz vom 3. April 1919 über die Aufhebung des Adels, der weltlichen Ritter- und Damenorden und gewisser Titel und Würden) abgeschafft. Es steht in Verfassungsrang und ist bis heute gültig. Damit wurden der Adel sowie alle äußeren Ehrenvorzüge, Titel und Würden, die nicht mit einem Amt, Beruf oder einer wissenschaftlichen/künstlerischen Befähigung verbunden sind,  für alle österreichischen Staatsbürger*innen aufgehoben. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Adelstitel oft Teil des bürgerlichen Nachnamens wurden, sind sie in Österreich im Namen streng verboten. Das betrifft auch das einfache Adelsprädikat „von“. Und erstaunlicherweise gilt das Gesetz offenbar nicht für die Grabtafeln in der Gruft.
So sah ungefähr der Schreibtisch von Franz Ferdinand in der Miltärkanzlei aus
Am Ende der Führung gab es noch einen kleinen Empfang im roten Salon mit einem Mitglied der Familie
Zum kleinen Empfang am Ende der Führung gab es auch einen Keks mit Wappen
Die Habsburger Variante der „Red Boxes“ des englischen Königshauses
Erzherzogin Sophie und ihr Sohn Franz Josef I. im Salon

Wir hatten so einen schönen Vormittag in Melk und waren dann mittags schon wieder unterwegs zum nächsten Ziel – und konnten die Strecke in der Wachau noch bei Tageslicht geniessen.

Wachau

Hier erreichte uns die Information über die nächste Planänderung: aufgrund von Niedrigwasser im ungarischen Teil der Donau war die geplante Weiterfahrt mit Stops in Esztergom und einem Overnight in Budapest über Silvester nicht möglich.

Unterwegs passierten wir Wien und Bratislava, die wir auf der Rückfahrt länger besuchen würden.

Vorbeifahrt am Handelskai in Wien
Bratislava bei Nacht

Mittlerweile wurde das Alternativprogramm kommuniziert: wir legen in Komarom an. Gebuchte Ausflüge für Budapest und Esztergom (dort sollten wir Silvestervormittag liegen) werden rückerstattet. Alle bekommen das Angebot, kostenfrei mit einem Bus ab Schiff einen Tagesausflug nach Budapest oder einen etwas kürzeren Ausflug nach Esztergom zu machen. Und dafür bekam man sogar noch ein Lunchpaket mit auf den Weg.

Lunchpakete in der Lobby
Die VIVA Two im Komarom https://de.wikipedia.org/wiki/Kom%C3%A1rom
Wieder mit dem Bus statt dem Schiff unterwegs

Budapest

Da ich endlich Budapest besuchen wollte, hatte ich mich für den Ausflug nach Budapest https://de.wikipedia.org/wiki/Budapest entschieden. So hatte ich sehr kompakt mit Guide und im Bus einen Überblick samt Besuch in der Basilika und einer Panoramafahrt durch Buda und Pest samt kurzer Fotostops.

Die Brücke wurde mal nach dem österreichischen Kaiser – und ungarischem König – Franz Josef I. benannt – heute heisst sie Freiheitsbrücke https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitsbr%C3%BCcke_(Budapest)
https://de.wikipedia.org/wiki/VII._Budapester_Bezirk
2018 aufgestellte Sisi-Statue am Rande des VII.Bezirks
Die Sisi-Statue am Fusse der Elisabeth-Brücke https://welovebudapest.com/en/article/2021/03/03/sights-culture-hidden-budapest-sissi-statue/
Brunnen aus Porzellan der beiden wichtigsten ungarischen Porzellanhersteller am Nador-Platz https://ungarnheute.hu/news/54-baeume-und-dekorative-brunnen-neugeburt-vom-jozsef-nador-platz-79572/
Margaretenbrücke https://de.wikipedia.org/wiki/Margaretenbr%C3%BCcke_(Budapest)
Blick von der Margaretenbrücke auf die Donau
Parlament
https://de.wikipedia.org/wiki/Schuhe_am_Donauufer
Elisabethbrücke
https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Stephans-Basilika_(Budapest)

Silvester und Neujahr an Bord

Nach der Rückkehr vom Ausflug galt es sich, auf die Silvesterfeierlichkeiten vorzubereiten.

