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Es ist fast schon eine kleine Tradition bei mir geworden, rund um den 3.Oktober ein neues Schiff von Mein Schiff zu testen. Diese Reise war für mich der Test der 2025 in Dienst gestellten Mein Schiff Relax mit einer Kurzreise ab/bis Kiel auf der Ostsee. Die drei Häfen dieser Reise sowie die Ostsee generell  habe ich schon öfter im Rahmen anderer Reisen besucht. Aber durch frühe Buchung gab es auch die Gelegenheit, die neuen Einzel-Balkonkabinen zu testen. Und eine Woche Auszeit Ende September ist immer schön, zumal wenn das Wetter mitspielt.

Die Reise

Da ich am Freitag Abend lange im Büro war, um vor der Woche Urlaub noch einiges vom Schreibtisch zu kriegen, konnte ich mich erst am Sonnabend vormittag um die letzten Reisevorbereitungen – wie den Koffer zu packen – kümmern und bin deshalb später als ursprünglich geplant zum Bahnhof gekommen. So bin ich mit dem RJ 382 – einer Verbindung von Ceske Drahy von Prag nach Kopenhagen – von Südkreuz nach Hamburg gefahren. Die eigentlich komfortablen 38 Minuten zum Umstieg im Hamburger Hauptbahnhof in den RE nach Kiel haben sich „aufgrund einer Verspätung im Ausland“, die in Dresden nochmal größer wurde, am Ende in Hamburg auf 8 Minuten reduziert, was am Hauptbahnhof bei einer kaputten Rolltreppe aufwärts am Gleis 5 und einer fehlenden abwärts am Gleis 7 mit dem Weg zum RE am einen Ende des Bahnsteigs ein kleines Workout war, das dann im vollen RE nochmal mit zusätzlichen Treppen im eingesetzten Wagen garniert wurde. Der Zug fuhr dann in Hamburg 10 Minuten später los „wegen eines durch einen voraus fahrenden Zuges besetzten Gleises“ und hat die Verspätung bis Kiel nicht mehr aufgeholt.

Deshalb habe ich statt der gut möglichen Fahrt mit dem ÖPNV zu meinem Hotel lieber ein Taxi genommen, in meinem Hotel Steigenberger Conti Hansa schnell eingecheckt und das Gepäck im sehr schönen Zimmer deponiert, denn ich hatte rechtzeitig für den Abend einen Tisch im Restaurant Skai im Schwedenkai reserviert.

Das Hotel ist 5 Minuten zu Fuss vom Kreuzfahrtterminal entfernt
Das Skai https://skai-kiel.de/ bietet beste Küche und hervorragenden Service
Und es gibt von der Terasse einen schönen Blick auf Kiel
Kiel Bootshafen

Es gibt eine Debatte darüber, wie Hafenstädte von Kreuzfahrtanläufen profitieren. Für Hamburg und Warnemünde liegen Studien vor, wie viel die Städte von den Anläufen profitieren, gerade, wenn dort ein Gästewechsel stattfindet. Viele reisen am Vortag an, übernachten und konsumieren vor Ort.

Durch den Fährdienst der Colorline-Fähren nach Oslo hat Kiel Erfahrungen mit Gästen, die dort einschiffen  (und eine entsprechende touristische Infrastruktur) sowie eine steigende Zahl von Anläufen von Kreuzfahrtschiffen. Leider ist die Bahnverbindung nicht so komfortabel wie für Hamburg, aber man kann auch pre- oder after-Cruise eine gute Zeit in Kiel haben, was auch Geld vor Ort für mehr als Taxis, Busse oder Hotels lässt. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/kreuzfahrten-in-kiel-2026-voller-hafen-weniger-emissionen,kreuzfahrt-144.html

Kiel war mir von zwei Cunard Reisen ab Kiel 2022 und 2024 aufgrund der Probleme bei der An- und Abreise in durchwachsener Erinnerung – aber das war auch  dem Fehlen eines guten Shuttleservice zum Bahnhof geschuldet und der Tatsache, dass zur Ausschiffungszeit zuwenig Taxis zur Verfügung standen und 2024 (zu) lange, schlecht gemanagte Schlangen beim Check-in im Terminal zu langen Wartezeiten geführt haben. Mein Schiff ist da deutlich besser organisiert, es gibt Shuttlebusse für 5 € (Hälfte des Taxipreises) vom und zum Hauptbahnhof und beim Einchecken gibt es in den Zeitfenstern Schlangenmanagement. Es hat  für mich 45 Minuten vom Kofferabgeben bis zur Kabinentür gedauert – und das meine Kabine fertig ist, habe ich direkt per sms erfahren.

