Wenn man alleine unterwegs ist, ist eine frühzeitige Buchung mit entsprechenden Rabatten mit die beste Möglichkeit, den tatsächlich bezahlten Preis bezahlbar zu halten. Und deshalb habe ich rund zwei Jahre vorher bei der neuen Ultra-Luxury-Line Explora nach einer passenden Reise gesucht. Dazu kam, das es eine Reise sein sollte, die keinen hohen Solozuschlag hat, deren Start- und Endhafen gut von Berlin aus erreichbar ist und deren Route mich reizt. Das Ergebnis war diese 11-tägige Reise ab/bis Barcelona mit kleineren, für mich neuen, spanischen Häfen und einem ganz neuen Land, Marroko, mit den Häfen Casablanca und Tanger in der 2.Hälfte des Oktober mit angenehmen Temperaturen wenn es in Deutschland schmuddeliger Herbst ist.
Da das Buchen der Flüge über Explora keine wirklich kostengünstige Option ist, habe ich mich für eine selbstorganisierte Anreise mit zwei ganzen Tagen (und drei Nächten) Pre-Cruise in Barcelona entschieden.
Vueling hat den großen Vorteil, dass sie direkt von Berlin nach Barcelona fliegen. Das tun sie aber leider vom Terminal 2 am BER und auch sonst ist der Service etwas inkonsistent.
Das Buchen von Vueling-Flügen ist über die App einfach und man kann zum Grundpreis verschiedene Ergänzungsoptionen buchen. Ich hatte mich gleich für „FlyGrande“ entschieden, das – zumal bei längerem Vorlauf – zur Buchung neben Handgepäck und Aufgabegepäck u.a. auch freie Sitzplatzwahl incl. von Sitzen mit mehr Beinfreiheit und die Möglichkeit zu kostenlosen Umbuchungen oder Stornierungen bietet.
Am BER fliegt Vueling aber vom Terminal 2 – und das hat keine eigene Taxivorfahrt. Man hat die Wahl entweder mit dem Gepäck von der Abflugebene im Terminal 1 eine recht steile Treppe zu nehmen oder mit einem Umweg von insgesamt rund 1.000 m zum mässig ausgeschilderten Fahrstuhl zur Ebene E0 zu kommen. Wer mit dem Zug kommt hat es einfacher und muss nur den richtigen Weg ohne extra Umwege finden.


Vueling beginnt am BER erst zwei Stunden vor Abflug mit dem Einchecken. Es gibt keinen separaten Baggage-DropOff, aber dieses Mal war trotz gedrängter langer Schlange vor den drei Schaltern die Abfertigung recht fix und ich hatte binnen 15 Minuten meinen Koffer abgegeben und eine Bordkarte bekommen.

Das Terminal 2 ist in vieler Hinsicht wenig komfortabel – vor allem gibt es eigentlich (ausser für die Sicherheitskontrolle) für alles zu wenig Platz. Aber ich musste zum Glück nicht zu lange warten und war so rechtzeitig am Gate, dass ich sogar noch einen der wenigen Sitzplätze im Wartebereich bekommen habe. Beim Aufruf zum Boarding muss man dann noch wissen, dass das (ausgerufene) Priority Boarding identisch mit der Group 1 auf der Bordkarte ist (etwas anders als bei Lufthansa) und dann steht man in der nächsten Schlange bis die Türen zum Flugfeld geöffnet werden.

An Bord muss man noch das passende Gepäckfach für Space plus finden und dann ist alles zum Abflug bereit.
Der Flug war ohne besondere Vorkommnisse und irgendetwas Kostenloses, nicht mal ein Wasser oder ein Keks. Beim Anflug auf Barcelona gab es dann einen schönen Blick auf den Kreuzfahrthafen und nach der Landung brauchte der Koffer etwas länger als ich für den langen Weg über den Flughafen bis zur Gepäckausgabe und ich habe mir den Luxus eines Taxis zum Hotel gegönnt, was in Barcelona mit einem Zuschlag von 4,60 € verbunden ist.

Barcelona
Für die drei Nächte habe ich das Novotel Barcelona City gebucht – und hatte nicht nur ein schönes großes Superiorzimmer, sondern auch eine tolle Aussicht auf die Stadt.