6-Gänge beim Silvester-Gala-Dinner

Im Anschluss an das sehr feine Gala-Dinner wurde eine Party in der Lounge angeboten. Und an Neujahr gab es neben einem Frühstück, das etwas später und länger als üblich angeboten wurde und statt Mittagessen war ein Brunch geplant.

Die VIVA Two und die VISTA Star

Doch dieses Neujahr wurde ganz anders als geplant: https://cruise-ahoi.de/news-ticker/havarie-nickovision/

Die nickoVision lief Silvester auf ihrem Weg nach  Komarom auf Grund und konnte selbstständig nicht wieder fahrtüchtig werden. Da die VIVA Two baugleich ist, wurde sie zur Rettungsaktion durch die Behörden ausgesucht – wofür deren Gäste (also wir) das Schiff um zwölf Uhr verlassen musste. Dank des besonderen Engagement unseres Kreuzfahrtdirektors – und des Selbstverständnisses, dass man sich in Notfällen auf dem Wasser einfach hilft – hatte uns unser Cruisedirektor einen Aufenthalt in der warmen Lounge der gegenüber liegenden VISTA Star organisiert, während die Gäste der VISTA Star einen Ausflug machten. Da die ungarischen Behörden sehr viel länger als ursprünglich zugesagt brauchten, um die versprochenen Busse bereit zu stellen, gab es nicht – wie angedacht – einen kleinen Besuch in Györ, sondern wir fuhren nach gut drei Stunden (die wir warm, halbwegs bequem und mit einer Toilette in der Nähe auf der VISTA Star verbracht hatten) mit den Bussen doch direkt zu unserem Schiff, das nun in Venek lag.

Kurzer Besuch auf der slowakischen Seite der Donau
Gastfreundschaft auf der VISTA Star
Endlich kamen die von den ungarischen Behörden zugesagten Busse
Busse in Venek für die Passagiere der nickoVISION
Die Koffer sind schon zum Weitertransport in den Bussen bereitgestellt
Die Gäste der nickoVISION warten in der Lounge der VIVA Two

Und nach etwas Gäste-Tetris: Passagiere der VIVA Two erstmal in ihre Kabinen, dann die Gäste der nickoVISION aus der Lounge in die bereitgestellten Busse, hat die Crew fix aufgeräumt und zur Besänftigung der Gemüter gab es zusätzlich vor dem regulären Abendessen ab sieben Uhr um halb sechs auf der VIVA Two einen kleinen Snack und auch die Bar in der Lounge hatte wieder geöffnet.

Mit etwas Verspätung auf dem Weg nach Bratislava

Über den Vorfall wurde auch bei cruisetricks berichtet https://www.cruisetricks.de/nicko-vision-bei-niedrigwasser-auf-der-donau-auf-grund-gelaufen/

Durch die verspätete Abfahrt haben wir die Schleuse bei Gabcikovo  https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Gab%C4%8D%C3%ADkovo auf unserem Weg nach Bratislava doch im Dunkeln passiert, aber ab hier lief die weitere Reise ohne besondere Vorkommnisse.

Bratislava

Unser nächstes Ziel Bratislava haben dann am Abend erreicht – ein wunderbarer Liegeplatz direkt in der Nähe der Altstadt.

Abendliches Bratislava

Da der Kapitän – zu Recht – kein Risiko eingehen wollte und für den Weg nach Wien angesichts der Wasserstände lieber bei Tageslicht unterwegs sein wollte, wurde unser Aufenthalt in Bratislava https://de.wikipedia.org/wiki/Bratislava verkürzt. Mir hat aber auch der Vormittag gereicht, um entspannt durch die Altstadt zu bummeln.

Bronzemodell von Bratislava
Der Cumil https://en.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cumil_(statue)
Altstadt
Entfernungen im Gang unter dem Michaelertor
Die Bank, die an Vaclav Havel erinnert https://havelcenter.org/2020/07/08/vaclav-havel-memorial-bench-unveiled-in-bratislava/
Denkmal des unbekannten Soldaten
Philharmonie Bratislava
Die Schiffe liegen im Päckchen
Die VIVA Two in Bratislava mit Blick auf das UFO

Der Hauch des Todes – Wien doublet Bratislava

Der erste James Bond mit Timothy Dalton spielt u.a. in Wien und Bratislava. Da es 1987 nicht so einfach war, eine solche Produktion in der damaligen CSSR umzusetzen, wurden auch die vermeintlich in Bratislava spielenden Szenen in Wien gedreht. Und wenn man an aufeinander folgenden Tagen in beiden Städten ist, kann man gut vergleichen:

Oben die Philharmonie von Bratislava – unten die Volksoper in Wien

Zwischen Bratislava und Wien fuhren wir am Nachmittag und konnten so in den Donauauen auch einige der dort lebenden Vögel sehen.