Ein erster Blick vor dem Frühstück im Hotel auf die Relax – und nebenan liegt noch eine AIDA

Das Hotel hatte ich auch ausgesucht, weil es zu Fuss von dort weniger als 5 Minuten bisczum Kreuzfahrtterminal braucht. So habe ich am Sonntag morgen entspannt gefrühstückt, meinen Koffer und den Rucksack im Hotel aufbewahren lassen und bin bei bestem Sonntagswetter entspannt an der Kiellinie entlang gebummelt.

Umkleiden an der Kiellinie https://de.wikipedia.org/wiki/Kiellinie_(Kiel)
Teil der Installation „Ich packe meinen Koffer“ an der Kiellinie https://www.frsh.de/artikel/ausstellungseroeffnung-ich-packe-meinen-koffer

Um kurz vor zwei habe ich dann mein Gepäck im Hotel abgeholt und bin aufs Schiff gewechselt.

Da meine Kabine schon fertig war, habe ich mein Handgepäck dort abgeladen und ein spätes Mittagessen im Harbour Market genossen, wo es zwar gut gefüllt war, aber auch genug freie Tische gab. Meinen Nachtisch mit Kaffee wollte ich im Freien nehmen, aber auf Deck 16 und 17 waren die meisten schönen Plätze schon mlt Leuten belegt, die mit einem Cocktail in der Nachmittagssonne ihren Urlaub begannen.

Die Außenplätze beim Harbour Market
Meine Musterstation: La Cage

Nach der Sicherheitsübung, für die man bei Mein Schiff in einem Zeitfenster an seiner Musterstation in kleinen Gruppen live das Anlegen der nicht in der Kabine gelagerten Rettungsweste vorgeführt bekommt, war schon Zeit für das Auslaufen durch die Kieler Förde.

Ciao Kiel
Vorbei am Leuchtturm
U-Boot-Ehrenmal https://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Ehrenmal_M%C3%B6ltenort
Bei Laboe war der Mond aufgegangen
Frühstück im Atlantik in Bedienung auf Deck 5
Sonnenaufgang am 1.Seetag
Vorbei an Rügen

Für den 1.Seetag hatte ich mir zwei Spaanwendungen gebucht und war ansonsten beschäftigt mit süßem Nichtstun.

Blick aufs Meer im Spa
Warten mit Tee
Oder auch Anwendung im Innenbereich

Am nächsten Tag waren wir früh am Morgen beim ersten Stop dieser Reise.

Sonnenaufgang vor Gdynia

Der erste Hafen war Gdynia https://de.wikipedia.org/wiki/Gdynia. Seit 2025 gibt es in Polen ein Verbot des Fotografierens von sicherheitsrelevanter Infrastruktur, weshalb ich auf Fotos des  Industriehafen in  Gydinia verzichte.

Ich war vor zehn Jahren auf einer Gedenkstättenfahrt in Danzig – und habe auf dieser Reise mit 40 anderen Gästen in einem Ausflug einen Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Stutthof mit einen Besuch von Danzig in acht Stunden komprimiert wiederholt- was damals eine Reise in mehreren Tagen war.

https://stutthof.org/de/historia-muzeum/

Ein solcher Besuch lässt die Grausamkeit dieser Verbrechen der Nazis gegen die Menschlichkeit und die Entmenschlichung ihrer Opfer spürbar werden.

