Ich will zum ersten Mal eine #Kreuzfahrt buchen. Welche #Tipps gibt es dazu von denen, die das öfter machen ? #cruiseblogger #cruise #mappedmycruise #ErstesMal

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Warum überhaupt eine Kreuzfahrt?

Kreuzfahrten scheinen in bundesdeutschen Debatten über Urlaub der neue Ballermann und ein Thema mit vielen Emotionen zu sein. Gerade im Juni 2026 gab es angesichts des 30-jährigen Jubiläums von AIDA und der Berichte über diesen gerade – auch im deutschsprachigen Raum – stark wachsenden Teil des Reisemarktes insbesondere in den Sozialen Medien polarisierte Schwarz-Weiß-Debatten, die wie so oft extrem verkürzt Kreuzfahrten generell verdammen oder sie als beste aller Urlaubsformen preisen.

Kreuzfahrten sind für viele ein Traumurlaub  und so wie es sehr viele verschiedene Formen gibt, überhaupt Urlaub zu machen, so gibt es auch nicht „die“ Kreuzfahrt, genauso wenig wie es „das“ Hotel oder „die“ Reise gibt. Gab es vor 20 Jahren noch rund 200.000 Passagiere, die in Deutschland  eine Kreuzfahrt begannen, waren es 2025 schon rund 1,5 Millionen Passagiere. Auf jeden Fall ist das Produkt Kreuzfahrt derzeit das mit den höchsten Wachstumsraten im Reisemarkt. Besonders grosse Zuwächse gibt es dabei bei den Flusskreuzkreuzfahrten.

Dabei gehen die Kreuzfahrtanbieter von einer weiter steigenden Nachfrage aus. Nach Angaben des  „Cruise Industry News Annual Report 2026“ soll die weltweite Kreuzfahrt-Flotte bis 2037 von aktuell 459 auf etwa 540 Schiffe wachsen. Neben der Zahl der Schiffe steigt weltweit auch die Passagierkapazität: von rund 36 Millionen Reisenden zu Beginn dieses Jahres auf nahezu 50 Millionen im nächsten Jahrzehnt.

Kreuzfahrten in der Form von Vergnügungsreisen gibt es seit Ende des 19.Jahrhunderts. Am 22. Januar 1891 startete in Cuxhaven das Dampfschiff „Augusta Victoria“ nach einer Idee des Hamburger Reeders Albert Ballin zu einer zweimonatigen reinen Vergnügungsreise ins Mittelmeer. Seitdem hat die Reiseform Kreuzfahrt viele Veränderungen erlebt, wobei das AIDA-Konzept des „Cluburlaubs auf See“, das 1996 mit der ersten Reise startete, für den deutschsprachigen Markt das Produkt „Kreuzfahrt“ massenfähig und attraktiver für Familien und jüngere Zielgruppen machte. Dabei konnte das heute noch in Rostock ansässige Unternehmen auf die Erfahrungen der Deutschen Seereederei mit deren Ferienschiffen  und auf die Erfahrungen des Partners P&O-Cruises aufbauen. Heute ist AIDA genauso wie P&O, Costa Cruises oder auch Cunard (und einige andere Marken) Teil der us-amerikanischen Carnival Corporation, dem weltweit grössten Kreuzfahrtanbieter. Und neben kleineren Reedereien wie nicko Cruises sind auch Mein Schiff, die Kooperation von TUI mit dem zweitgrössten Kreuzfahrt-Konzern, der Royal Caribbean, und MSC, die Kreuzfahrttochter der Schweizer Frachtschiffreederei, am deutschsprachigen Markt bekannt und aktiv. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit einer anderen Reederei zu reisen, seien es grosse wie die  Norwegian Cruise Line (NCL) oder Royal Caribbian genau so wie Virgin Voyages, Explora, Hapag Llyod oder Silversea. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend und soll auch nur den Eindruck über die vielfältigen Angebote, aus denen man das für eine/n selbst passende wählen kann, illustrieren. Und das sind nur die Anbieter von Hochseekreuzfahrten. Dazu kommen noch zahlreiche Anbieter von Flusskreuzfahrten wie  VIVA Cruises  oder die vielen anderen Anbietern für Reisen vor allem auf dem Rhein und der Donau, aber auch der Seine, der Rhone oder dem Douro in Europa.