Es gibt zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter immer etwas in Barcelona zu entdecken, z.B. den Aussichtspunkt https://www.miradortorreglories.com/en/welcome-de/, bequemerweise direkt neben dem Novotel Barcelona City, so dass man gute Sicht (und weniger Auslastung) abwarten kann. Die Tickets kauft man am besten online und spart dabei noch 5 €.






Explora – Ultra Luxury

Explora ist eine relativ neue Kreuzfahrtlinie, die breite Beachtung und Lob für ihre Definition von Ultra-Luxury-Cruises findet https://www.welt.de/reise/nah/article69e23d27064e04c985e9723c/kreuzfahrt-klasse-statt-masse-die-neue-lust-am-kleinen-luxusliner.html genauso wie für ihre Personalauswahl
Wer mehr über das Konzept sehen will, der findet einige Vlogs dazu:
Die Reise
Schon das Einschiffen läuft bei Explora anders ab. Man muss vorher keine Gepäckanhänger ausdrucken. Wenn man wie ich mit dem Taxi zum Terminal kommt, kommt einer sogar jemand entgegen, der helfen will, man wird nach der Suitenummer gefragt und direkt gleich der Gepäckanhänger ausgedruckt und angebracht. Ohne Schlangen, ohne Stress.


Der Check-In war dann in 15 Minuten erledigt, nach Betreten des Schiffes ein kurzer Besuch bei der Musterstation und dann hat man Zeit für den angebotenen Begrüßungsdrink, mit oder auch ohne Alkohol.

Mein Check-In-Fenster war 13-15 Uhr, ich war um 13.30 Uhr auf dem Schiff und ab 14 Uhr war die Kabine fertig. Ich hatte also ein wenig, aber nicht zu viel Zeit, um den (für mich alkoholfreien) Begrüßungsdrink zu genießen und anzukommen.


Der erste Hafen dieser Reise war am nächsten Morgen Alicante https://de.wikipedia.org/wiki/Alicante.

Ich war hier auf eigene Faust unterwegs, habe nach einem entspannten Frühstück den kostenlosen Explora-Shuttle genommen und bin einfach durch die Stadt gebummelt.





Wenn man oberhalb der breiten Strasse parallel zum Stadtstrand durch die Altstadt bummelt, sieht man mehr als die dort gebauten Hochhäuser.




Wenn man auf die Burg will, kann man das zu Fuß tun – aber es gibt auch einen Fahrstuhl.






Nach der Stadterkundung habe ich mir ein Club-Sandwich in der Explora-Lounge gegönnt.


Der nächste Tag war ein Seetag, an dem wir mittags Gibraltar passiert haben.



Nach diesem Seetag erreichte das Schiff Lissabon mit einer Fahrt auf dem Tejo während des Sonnenaufgangs.






Nach diesem schönen Start in den Tag habe ich in Ruhe gefrühstückt und dann Lissabon zu Fuss auf eigene Faust erkundet.

Es war ein Sonnabend mit schönem Wetter und viele Touristen unterwegs. Ich habe mich für die entspannte Form der Stadterkundung entschieden und bin statt in einer sehr vollen Tram 28 lieber in einer Museumstram-Tour unterwegs gewesen – mit genug Platz zum Sitzen und einem auch auf Deutsch verfügbarem Audioguide.












In der Nacht ging es dann weiter von Lissabon mit einem weiteren Seetag.





Der südlichste Punkt dieser Reise war Casablanca https://de.wikipedia.org/wiki/Casablanca mit einem Overnight. Ich hatte über die Reederei einen Ausflug nach Marrakesch „Mosques and Markets“ gebucht, der 14 Stunden dauert – morgens mit die ersten vom Schiff, abends spät zurück. Deshalb habe ich Casablanca vor allem aus dem Bus gesehen.

Es ging mit einer kleineren Gruppe in einem größeren Bus gut 2,5 Stunden über Land nach Marrakesch.



In Marrakesch hat es unsere Guide geschafft, ihre Gruppe auch durch volle Märkte zu bringen.





