Vor dem Lager die SS-Kommandatur
Barracken hinter Stacheldraht
Ausbeutung der Arbeitskraft
Die „sanitären Anlagen“
Am Krematorium
Erinnerung an die Opfer aus verschiedenen europäischen Staaten
Die kleine Gaskammer neben dem Krematorium
Das Mahnmal für die Opfer
Gleich neben dem Lager eine Fabrik der Deutschen Ausrüstungswerke (DAW): Die SS betrieb direkt auf bzw. unmittelbar neben dem Lagergelände Werkstätten der Deutschen Ausrüstungswerke. Gefangene mussten hier unter brutalen Bedingungen Ausrüstungsgüter, Holzerzeugnisse, Metallteile, Uniformen und Schuhe für das deutsche Militär herstellen und reparieren

Nach diesem beeindruckenden Besuch ging es mit dem Bus eine Stunde nach Danzig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Szkarpawa_(Stegna)

In Danzig https://de.wikipedia.org/wiki/Danzig gab es zunächst eine kompakte Stadtführung, die am grünen Tor begann.

Und dann weiter über den Langen Markt mit seinen schönen alten Fassaden führte

Neptunbrunnen https://de.wikipedia.org/wiki/Neptunbrunnen_(Danzig)
Rechtsstädtisches Rathaus https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtst%C3%A4dtisches_Rathaus
Mittagspause am Kanal
Frauengasse, auch die Filmkulisse für „Die Blechtrommel“ und „Die Buddenbrooks“
Marienkirche
Grünes Tor

Ich hatte mich nach der Mittagspause für das Herumbummeln in der Altstadt auf eigene Faust und in meinem eigenen Tempo entschieden. Ich habe das Gefühl, die Stadt zu kennen, seit ich in der Oberschule die Romane von Günther Grass gelesen habe. Für eine Erkundung dieses Danzigs https://www.berliner-zeitung.de/article/guenter-grass-und-die-liebe-zu-danzig-81018 blieb dieses Mal genauso wenig wie die Geschichte des 20.Jahrhunderts, die sowohl für Polen wie für Deutschland eng mit dieser Stadt verbunden ist.

Reisenberg Travel in Danzig

Zum Abschied aus Polen gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang, den ich natürlich nicht fotografiert habe weil der Hafen zu sehen gewesen wäre.

Der folgende Seetag war für mich sehr ruhig – und das brauchte ich auch um die Eindrücke des Tages in Polen zu verarbeiten.

Unterwegs Richtung Kopenhagen

Der zweite Hafen dieser Reise war Kopenhagen.

Ocean Terminal Kopenhagen

Ich hatte mich dieses Mal für einen Ausflug zum Schloss Kronborg entschieden. Dieses Mal war es eine kleine Gruppe von 11 Personen, die sich für diesen Ausflug entschieden hatte.

Auf der Hinfahrt ging es durch Hellerup, an der Brauerei Tuborg vorbei und auf dem Strandvejen Richtung Helsingör an der engsten Stelle des Öresund.

Am Strandvejen Richtung Schloß Kronborg
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Kronborg
Shakespear war zwar nie in Kronborg, hat das Schloß aber geschildert wie es ist
Schloßhof
Tor von Frederick II
Frederik II und seine Frau Sophie von Mecklenburg https://de.wikipedia.org/wiki/Sophie_von_Mecklenburg_(1557%E2%80%931631)
Das dänische Reich zu Zeiten Fredericks
Kanzlei
Schlafzimmer von Sophie
Wohnzimmer von Sophie. Hier spielt die Szene, in der Hamlet den Mann hinter dem Vorhang umbringt
Festsaal

Nach der Führung durch das Schloss konnte man freie Zeit verbringen – durch die Stadt bummeln oder am Hafen den dortigen neuen Kulturort erkunden.

HAN Skulptur im Hafen von Helsingör
https://www.visitcopenhagen.de/kopenhagen/reiseplanung/die-kulturwerft-kulturvaerftet-gdk620661

Man erreicht Helsingör https://de.wikipedia.org/wiki/Helsing%C3%B8r auch mit dem Zug ab Kopenhagen und kann dort gut einen kulturell reichhaltigen Tag verbringen.

Wir sind mit dem Bus über Kopenhagen zurück zum Schiff gefahren und damit war diese Reise schon fast wieder vorbei.