Und nein: niemand muss eine Kreuzfahrt buchen. Aber: man darf eine Kreuzfahrt buchen. Und weil es bei dieser Vielfalt von Möglichkeiten gut ist, sich zu informieren, habe ich in diesem Beitrag einige meiner Erfahrungen zusammen gefasst.

Kreuzfahrten gehören bei vielen zu den Dingen, von denen man lange träumt. Um Enttäuschungen zu vermeiden, hilft es, sich vorher darüber klar zu werden, was für eine/n selbst wichtig ist. Und bevor man in das „Weihnachts-Dilemma“ kommt (man hat ungeheuer starke Erwartungen darüber, wie das perfekte Weihnachten ist und ist dann frustriert, dass die Realität doch nicht so wie in den Hochglanzmagazinen oder verklärten Erzählungen ist), hilft auch hier ein entspannter Ansatz. Kreuzfahrten sind nie perfekt, aber wenn man weiß, was man warum mag und wie viel es einer wert ist bzw. sein kann, dann hat man die Chance auf schöne Tage. Und wenn man es selbst nach der ersten Reise nicht mag, dann kann man noch (vielleicht gemeinsam mit erfahrenen Kreuzfahrer/innen) überlegen, ob es an der Auswahl der Reise selbst, der eigenen aktuellen Lebensphase oder einfach daran liegt, dass man lieber anders Urlaub macht.

Und warum mache ich gerne seit 2017 so Urlaub? Bei mir hat sich das entwickelt und ich blogge seit 2023 u.a. auch über meine Reisen, weil ich einiges aus meinen eigenen Erfahrungen (und den Erfahrungen und Tipps anderer) gelernt habe und immer wieder lerne. Ich habe mittlerweile eine ziemlich klare Vorstellung dazu, was mir gut tut und wie mein persönlich aktuell passendes gutes Preis-Leistungsverhältnis aussieht. Ausserdem habe ich immer noch viele Ideen, was ich gerne ausprobieren möchte und ich versuche auch jedes Jahr etwas für mich Neues auszuprobieren. 

Meine persönlichen Reiseprinzipien – Something old, something new, something remembered, something challenging

Bei Meike Winnemuth habe ich in Ihrem Buch „Eine Seite noch“ gelesen, was die New York Times als Sommerchallenge für Lesende propagiert. Das Vorgehen passt zu dem, was ich für meine Urlaubsplanung im  Jahr zu berücksichtigen versuche:

– Eine Reise zu einem für mich neuen Ziel, an mindestens einen Ort, wo ich noch nie war

– Eine Reise mit einem für mich neuen Veranstalter, Bahngesellschaft, Hotel, einer neuen Reederei oder einem neuen Schiff

– Eine Reise mit Vergangenheitsbezug, an einen Ort, mit dem ich gute Erinnerungen verbinde

– Eine Reise, mit der ich mich etwas traue, oder nochmal etwas versuche,  mit dem ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe

– Eine Reise von meiner persönlichen (ziemlich langen) Bucketlist

Manche meiner Reisen fallen unter mehr als ein Prinzip. Da ich übers Jahr auch mal kurze Reisen übers Wochenende mache, funktioniert das im Rückblick übers Jahr bei mir ganz gut – und ich bleibe nicht nur bei Bekanntem und Bewährten, sondern offen für Neues.

Bei https://thecruiseglobe.com/ hat man einen schönen Überblick über die eigene Kreuzfahrt-Reisehistorie. Das sieht zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages seit 2017  für mich so aus:

Wer über mehr über meine Kreuzfahrten seit 2023 nachlesen möchte, findet hier alle veröffentlichten Beiträge

Und ich mag den Blick aufs Wasser und die Sonnenauf- und -untergänge, die einfach nur schön sind. Für mich verbindet die Reiseform Kreuzfahrt das Bekannte (auf dem Schiff weiss man, was eine/n erwartet) mit dem Neuen einer Reise zu verschiedenen Orten, bei der das Hotelzimmer dabei ist. Mehr zu meinen ersten Erfahrungen habe ich schon mal in diesem Blogbeitrag aufgeschrieben:

Was sollte ich vor der Buchung überlegen?