Es gab viel zu sehen und dafür musste viel gelaufen werden, so dass ich den nächsten Tag zur Regeneration genutzt habe. Am Nachmittag ging es dann weiter zum nächsten Ziel: Tanger

Auch in Tanger hatte ich einen Ausflug über die Reederei mit dem schönen Titel „Exploring Chefchaouen, the ‘Blue City’“, gebucht. Auch hier waren wir die ersten, die vom Schiff gingen und mit die letzten, die wieder an Bord kamen. Es gab wieder eine kleinere Gruppe von 15 Personen in einem großen Bus, die sich auf die rund zweistündige Fahrt in die blaue Stadt, nach Chefchaouen, machte.

Die Fahrt über Land war zwar wie bei der Fahrt nach Marrakesch durch landwirtschaftlich genutztes Land, das war dieses Mal aber dichter besiedelt.






Die landwirtschaftliche Produktion in Marroko braucht auch eine gute Wasserversorgung. Dafür wurden verschiedene Stauseen gebaut, z.B. wie der 2014 bei Chefchaouen in Betrieb genommene, der die Trinkwasserversorgung der Stadt und der landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe sichern soll.




Die „blaue Stadt“ Chefchaouen https://de.wikipedia.org/wiki/Chefchaouen liegt im Rif-Gebirge. Die 1417 gegründete Stadt bietet in ihrer Altstadt viel zu sehen – und hier ist mittlerweile der Tagestourismus auch eine wichtige Einnahmequelle geworden.


















Nach dem Bummeln durch die Gassen – und der Gelegenheit, auch ein wenig zu shoppen – ging es zurück nach Tanger.





Von Tanger ging es zum nächsten Hafen: Malaga. Hier bin ich am Vormittag entspannt vor allem durch den Stadtpark und die Altstadt gebummelt.








Am Nachmittag startete ein besonderer Ausflug, der mit einer längeren Busfahrt verbunden war: ein Besuch der Alhambra https://www.alhambra-patronato.es/en in Granada nach der offiziellen Öffnungszeit. Drei Busse mit jeweils 30 Personen machten sich auf den Weg.

















An dieses sehr besondere Erlebnis schloss sich ein „Cocktail-Dinner“ genanntes Event an, dass sich als ein Stehempfang in einem Hotel-Konferenzbereich mit ein paar Tapas entpuppte. Die heftige Enttäuschung vieler anderer neben mir führte am letzten Tag zu einer Entschuldigung über die schlechte Kommunikation und einer freiwilligen kleinen Reduktion des gezahlten Preises für den Ausflug. Das fand ich eine gute Reaktion und hat mich mit diesem Teil des Ausfluges wieder etwas versöhnt.
Wir sind kurz vor dem Auslaufen in Richtung des letzten Hafens wieder an Bord gekommen und das Schiff machte sich auf den kurzen Weg zum letzten Hafen dieser Reise: Motril https://de.wikipedia.org/wiki/Motril. Hier habe ich mich für einen halbtägigen Ausflug in die Sierra Nevada entschieden und ein Weingut sowie einen arabischen Garten besucht. Beides nett, aber nicht auf dem Niveau einer ganz besonderen Erfahrung, zumal sich mir nicht erschlosssen hat, warum zwei Gruppen von jeweils 15 Personen in zwei Bussen zu denselben Orten gefahren sind, um diese dann gemeinsam in grösserer Gruppe zu besuchen.





Anschliessend ging es nach Velez de Benaudalla.




Hier liegt der Jardin Nazari, ein im 15.Jahrhundert angelegter Garten im maurischen Stil, eine kleine Oase der Ruhe für alle 5 Sinne mit Düften und Vögeln.




Dann ging es zurück aufs Schiff und ein letzter Seetag – Halloween – lag vor uns.






Das Ausschiffen war entspannt. Ich hatte mich für ein individuelles Ausschiffen entschieden. Die Kabine musste bis 8.30 Uhr geräumt sein, ein letztes Frühstück im Fil Rouge und kurz nach 10 Uhr habe ich das Schiff verlassen. Ich bin direkt mit dem Taxi (Festpreis 46 €) zum Flughafen in Barcelona gefahren. Meinen Koffer (knapp unter 23 kg) konnte ich sofort bei Lufthansa einchecken und musste dann nur noch auf das Boarding meines Fluges Richtung Deutschland warten – über München nach Hamburg, wo zwei Tage mein nächstes Abenteuer beginnt.