Am Abend hatten wir dann unseren nächsten Halt Wien erreicht und haben am Handelskai festgemacht.

Wien

In Wien war es zwar kalt, aber wir hatten strahlenden Sonnenschein.

Die VIVA Two in Wien

Ich habe mich für Herumbummeln mit den Öffis entschieden und landete u.a. an der Wiener Volksoper.

Volksoper
Praterstern

Wenn man an der U1-Station Kaisermühlen – VIC aussteigt, findet man neben der Wiener UNO-City und einigen Hochhäusern, die man gegenüber vom Handelskai sieht, auch einige neuere Denkmäler, die anders sind:

Die Blume von Srebrenica https://www.viennaoffices.at/de/Dialog-Service/Delegationen/Voelkermord-von-Srebrenica-Denkmal-in-Wien-enthuellt
40 Jahre OFID https://presse.wien.gv.at/2016/06/03/40-jahre-ofid-fonds-der-opec-fuer-internationale-entwicklung
Der Baum der Hoffnung
https://www.elternkreis.at/projekte/baum-der-hoffnung/
Vienna International Centre
Donauinsel
Der Mond über Kaisermühlen

Da ich öfter in Wien bin, habe ich dazu einen eigenen Blogbeitrag gemacht.

Am Ende eines schönen Tages in Wien ging es weiter nach Linz. Am Abend gab es noch ein zweites, sehr leckeres Gala-Dinner und unterwegs verschiedene Schleusen.

Schleuse Altenwörth
Donau bei Morgen
Schleuse Wallsee
Mauthausen
Schleuse Abwinden Asten

Linz

Am Mittag, sogar etwas vor der angekündigten Zeit, haben wir dann Linz erreicht.

Erster Blick auf den Pöstlingsberg

Leider hatte das Linzer Puppentheater noch nicht den Spielbetrieb im neuen Jahr wieder aufgenommen. Aber ansonsten ist das auch eine Linzer Kulturinstitution. https://www.puppentheater.at/news/aktuelles/55-jahre-linzer-puppentheater. Und leider hat mein Lieblings-Fastfood-Anbieter in Österreich, https://www.leberkaspepi.at/, wo es die beste Leberkas-Semmel gibt, zwar ganz in der Nähe vom Anleger, in der Rathausgasse, ein Geschäft, aber das hat leider Sonntags geschlossen. Und auch ein „Must-Do“ für Kinder jeden Alters in Oberösterreich, die Grottenbahn, hatte Winterpause, aber bei klarem Wetter und Sonnenschein war auch bei Eis und Schnee der Pöstlingsberg ein gutes Ziel für den Sonntagnachmittag.

Am Hauptplatz startet die Pöstlingsbergbahn – und man hat von oben einen wunderbaren Blick über  die Stadt.

Die Tickets für die Pöstlingsbergbahn (Linie 50) kann man am Automaten oder über die App Linz Mobil kaufen. Achtung: man muss dafür ein eigenes Ticket kaufen, das 24-Stunden-Ticket gilt auf dieser Strecke nicht
Bei Hearonymus kann man sich u.a. kostenlose Stadtführer für Linz zum Hören herunterladen. Wer Kopfhörer dabei hat, bekommt so z.B. während der Fahrt auf den Pöstlingsberg die Umgebung erklärt
https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B6stlingbergbahn
https://www.linzag.at/portal/de/privatkunden/freizeit/grottenbahn_2

Und nach einem Spaziergang über den Rundweg geht es von der Bergstation zurück zum Hauptplatz.

Blick auf Linz bei der Talfahrt
Hauptplatz
Landstrasse
5 vor 12. Erinnerung an die unerhörten Frauen im Widerstand https://www.erinnern.at/bundeslaender/oberoesterreich/artikel/denkmal-5-vor-12-unerhoerter-widerstand
Vor der Kunstuniversität
VIVA Two in Linz
Blick auf Urfahr mit ARS Electronica Center https://ars.electronica.art/news/en/

Und schon ging es weiter zum Endpunkt dieser Reise in Passau, wo die Ausschiffung am Montagmorgen trotz Eis und Schnee ohne Probleme ablief.