Mein Schiff Relax in Kopenhagen

Koffer packen, die Ausfahrt aus Kopenhagen, ein letzter Abend an Bord.

Durch den Öresund an Helsingborg vorbei
Ankunft in Kiel am frühen Morgen
Ein letztes Frühstück an Bord
Mit dem Shuttle zum Hauptbahnhof

So endete diese Reise am Freitag morgen in Kiel. Ich bin mit dem RE 7 nach Hamburg gefahren – und der Zug war zum Glück nicht so überfüllt wie bei der Hinfahrt. Im Hamburg habe ich noch einen Stopover gemacht, bin zwei Nächte in meinem Lieblingshotel, dem 25h Hafencity geblieben und habe zwei Dinge gemacht, die ich schon immer mal in Hamburg machen wollte.

Binnenalster

Am Freitag Nachmittag war ich zur Kosmetik im Nivea-Haus – das Angebot sagte mir vom Preis-Leistungsverhältnis mehr zu als das an Bord der Mein Schiff Relax.

Für den Sonnabend-Nachmittag war es mir gelungen, endlich mal eine Reservierung für eine Teatime im Eaton Place zu sichern – und es ist ein wunderbarer Ort mit einer sehr besonderen Teatime.

https://www.eaton-place.de/

Am Abend gab es noch ein Konzert des Cleveland Orchestra mit Franz Welser-Möst in der Elpi.

So hatte ich noch einen schönen After-Cruise-Stay in Hamburg und bin am Sonntag morgen mit dem Zug, dieses Mal pünktlich und etwas mehr Gepäck durch meinen kleinen Einkaufsbummel am Freitag sehr gut erholt zurück nach Berlin gefahren.

Das Schiff

Ohlings-Channel über die MS Relax

Das Konzept der Mein Schiff Relax setzt auf mehr  Grösse, mehr Wellness und Wohlfühlen – zumindest im Konzept, wozu sehr unterschiedliche Positionen der Reisenden in den einschlägigen Facebook-Gruppen zu finden sind. https://www.welt.de/reise/article695bba07b0086aa64be6f435/mehr-wellness-als-je-zuvor-warum-entspannung-auf-diesem-kreuzfahrtschiff-jetzt-prioritaet-hat.html

Casino und Lounge
Der Poolbereich – auf dieser Reise gab es immer noch in diesen Bereichen einen unerfreulichen Geruch, der an das Innere eines Kanals erinnerte
Kleinigkeiten am Pooldeck

Die 2025 in Dienst gestellte Mein Schiff Relax hat 19 Decks,  Platz für bis zu 3.984 Passagiere und damit um die 1.000 Passagiere mehr an Bord als die Mein Schiff 1-7. Sie soll – wie ihr Schwesterschiff, die 2026 in Dienst gestellte Mein Schiff Flow –  neben dem deutschsprachigen Markt auch weitere Märkte erschließen. Das Buffetresturant heißt Harbour Market statt Ankelmannsplatz und es hat kein Fischrestaurant mehr,  das Tag-und-Nacht-Bistro ist jetzt das Mein Schiff-Bistro, es gibt neue Restaurant-Angebote wie das Bistro Sur Mer und den Griechen Dionosys, es gibt ein (zuzahlungspflichtiges) Burlesquetheater La Cage und  die spektakulären Cocktails in der Captains Bar sind von einer Bar-Weltmeisterin kreiert, aber zuzahlungspflichtig.

Das Tag-und-Nacht-Bistro auf Deck 4 heißt hier Mein Schiff Bistro und ist 24 Stunden lang immer eine gute Adresse für eine Kleinigkeit
Das Steakhaus ist hier im nordischen Stil und heißt Höfte

Das Atlantikrestaurant – auf Deck 4 und 5 – liegt wieder am Heck des Schiffes und Partys wie die White Night finden auf der Agora und nicht mehr am Pooldeck statt.