Ich selber habe zwar schon lange (seit den 80iger Jahren) eine Affinität zur Reiseform Kreuzfahrt, aber dann irgendwann sehr spontan entschieden, einfach eine zu buchen. Da das ein überschaubarer Betrag für eine kurze Reise war, war das für mich auch ok. Aber wenn man eine längere Kreuzfahrt bucht, kann das alles zusammengerechnet – je nach Länge, Zielgebiet und Reisedatum – schon ein gut vierstelliger Betrag pro Person sein, weshalb es durchaus sinnvoll ist, vor der Buchung ein paar Überlegungen anzustellen. Und man sollte sich dann darauf einstellen, dass es nicht ganz einfach ist, verschiedene Anbieter zu vergleichen, weil im jeweils ausgewiesenen Preis unterschiedliche Bestandteile enthalten sind – oder auch nicht.

– Was will ich eigentlich?

Um die passende Kreuzfahrt für eine/n selbst zu finden, sollte man sich selbst klarmachen, was an einem Urlaub für eine/n selbst wichtig ist. Was will man (oder auf keinen Fall): Sonne, Baden, Party, Ruhe, Bewegung, Sport, Barrierefreiheit, Familienurlaub, Kultur, besondere Landschaften, Shows, gutes Essen, …. ? Will man etwas sehr konkret/auf jeden Fall und bei was will man nur die Möglichkeit dazu? Was muss unbedingt sein und was ist nice-to-have? Komme ich auch in einer anderen Sprache als meiner Muttersprache zurecht, traue ich mir zu,  im Reisealltag auch mit Englisch zurecht zu kommen?

Wie lange (und wann im Jahr) kann ich insgesamt auf Reisen sein? Kann ich das längerfristig planen oder nur mittel- oder gar kurzfristig? Will ich zum Starthafen bzw. zurück vom Zielhafen der Reise fliegen, wie lange mag ich fliegen, will bzw. kann ich überhaupt fliegen? Will ich die Kreuzfahrt mit einer anderen Reise oder einem besonderem Anlass verbinden?  Das sind wichtige Fragen, die sehr von den persönlichen Lebensumständen und der (aktuellen) gesundheitlichen Situation abhängen, aber zu ganz unterschiedliche Reisen führen.

Ich habe mich beispielsweise für meine erste Atlantik-Überquerung mit dem letzten Oceanliner, der Queen Mary 2,  bewusst entschieden, die Reise zu buchen, die in Kooperation mit dem https://www.cheltenhamfestivals.org/festivals/literature-festival als Literature@sea stattfand und habe auf dieser Reise in den vielen Veranstaltungen für mich neue interessante britische Autor*innen kennengelernt. Dafür habe ich gerne die Reisezeit November mit eher etwas unruhiger See auf dem Atlantik in Kauf genommen. Themenkreuzfahrten sind ein neuer Trend – und bieten Unterhaltung, die zum eigenen Geschmack passt.

Und Reisen sind auch eine gute Gelegenheit, mal für sich selbst neue Sachen zu testen und auszuprobieren oder sich auf Altbekanntes zu besinnen. Und das kann dann den zukünftigen Alltag bereichern.

Was auch für viele eine Frage vor der ersten Kreuzfahrt ist: sind da nicht zu viele Leute  auf zu engem Raum? Mal abgesehen davon, dass viele Menschen in mehr oder minder grossen Mehrfamilienhäusern in mehr oder minder großen Wohnungen leben: auch wenn die derzeit in Dienst gestellten Schiffsneubauten mehr Kabinen und Passagiere als ältere Schiffe haben, gibt es schon teils erhebliche  Unterschiede in der Zahl der Passagiere und der Kabinen. Alle Schiffe haben in der Regel ein Unterhaltungsprogramm und zumindest einen Pool und Sportflächen, aber neben Schiffen, die eher den Charakter eines Vergnügungsparks mlt überdimensionierter Wasserrutsche haben, gibt auch solche, wo Sportarten wie Bogenschießen oder (Mini)Golf und kultivierte Vorträge angeboten werden. Man kann natürlich selbst  umfangreiche Recherchen zu den jeweiligen Schiffen durchführen – oder sich in einem qualifizierten Reisebüro beraten lassen. Das Letztere hat den Vorteil, dass man im Beratungsgespräch die verschiedenen Vor- und Nachteile im Gespräch mit einer erfahrenen Person erörtern kann und die verschiedenen Optionen gleich noch im Hinblick auf Preis und Verfügbarkeiten einem Realitätscheck unterziehen kann.