Das Schiff
Die Explora I wurde 2023 in Dienst gestellt, hat auf 13 Decks Platz für bis zu 922 Passagiere und 640 Mitglieder der Crew.











Meine Kabine
Bei Explora gibt es nur Balkonkabinen in unterschiedlicher Größe, aber alle mindestens in einer Größe, die sonst als Minisuite verkauft wird. Ich hatte für diese Reise (Kategorie OT2) die Kabine 7061, geräumig, mit begehbarem Kleiderschrank und Balkon mit Liege und zwei Stühlen.






Das Prosecco zur Begrüßung-Thema
Da ich keinen Schaumwein vertrage, ist für mich immer eine Frage, was eine Reederei zur Begrüßung – mit oder ohne Alternative – in der Kabine präsentiert. Außerdem finde ich grundsätzlich, dass die Selbstverständlichkeit von Alkohol für Erwachsene genauso hinterfragt werden sollte wie die Selbstverständlichkeit von Fleisch in Mahlzeiten, aber im Sinne von Wahlfreiheit für jede(n) Einzelne(n). Das Reisebüro meines Vertrauens kommuniziert das immer im Vorfeld und wir sind jedesmal gemeinsam gespannt, was wirklich passiert. Für mich ist das immer ein Neugierde-Thema bei ersten Betreten meiner Kabine und mittlerweile schon eine persönliche Mission, den bei vielen Reedereien bestehenden Glaubenssatz, dass Gäste immer (nur) mit Schaumwein feiern, durch mehr Vielfalt und Wahlfreiheit zu ersetzen und ein Verständnis zu erreichen, dass es auch besondere alkoholfreie Alternativen gibt. Und es gehört für mich auch zu guter Gastlichkeit, wenn es eine „schöne“ Alternative zum Schaumwein gibt und Reedereien statt von allen, die aus welchen Gründen auch immer den Schaumwein ablehnen, erwarten, im Sinne von „Ganz oder gar nicht“ die Absicht mit dem Schaumwein als ausreichende Tat zu akzeptieren. Für mich ist das eher respektlos und ich hoffe, daß Reedereien gleichwertige Alternativen zum Begrüßungsschaumwein in ihre Konzepte integrieren.

Auf dieser Reise wartete zwar eine Flasche Champagner zur Begrüßung in meiner Kabine, aber die hat der Kabinensteward auf meine Bitte ohne Probleme in eine Flasche Weißwein umgetauscht.
Was mir gefallen hat
1. Explora hält was es verspricht: wunderbaren Service, gutes Essen (incl. Kaviar und Hummer für die, die es mögen) und eine entspannte Reise. Die Crew ist freundlich, ich wurde nach Tagen öfter direkt mit Namen angesprochen, bekam Anrufe, um zu checken, ob die Lieferung des Kabinenfrühstücks ok war oder ob eine gedruckte Information des Guest Services bei mir angekommen war. Mein Kabinensteward Gayan war zauberhaft und in den Restaurants gab immer guten Service. Und dazu gehörten auch regelmäßige freundliche Nachfragen durch die Maitre D‘, ob alles passt und die Möglichkeit, auch auf kleinere Dinge hinzuweisen ohne den guten Service an sich zu kritisieren.
2. Das Essen an Bord ist wirklich wunderbar. Explora verzichtet auf ein großes Hauptrestaurant; stattdessen gibt es ein Büffet mit hervorragender Qualität im „Emporium Marketplace“ sowie weitere kleinere Restaurants wie das „Fil Rouge“, in dem es auch serviertes Frühstück gibt, den „Med Yacht Club“, in denen man die Reise über beliebig viele Reservierungen machen kann sowie das „Sakura“ und „Marble & Co Grill“, in dem man nur eine begrenzte Zahl von Reservierungen hat. Leider variert die Speisekarte nicht in kürzeren Abständen, so dass man – wenn man bestimmte Dinge (wie ich Fisch) nicht isst, nur eine geringe Varianz in der ausgewählten Speisenfolge hat. Da wäre, zumal bei längeren Reisen, etwas mehr Abwechselung schön. Aber alles ist lecker, hat eine hohe Qualität und wird mit gutem Service präsentiert.


