Doku über die Jungfernfahrt der Mein Schiff Relax

Die Kabine

Alleinreisende, die gerne einen Balkon wollen, müssen in der Regel eine Balkonkabine zur Einzelbelegung buchen. Eine Einzelkabine mit Balkon wird von Mein Schiff ab der Mein Schiff 7 angeboten, es gibt allerdings nur wenige. Meine Einzelbalkonkabine 11022  liegt am Bug des Schiffes und ist im Nichtraucherbereich.

Mein Schiff ist eine der letzten Reedereien, auf deren Schiffen man noch auf dem Balkon rauchen kann, aber zum Glück gibt es mittlerweile Nichtraucherbereiche, damit man nicht das Pech hat, dass der Rauch von der Nachbarkabine die Seeluft weniger angenehm macht – oder man eben auf dem eigenen Balkon rauchen kann, wenn man will.

Man sollte eh beim Buchen einen Tarif wählen, bei dem man die Kabine frei wählen kann, um die besten Kabinen der jeweiligen Kategorie ohne bekannte Macken auszusuchen – in dem bei Mein Schiff genannten PUR-Tarif bekommt man kurz vor der Reise eine Kabine zugeteilt, was regelmäßig zu Beschwerden in den einschlägigen Facebookgruppen gerade von Rauchern führt, die sich um ihr „freies Recht zu Rauchen“ betrogen fühlen, aber das Recht (und die steigende Nachfrage) von Nichtrauchenden gerne übersehen, zumal bei den meisten Reedereien Rauchen auf dem Balkon längst verboten ist und nur noch in wenigen ausgewiesenen Raucherbereichen erlaubt ist

Kabine 11022

Die Kabine ist klein, man hat kein Sofa, sondern nur das Bett, das aber so angeordnet ist, das man direkt auf den Balkon und das Meer schaut. Der Stauraum ist wenig, der Schrank ist extrem schmal und hat wenig Raum, um Dinge zu hängen. Es gibt aber drei große Schubladen, in die jeweils sogar drei Packtaschen nebeneinander passen und zwei kleine Schränke, einmal am Bett und einmal am Schreibtisch. Meine Sachen für die Reise sind alle gut und übersichtlich untergekommen.

Mir ist „zuwenig“ Kissen am Bett, es könnte für mich ruhig ein zweites, vor allem aber dickeres sein. Und mir fehlt der Plastikschutz, damit man den Koffer fürs Ein- und Auspacken gut aufs Bett legen kann

Mir fehlt in dieser Art Kabine ein kleines mobiles Tischchen, auf man z.B. die Kaffeetasse am Morgen oder ein Glas Wasser in Griffhöhe abstellen kann, da hilft die Abstellfläche auf dem Kopfende des Bettes wenig. In dem ohnehin zu schmalen Schrank sollte man mindestens auf den auf untersten an der Schrankinnenseite montierten Korb verzichten, dann könnte man nämlich die Safetür auf der ganzen Breite nutzen.

Der Schrank ist sehr schmal, er hat zu viele Bügel und der Tresor lässt sich wegen des untersten Korb nicht gut öffnen

Das Badezimmer ist klein, hat drei Ablageflächen und eine Dusche. Die Ablagefläche im Bad ist ausreichend, aber der Platz zum Stehen vorm Waschbecken begrenzt und der in der Dusche zeitweise ebenfalls. Die Tür geht dort nämlich nur nach innen auf, was nach der Dusche etwas tricky ist, wenn man sich nicht einen blauen Fleck im Rücken holen will, weil man an den Haltegriff stößt – oder man duscht mit offener Tür.

Das Essen

Da ich von Lesenden direkt gefragt wurde, präsentiere ich hier auch in Zukunft einige Bilder und Infos zum Essen.

Auf der Mein Schiff Relax gibt es ein inklusives griechisches Restaurant fürs Mittag- und Abendessen, bei dem es immer auch kleine Warteschlangen gibt. Ich habe die Gelegenheit ohne Schlange genutzt. Das Essen war ganz gut, bis auf das, was als Gigantes-Bohnen-Vorspeise angeboten wurde, was eher irgendwie nach gewürzten Baked Beans schmeckte und nicht nach den weißen Bohnen in Tomatensauce, die ich erwartet hatte.