– Wie viel kostet so eine Reise?

Eine Bemerkung vorab: die wirtschaftliche Situation in Bezug auf das verfügbare Geld jeder Einzelnen, das  dann auch (überhaupt) für Reisen zur Verfügung steht,  ist unterschiedlich. Das ändert sich zudem im Laufe des Lebens und selbst bei vergleichbaren Einkommen setzen Menschen unterschiedliche Schwerpunkte, wofür sie Geld ausgeben und wofür nicht. Eine Empfehlung hätte ich aber auf jeden Fall: man sollte keine Reisen aus Krediten finanzieren, das macht sie noch teurer.

Wenn man also für sich ein Budget im Rahmen des verfügbaren Geldes fürs Reisen allgemein definiert hat, dann kann man überlegen, wie viel Geld man in eine Kreuzfahrt investieren will. Zum Zeitpunkt der Buchung muss man in der Regel 25% des „reinen“ Reisepreises bereits anzahlen, auch wenn die Reise erst in ein oder zwei Jahren stattfindet. Der Rest muss meist 6 Wochen vor Beginn der Reise überwiesen werden. Zu diesen Kosten kommen noch die Kosten für die An- und Abreise und die Ausgaben während der Reise.

Wie hoch diese Ausgaben konkret sind, hängt davon ab, wie die Reederei ihre Reisen vermarktet, was zum Zeitpunkt der Reise von den Angeboten an Bord im Reisepreis (oder dem gewählten Tarif) inkludiert ist,  wie viel man insgesamt an Bord und an Land ausgibt, wie das „Nickel and Diming“ gestaltet ist und auch hier: was ist mir persönlich wichtig.

– Sparmöglichkeiten und Kostenfallen

Der Preis für die dann tatsächlich gebuchte Kreuzfahrt kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Die wichtigsten sind Zeitpunkt der Buchung und die Wahl der Kabine.

Frühbucherrabatt, An-Bord-Buchung und Last-Minute

Wenn eine Reederei die neuen Reisen für kommende Saison, teilweise sogar mit einem Vorlauf von bis zu zwei Jahren, veröffentlicht – das erfolgt je nach Reederei unterschiedlich – bieten die Reedereien auch einen Frühbucherrabatt von bis zu 10 % für die früh gebuchten Reisen an. Man hat zu diesem Zeitpunkt auch die beste Möglichkeit, sich die jeweils besten Kabinen in der entsprechenden Preiskategorie auszusuchen. Besonders nachgefragte Kabinenarten, z.B. für mobilitätsgeschränkte Personen, sind auch angesichts des geringen Angebots für eine steigende Nachfrage schnell ausverkauft.

Alle Reedereien bieten einen zusätzlichen Rabatt bzw. bessere Bedingungen (z.B. eine geringere Anzahlung) an, wenn man an Bord die nächste Reise mit dieser Reederei bucht.

Gerade Reedereien, die Teil von amerikanischen Aktiengesellschaften wie Carnival Corporation, Royal Caribbean oder NCL sind, bemühen sich meist durch besondere Rabattaktionen ihre Vierteljahrszahlen zu verbessern und man kann genauso wie zu Verkaufsevents wie Jubiläen oder  etwas wie Black Friday schon mal ein Schnäppchen machen. Um mitzubekommen, wann diese Aktionen stattfinden, sollte man die Newsletter der in Frage kommenden Reedereien abonnieren.