Und das Büffet „Emporium Marketplace“ auf Deck 11 ist wirklich ein wunderbarer Ort. Es gibt große Auswahl (für die, die es mögen auch Sushi und Fisch), es wird durch freundliches Personal an den Stationen bedient, Wokgerichte und Pasta werden wie Burger frisch zubereitet und man bekommt selbst Hilfe beim Transport der ausgewählten Gerichte zum Tisch angeboten. Und ich hatte nie ein Problem, einen freien Tisch zu finden, auf dem nach einem erneuten Gang zum Büffet auch wieder sauberes Besteck lag und auch das Bestellen von Getränken ist kein zeitaufwändiges Thema.



Das In-Suite-Dining ist 24 Stunden verfügbar, ist in rund 20 Minuten geliefert und man findet immer etwas aus einer kleinen Karte, sei weil man nach Ende der Restaurantzeiten aufs Schiff zurückkommt oder einfach mal Lust auf einen ruhigen Kabinenabend hat.

3. In den verschiedenen Bars kann man einer gut sortierten Karte nach dem passenden Cocktail oder einem anderen Getränk auswählen; allerdings ist die Varianz bei den Mocktails aus meiner Sicht noch ausbaufähig, da wären mehr als vier schön.



4. Wenn man im Explora Club ist, dann gibt es über die Reise hinweg immer wieder nette kleine Aufmerksamkeiten in der Kabine samt einem Moleskine-Buch mit Explora-Logo zum Abschied. Man fühlt sich durch die kleinen Gesten jedenfalls sehr gewertschätzt, das habe ich in dieser Intensität noch nicht erlebt.




5. Es gab an Bord neben vielen Musikangeboten in den Bars und abends in der großen Explora Lounge auch ein interessantes Enrichment-Talkangebot. Neben Hafenpräsentationen, die wirklich Geschichte, Land und Leute vorstellen und keine Ausflugsverkaufsveranstaltung sind, gibt es auch spannende Gäste. Auf dieser Reise war es Leo Rossi https://knightsofrock.com/about, der Teil der Crew u.a. von Fleetwood Mac war und einiges über den Rock der 70iger und 80iger Jahre erzählen konnte, auch über die Entstehung eines meiner Allzeit-Lieblingsalben „Rumors“.

6. Die Trinkgelder (Graduities) sind im Reisepreis enthalten und das Wort Trinkgeld wurde an Bord nicht mal erwähnt. Das fand ich sehr entspannend – und der Service war gut.
7. In den Häfen, wo das Schiff nicht ohnehin zentral in der Stadt liegt (wie in Lissabon), gibt es einen kostenlosen Shuttle in die jeweilige Stadt.
8. Die Reise war nicht „vollgepackt“ mit kurzen Hafenliegezeiten und vielen Häfen. Es war immer genug Zeit, die einzelnen Orte zu erkunden, was ich sehr angenehm fand, weil man z.B. auch in Ruhe frühstücken konnte ohne das Gefühl zu haben, zu wenig Zeit an Land zu haben. Mir hat das gutgetan und gefallen.

9. Es gibt keine große Bibliothek an Bord, aber in der Kabine finden sich ein paar Bücher in verschiedenen Sprachen. Sowas gefällt mir.
Was ich mir anders wünsche
1. Jede Reederei hat ein anderes System, damit man seine fälligen Zahlungen leisten kann. Explora übermittelt dazu einen Zahlungslink. Ich habe zwei Tage gebraucht, um nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich einen funktionierenden Zahlungslink zu bekommen. Das hat mich wirklich genervt und fühlte sich anders als guter Service an.
2. Wer an Bord beim Essen im Steakhaus telefoniert, hat die Kontrolle über seinen Urlaub verloren. Wer an Bord im Fil Rouge beim Frühstück Videokonferenzen macht, benimmt sich schlecht. So schön das gute Internet an Bord ist, es gibt immer noch schlechtes Benehmen, das man vermeiden sollte.
3. Wenn man einen so guten Service wie die Crew der Explora I liefert, dann ist alles Folgende Jammern auf sehr hohem Niveau, aber „Das Bessere ist der Feind des Guten“:
– In Casablanca hatte ich für den 1.Tag einen Ausflug über Explora nach Marrakesch gebucht. Die Meeting Time war 7.10 Uhr und damit jenseits der Frühstückszeiten. Hier hätte ich mir in den schriftlichen Informationen einen Hinweis dazu gewünscht, was die Möglichkeiten sind. Und am Treffpunkt in der Journeys Lounge wäre ein kleiner Stand mit Kaffee, Tee und ein paar Crossaints perfekt gewesen, zumal wir wegen Schwierigkeiten mit der Gangway über 30 Minuten Verspätung hatten, bis wir das Schiff wirklich verlassen hatten. Ansonsten war aber alles bestens organisiert und kommuniziert.