Eines der aufpflichtigen Restaurants ist das Chalet, das alpenländische Gerichte anbietet. In diesem Restaurant sind viele der Getränke inklusive, das Essen muss bezahlt werden. Ich hatte es als Auftakt für meinen Besuch des La Cage reserviert und war mit dem Essen wie dem Service sehr zufrieden.

Brotkorb im Chalet
Ein sehr leckerer Nüssli Salat

Das klassische Bedienrestaurant an Bord von Mein Schiff ist das Atlantik. Es ist inklusive und zu den beliebten Essenszeiten ab 18 Uhr kann es schon mal längere Warteschlangen geben, bis man einen Tisch bekommt. Man wählt am Mittag und Abend  aus einer täglich wechselnden Karte aus und bekommt (meist) gutes Essen, das auch ansprechend präsentiert wird.

Tisch mit Brotkorb zum Abendessen im Atlantik
Schinken mit Melone

Im Atlantik wird auch Frühstück angeboten, einmal als Büffet, einmal mit Bedienung.

Frühstück im Atlantik – Büffet Deck 4
Das Büffet zum Frühstück ist hier in eine Ecke gedrängt und ziemlich wuselig
Frühstück im Atlantik Deck 5 in Bedienung
Man hat einen Brotkorb, Marmelade und Butter am Tisch, alles andere wird gebracht

Neu an Bord ist auch das inklusive französische Restaurant Sur Mer im Bistro-Stil, das Frühstück, Mittag- und Abendessen anbietet. Ich war an einem Abend dort und zufrieden.

Dreierlei Schokomousse

Neben dem Harbour Market gibt es das italienische Restaurant Osteria mit Pasta und Pizza, in dem einige Gerichte inklusive und einige zuzahlungspflichtig sind.

Pizza und Pasta in Bedienung

Das Steakhaus auf der Mein Schiff Relax heißt nun Hofde und ist im nordischen Stil. Das Essen ist sehr fein und der Service sehr gut.

Hofde Steakhaus
Schon das Brot vorab ist besonders und anders als in den anderen Restaurants
Alkoholfreier Cocktail in der Streetart Bar

Was war besonders?

An Bord der Mein Schiff Relax gibt es neben dem frei zugänglichen Entertainmentangeboten im Theater oder der Blauen Flora ein Burlesque-Thearer im La Cage in kleiner Bar Atmosphäre, das zuzahlungspflichtig ist. Ich fand die Show das Geld wert.

Cocktail im La Cage

Das Prosecco zur Begrüßung-Thema stellt sich bei Mein Schiff nicht, denn dort gibt es kein entsprechendes Standardgeschenk in der Kabine, aber dank des Inklusivkonzeptes holt man sich einfach etwas an einer Bar der eigenen Wahl.

Das Reisebüro meines Vertrauens hat mich mit einem Kabinengruß zum Start erfreut. Dabei ist die Präsentation noch verbesserungsfähig. Die Erdbeeren beim Obstteller waren „angedetscht“, es fehlte ein Obstmesser und warum die Haube auf den Pralinen war, hat sich mir nicht erschlossen.

Die Pralinen habe ich gerne mit einem Kaffee aus der Nespressomaschine in Ruhe am Balkon genossen

Was mir gefallen hat

1. Zwei Wochen vor dem Beginn der Reise habe ich – nachdem der Online-Checkin erledigt war – neben dem Schiffspass und den Gepäckanhängern auch ergänzende, gut aufbereitete Informationen zur Ein- und Ausschiffung incl. der Zeiten für die Abgabe des Gepäcks und des Shuttle vom/zum Bahnhof bekommen. Und sogar ein Zettelabschnitt mit Reisedaten und Notfalltelefonnummer für die Daheimgebliebenen war dabei. Das wünsche ich mir auch von anderen Anbietern.

2. Mein Schiff hat ein flexibles Ein- und Ausschiffungskonzept. Man bucht entweder gegen Aufpreis einen Early Check-In und kann ab 9.00 Uhr die öffentlichen Bereiche nutzen oder geht in seinem gebuchten Zeitfenster ab 13 Uhr an Bord. Beim Ausschiffen muss man die Kabine bis 9 Uhr verlassen haben, auf dem Schiff kann man sich noch bis 11 Uhr in den öffentlichen Bereichen aufhalten. So gibt mehr Flexibilität und Zeitsouveränität, wie man vom Schiff geht und das Ganze entzerrt sich besser.