Passau – Lindau

Tipps

1. Auf Reisen lese ich gerne Bücher mit Bezug zur Umgebung. Dieses Mal war es der zweite Wachau-Krimi von Beate Maxian mit der Protagonistin Lou Conrad. Es hätte natürlich ein Wien-Krimi mit der abergläubischen Journalistin Sarah Pauli sein können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beate_Maxian

2. An Bord gibt WLAN und mit einem Blick in Google-Maps hat man immer den Überblick wo man gerade ist.

3. Wer beim Reisebüro des Vertrauens, meines ist  https://passage-kontor.de/, bucht, zahlt denselben Preis wie bei der direkten Eigenbuchung, wird aber individuell und zusätzlich betreut.

Was mir gefallen hat

1. Das Engagement der Crew und ganz besonders des Cruisedirectors Immanuel Gaede war bei dieser Reise wirklich herausragend. Er hat die unvorsehbaren Ereignisse – eine kaputte Schleuse in Jochenstein  mit Verlegung der Einschiffung nach Linz mit Bustransfer dorthin, das Niedrigwasser im ungarischen Teil der Donau, weshalb statt einem Aufenthalt in Budapest an Silvester/Neujahr ein Liegeplatz in Komarom und als Ersatz kostenlose Busausflüge für die Gäste nach Budapest oder Esztergom organisiert werden mussten und zu alledem noch die behördlich angeordnete  Hilfsaktion für die nickoVISION für die die Gäste der VIVA Two fünf Stunden das Schiff verlassen mussten, besonnen organisiert und transparent kommuniziert. Und er hat sich bis zum Schluss immer gut um die Gäste gekümmert und war auch bei Ausschiffung zur Stelle, um sicher zu stellen, dass jede/r auch in die vorher bestellten Taxis kommt. Das hatte ich z.B. in Basel im Sommer sehr vermisst, weil dort die ordnende Hand fehlte und die Taxiabreise eher wildwestmässig lief.

2. Oft ärgere ich mich, dass mir auf meinen Reisen zur Begrüssung eine Flasche Sekt – ohne Alternative – angeboten wird. Bei meinem Eintreffen auf meiner Kabine fand ich nicht nur einen zauberhaften Willkommensgruß meines Reisebüros in Form eines kleinen Bordguthabens vor, sondern statt der „üblichen“ Flasche Prosecco zur Begrüßung eine Flasche alkoholfreien Chardonnay vor. Das gefällt mir sehr. Allerdings ist die Qualität bzw. der Geschmack von alkoholfreiem Wein noch nicht auf dem alkoholfreien Biers. Aber da bewegt sich gerade sehr viel in eine sehr positive Richtung.

3. Auch wenn VIVA mit Sitz in Düsseldorf vor allem deutschsprachige Gäste anspricht, gibt es zwei Bordsprachen: deutsch und englisch. Bei meinen Reisen waren neben Einzelreisenden aus verschiedenen europäischen Ländern oft auch Reisegruppen eines skandinavischen Veranstalters an Bord.

Was ich mir anders wünschen würde

1. In Krisen zeigt sich der wahre Charakter von Menschen. Bei dieser Reise gab es einige unvorhersehbare Ereignisse: eine kaputte Schleuse in Jochenstein, Niedrigwasser im ungarischen Teil der Donau und eine behördlich angeordnete Hilfsaktion für ein havariertes Schiff. Das so zu organisieren, damit fast 200 Passagiere trotzdem – soweit es die Umstände zulassen – eine schöne Reise haben (oder zumindest möglichst wenig Beeinträchtigung) ist harte Arbeit für die Reiseleitung – hier Cruise Direktor genannt. Mein Verständnis für Reisende mit deutscher Pauschalreisementalität, die als erstes danach fragen, ob das wirklich so sein müsse und als zweites nach dem Regress, den sie bekommen, ist doch sehr begrenzt. Mein Mitgefühl mit den Gästen und der Crew der nicko VISION wurde nur durch die Erleichterung überboten, dass ich glücklicherweise nicht dort eine Reise gebucht hatte. Und natürlich hatte ich mir für den Neujahrstag etwas anderes vorgenommen: das Neujahrskonzert in Echtzeit sehen und endlich meinen Jahresrückblick-Blog zu Ende schreiben. Stattdessen fünf Stunden das Schiff verlassen zu müssen, damit unser Schiff  die Passagiere und Crew eines (bei Niedrigwasser der Donau) havarierten Schiffs evakuieren kann, ist eine Selbstverständlichkeit der Hilfe in Notsituationen anderer. Und immerhin mussten wir nicht fünf Stunden irgendwo draussen, in Bussen oder einer Turnhalle warten, sondern sassen die meiste Zeit warm in der Lounge eines anderen Schiffs und hatten Zugang zu einer Toilette.