Die Angebote der Reedereien für Kreuzfahrten liegen in der Regel unterhalb der Nachfrage, auch wenn aufgrund der langen Buchungsdauer auch aus stornierten Buchungen immer wieder Kabinen verfügbar sind. Darüber hinaus – wenn nicht besondere Umstände zu Sondereffekten (z.B. die Sperrung der Straße von Hormus und damit verbundene Umroutungen)  führen – sind kurz vor der Abfahrt noch die bisher nicht ausgesuchten und verkauften Kabinen im Last-Minute-Angebot. Man hat zwar egal mit welcher Kabine Zugang zu den Angeboten für alle Passagiere, aber beispielsweise können Plätze in begehrten Spezialitätenrestaurants schon ausgebucht sein.

Ansonsten kann man am Reisepreis sparen, wenn man nicht selbst (oder das erfahrene Reisebüro) die konkrete Kabine aussucht, sondern nur die Kategorie (Innen-, Aussen- oder Balkonkabine) wählt. Dazu muss man wissen, dass auf einem Schiff nicht alle Kabinen (auch innerhalb einer Buchungskategorie) gleich gut sind. Erfahrene Kreuzfahrende schauen vor einer Buchung auf den Deckplan und suchen Kabinen, von allen vier Seiten von anderen Kabinen umgeben sind und z.B.  nicht direkt neben Fahrstuhlschächten oder anderen absehbaren Lärmquellen liegen. Das bewahrt eine im Zweifel zwar nicht vor einzelnen lauten Nachbarn, aber immerhin z.B.  davor morgens früh oder abends spät von „Betriebslärm“ in Restaurants oder der Disko gestört zu werden. Ausserdem gelten trotz zahlreicher baulicher Maßnahmen auf Kreuzfahrtschiffen zur Stabilisierung der Lage auch bei rauherem Wetter die Gesetze der Physik, weshalb es mittschiffs die wenigsten Schaukelbewegungen gibt und das kann manchmal mehr helfen als alle Mittel gegen Seekrankheit (plus den Blick fest auf den Horizont richten). Und natürlich landen in dieser Kategorie von Tarifen die Kabinen, die erfahrene Passagiere (oder ihr Reisebüro) bewusst nicht ausgesucht haben.

Innen-, Aussen- oder Balkonkabine oder gar eine Suite?

Der grösste Unterschied im Preis für eine Kabine ergibt sich aus der Kabinenkategorie. Es gibt auf den meisten Schiffen vier Kategorien, teilweise mit Unterkategorien: Innenkabinen, Aussenkabinen, Balkonkabinen, Suiten.

Suiten sind die teuersten Kabinen auf dem Schiff, sind normalerweise (zum Teil deutlich) grösser als die Kabinen und sind mit weiteren Vorteilen verbunden, die aber von Reederei zu Reederei variieren. Üblicherweise ist die Kabine besser ausgestattet (z.B. mit Kaffeemaschinen) und es gibt eigene Restaurants und Deckbereiche für die Suitengäste sowie weitere inkludierte Leistungen, die man den jeweiligen Katalogen entnehmen kann. Dafür zahlt man aber zum Teil ein Mehrfaches, auf jeden Fall deutlich mehr, für dieselbe Reise.

Ich habe einmal – zu einem sehr günstigen Preis –  eine Suite (bei Cunard heißen sie die Grills) gebucht. Mein Blogbeitrag dazu

Die preislich günstigste Möglichkeit, eine Kreuzfahrt zu machen, ist in einer Innenkabine zu reisen. Man hat keinen Blick nach aussen, aber wer kein Problem damit hat, und sagt, man ist eh nur zum Schlafen und Umziehen in der Kabine, hat so allen Zugang zu den öffentlichen Bereichen des Schiffes. Einige Cruise-Vlogger, vor allem Emma Cruises https://youtube.com/@emmacruises?si=rNmuNX-C8cxfPyH8, die auch sonst viele Tipps hat, um unnötige Kosten an Bord zu vermeiden, zeigen mit grosser Überzeugung, wie man das Beste aus dieser Kabinenart machen kann, die für viele Sparfüchse der Weg ist, auch mit kleinerem Budget eine Kreuzfahrt zu machen. Wer zumindest aus der Kabine den Blick nach draussen haben will, findet in einer Außenkabine  einen günstigen Weg zu reisen. Die mittlerweile zahlenmässig grösste Kabinenkategorie sind Balkonkabinen, teilweise auch günstiger, wenn sie als sichtbehindert definiert sind. Der Balkon ist die Möglichkeit, seinen privaten Weg ins Freie zu haben, zu jeder Tages- und Nachtzeit in frischer Luft aufs Meer zu schauen (oder zu fotografieren) und seine Kabine auch anders als mit der eingebauten Klimaanlage zu belüften.