– Es gibt eine (Illy-)Kaffee- und Teezubereitungsmöglichkeit für den Early Morning Tea (oder Coffee). Der Tee „Palais du thea“ ist gut, allerdings war ich froh, dass ich auch etwas roten (Samowa) Tee dabei hatte, um einen Abendtee zu machen. Das Geschirr ist toll, aber auch einfach noch ein Becher wäre super. Und für Kaffee fehlt mir Milch. Und überperfekt wäre, noch jeden Tag einen Keks für den Morgentee zu haben, aber es gab ja an einigen Abenden ein kleines „frisches“ Gebäck-Betthupferl in der Kabine, was meinen Early Morning Tea verschönt hat. Hätte man alles beim Kabinensteward erfragen können, habe ich aber nicht getan.

– Es gibt keine „Nicht stören“- Schilder, die man draußen an die Kabinentür hängt. Aber ich brauchte etwas, um die Signale in der Kabine zu entdecken – und die Beschriftung ist schlimmstes Augenpulver, bei dem man sehr genau hinschauen muss, um den richtigen Schalter zu treffen. Das Design erlaubt offenbar nur extrem kleine Schrift ohne ergänzende Farbcodierung.


– In der Kabine stehen zwei Karaffen mit Wasser, eines davon soll „sparkling“ sein. In der Praxis waren die gesamte Reise über zwei verschiedene Karaffen mit stillem Wasser dort verfügbar, „sparkling“ gab es nur in der servierten Form in den Restaurants.
Tipps
1. Auch wenn man zum ersten Mal mit Explora reist, kann man mit einem Statusmatch https://explorajourneys.com/at/de/explora-club gleich einen höheren Level im Explora Club erreichen. Wer zum Beispiel bei Cunard den Diamond-Status hat, kommt so in den Explora-Level Gold und bekommt verschiedene Extras wie 5% auf zukünftige Buchungen oder einen kostenfreien Beutel für die Wäscherei. Wer also zum Beispiel bei Cunard mit all den Kürzungen und dem tatsächlichen statt des versprochenen Service unglücklich ist, kann mal ausprobieren, ob Explora tatsächlich das liefert was Cunard als „White Star Service“ (nur) verspricht.
2. Bei Explora ist vieles, das bei anderen Reedereien zusätzlich berechnet wird, bereits im Reisepreis inkludiert https://meilenoptimieren.com/explora-journeys-inklusivleistungen/. Deshalb kann es passieren, dass man bei der Ausschiffung (oder auch schon jenseits der Zahlung des Reisepreises) keine Zusatzkosten hat,was beim Preisvergleich die Reise weniger teuer sein lässt, als es beim ersten Blick auf die Preise vermuten lässt. Wer auf Frühbucherangebote oder andere Rabattaktionen achtet, kann ebenfalls den bezahlten Reisepreis deutlich senken und bekommt so ein wirklich gutes Angebot für einen vergleichbaren Betrag, den man anders für weit weniger Service und Genuss auch zahlen müsste.
Regelmäßige Informationen
1. Ein Getränkepaket gibt es nicht und ich war mit den im Reisepreis inkludierten Getränken sehr zufrieden, incl. der offenen Weine, Cocktails und einem japanischem Bier (Sapporo).
2.Das britische StartUp Cruise Globe https://thecruiseglobe.com/ bietet (kostenfrei) die Möglichkeit, mit Echtdaten in der App alle eigenen Kreuzfahrten ab 2004 zu dokumentieren. Man kann für jede Reise auch Karten in verschiedenen Größen oder Fotobücher kaufen. Es ist eine Reedereiunabhängige gute Möglichkeit, um besondere Reiseerinnerungen zu sammeln. Das sieht für diese Reise zum Beispiel so aus:





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