3. In allen öffentlichen Toiletten sind automatische Türöffner eingebaut, so dass man mit gewaschenen Händen keine Klinke anfassen muss, bei der man nicht sicher weiß, ob andere auch das Händewaschen praktizieren – und man weiß, dass es solche Menschen gibt, wenn man in einer Kabine sitzt und hört, wie andere gehen…

Was ich mir anders wünsche

1. Das Serviceverständnis der Crew entspricht nach meinen Erfahrungen leider nicht bei allen dem gerne auch vom Kreuzfahrtdirektor proklamierten hohen Serviceverständnis.

Meine Kabinenstewards haben Handtuchtiere produziert, die in einer Kabine ohne Sofa noch weniger Sinn machen als sonst. Dafür gab es gerade am Anfang nicht geleerte Mülleimer der Vorgänger oder stehen gebliebene Putzutensilien.

Im Spa gab es in der Anmeldung Personen, die jeden Ankommenden freundlich begrüßten und andere, die sich beim  Gespräch mit einer Kollegin gestört fühlten.

Die Bedienung in den inklusiven Restaurants war offenbar nicht in erforderlicher Anzahl geplant, weshalb es teilweise länger dauerte einen Tisch zu bekommen, weil niemand Zeit hatte, die mittlerweile freigewordenen Tische abzuräumen und neu einzudecken.

Generell war der Servive ok, aber er war nicht so herausragend wie behauptet.

2. Man hat auf der Kabine eine Nespresso Maschine und täglich eine Kapsel pro Person inklusive. Ich brauchte etwas länger, um zwischen Lungo und Espresso zu unterscheiden, zumal morgens.

Tipps

1. Sonnabends und Sonntags sind in Hamburg (und Kiel) häufig Gästewechsel auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen, die für gut ausgelastete Fernzüge ab Hamburg Hauptbahnhof am Vormittag sorgen. Es empfiehlt sich eine Platzreservierung. Ich persönlich zahle – zumindest für Strecken wie Hamburg – Berlin – lieber etwas mehr für ein passendes Flexticket, buche aber meist die Reservierung zur Sicherheit weit früher als das  Ticket. Wenn ich dann weiß, welchen Zug ich ohne Stress bekomme, dann buche ich auch mal ein kurzfristiges Supersparticket, dass etwas günstiger ist.

2. Es lohnt sich, ein paar Euro in Plastikhüllen für die auszudruckenden Gepäckanhänger zu investieren statt diese mit Klammern oder Tesa am Koffer anzubringen. Manche investieren einmalig mehr in das Klebeband als die mehrfach verwendbaren Plastilhüllen bei Amazon von verschiedenen Anbietern kosten.

Regelmäßige Infos

1. Aufgrund des (Fast)-All-Inklusive-Konzeptes bei Mein Schiff gibt es (zum Glück) keine Entscheidungen über Getränkepakete. Ich habe aber ein Paket „Erlebnismomente“ für 119 € gebucht, in dem der Besuch des La Cage und ein 3-Gang-Menü im Hofde-Steakhouse inkl. Getränke (die hier alle separat abgerechnet werden) als Pauschale angeboten werden, die günstiger als die Einzelbuchungen sind. Ausserdem war ich einmal im Chalet, wo viele der Getränke inklusive sind und habe für die (sehr leckere) Vorspeise und das Hauptgericht zusammen 31,80 € bezahlt.

2.Das britische StartUp Cruise Globe  https://thecruiseglobe.com/ bietet (kostenfrei) die Möglichkeit, mit Echtdaten in der App alle eigenen Kreuzfahrten ab 2004 zu dokumentieren. Man kann für jede Reise auch Karten in verschiedenen Größen kaufen. Es ist eine Reedereiunabhängige gute Möglichkeit, um besondere Reiseerinnerungen zu sammeln. Das sieht für diese Reise zum Beispiel so aus:

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