Immerhin kamen nach über drei Stunden nach Verlassen des Schiffs auch die von den ungarischen Behörden zugesagten Busse
Umsteigen in andere Busse am Busbahnhof
Und nach fünf Stunden an anderer Stelle zurück auf die VIVA Two

2. Warum man bei Schiffsneubauten nicht mehr auf den Schallschutz achtet, bleibt ein Geheimnis der Auftraggebenden. Aber da wo Licht in die Kabine kommt, kann auch jedes auf dem Korridor gesprochene Wort ungehindert in die Kabine kommen.

Kabine 216

3. Manchmal möchte man auf Reisen – aus welchen Gründen auch immer – alleine oder zu zweit sitzen. Dazu ist im Riverside Restaurant – dem mit der schönen Aussicht – kein einziger 2-er Tisch vorgesehen. Immerhin sind im Moments Restaurant einige 2-er Tisch vorhanden; deshalb gehe ich beim Gala-Dinner lieber dorthin.

Riverside Restaurant

4. Warum VIVA seine nachmittägliche Kaffeetafel mit Kuchen und anderen Leckereien, die es einmal pro Reise gibt, ausgerechnet „High Tea“ nennt, bleibt mir dauerhaft ein Rätsel. Das habe ich schon wiederholt angemerkt. Das Event ist wirklich nett, hat aber einfach den falschen Namen.

Apfelstrudel, Weihnachtsnaschereien, Kuchen, Kanapees

5. Das Essen ist eigentlich gut. Der Flammkuchen belm Lunch im Bistro ist allerdings arg trocken – statt Champignons täte ihm etwas Creme fraiche gut, damit es wirklich gut schmeckt. Auch die Möglichkeit, sich selbst freizugänglich einen Kaffee oder Tee aus der Maschine zu holen, ist sehr angenehm. Allerdings waren gelegentlich kaum noch saubere Tassen verfügbar.

Letzter Abend. Kaum noch Tee, wenig Tassen

6. Manche Menschen vergessen völlig, dass sie sich auf Reisen nicht alleine in einem Raum befinden. Das man aber so selbstverliebt ist, dass man zum Beispiel beim Mittagessen im Restaurant laut telefoniert, ist nicht nur unhöflich gegenüber der eigenen Begleitung, sondern auch allen anderen Gästen, die man so an der Seite eines Telefonats teilhaben lässt.

7. Beim Stellen von Rechnungen und kurzen Zahlungszielen ist VIVA flott dabei. Beim Weg von Geld zurück zum Kunden ist man deutlich langsamer. Am 31.12.25 gab es an Bord die Info, dass aufgrund der verkürzten Strecke nur bis Komaton statt Budapest bereits vorab bezahlte Ausflüge durch VIVA rückerstattet würden. Seit dem Ende der Reise am 5.1.26 gab es keine Kommunikation mehr von Seiten VIVAs. Erst auf meine direkte Nachfrage am 14.1.26 gab es eine Reaktion mit der Bitte um eine Kontonummer für die Rücküberweisung, die von mir sofort beantwortet wurde. Das Geld ist dann erst am 20.1.26 auf meinem Konto gewesen. Hier wünsche ich mir zumindest ähnliche Fristen für Handeln von VIVA wie sie von ihren Kunden erwarten – und in einem Fall wie diesem proaktives, schnelles Handeln anstatt einfach abzuwarten, wer sich meldet.

Eine Antwort zu „#myvivamoments #VIVATwo #Flusskreuzfahrt #rivercruise #Silvester #Donau #Passau #Melk #Artstetten #Komarom #Budapest #Unerwartetes #Bratislava  #Wien #Linz #Pöstlingsberg #Bahnliebe“

  1. Avatar von Alex
    Alex

    in schöner Sprache werden mir Reiseeindrücke vermittelt, die ich sehr anschaulich finde. Danke !

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