Die Preise für Kreuzfahrten werden üblicherweise pro Person angegeben, basieren aber immer auf einer Belegung mit zwei Personen. Das Bett kann als Doppelbett (Kingsize) oder in zwei separaten Betten (Twinbeds)  aufgestellt werden, in vielen Kabinen kann auch noch (für die Nacht) eine dritte (oder sogar vierte) Schlafmöglichkeit (meist auf dem Sofa) eingerichtet werden. Es gibt nur sehr wenige Einzelkabinen, noch seltener Einzel-Balkonkabinen, weshalb Alleinreisende für Kabinen zur Einzelnutzung mit hohen Zuschlägen, teilweise bis zu 100%, bezahlen müssen. Wer diesen Zuschlag vermeiden will und mit einer anderen Person die Kabine teilen will, kann jemanden aus dem Familien- und Bekanntenkreis (fast ohne Mehrkosten) mitnehmen (und ggf. die Kosten teilen)  oder sogar auf entsprechenden Plattformen fremde „Cabin mates“ suchen, um die Kosten für den Alleinreisendenzuschlag zu vermeiden.

Nickel and Diming, Getränkepakete, Internetpakete, aufpreispflichtige Angebote an Bord

Reedereien werden als Aktiengesellschaften und nicht als Wohlfahrtsunternehmen betrieben und berichten ihren Aktionären in den Finanzberichten, wo die Gewinne her kommen und wo zukünftig mehr Ertrag zu erwarten ist. Da jede Reederei in ihren Preisen sehr unterschiedliche Angebote an Bord inkludiert, ist der Vergleich meines persönlichen Endpreises für die Reise zwischen verschiedenen Anbietern komplex. Es gibt folgende Fausregeln:

1. Die meisten Pakete sind wie Glückspiel – das Casino bzw. die Reederei gewinnt immer (zumindest on the long run). Deshalb buche ich bspw. in der Regel kein Getränkepaket, sondern mache „pay as you go“. Das rechnet sich bei mir z.B. bei Cunard immer, da ich meist nur für meinen tatsächlichen Verbrauch weniger als  20% bezahle als mich ein Getränkepaket gekostet hätte. Wenn man an Bord ist, findet man meist auch Möglichkeiten, wie man seinen Getränkebedarf gut decken kann, ohne dafür immer zu bezahlen. Aber auch das ist bei jeder Reederei etwas anders organisiert; man findet aber im Netz meist Tipps.

2. Viele Reedereien setzen zur Generierung von Gewinnen auf den „Vergessensfaktor“ und machen – nachdem man den Reisepreis bezahlt hat – immer neue Angebote für einzelne Bestandteile der Reise. Das muss man immer zum Gesamtpreis der Reise dazurechnen, wenn man sein geplantes Reisebudget einhalten will.

3. Gerade in us-amerikanischen Reedereien werden an Bord ergänzend zum bereits bezahlten Reisepreis noch einmal Trinkgelder für die gesamte Crew, die Graduities, auf dem Bordkonto gebucht. Dabei liegt die Summe derzeit bei um die 17 $ pro Person und Tag der Reise, so dass hier noch einmal eine grössere Summe zu den Reisekosten dazu kommen kann. Bei einigen Reedereien (z.B. NCL) muss man diese bezahlen, kann das dann an aber schon zum Zeitpunkt der Buchung mitbezahlen, bei anderen kann man es wieder vom Bordkonto entfernen lassen. Und man kann natürlich guten Service an Bord auch direkt bei der Person mit einem Trinkgeld honorieren. Generell gilt – auch angesichts der nicht so hohen Einkünfte der Crew – das Bargeld in Dollar (oder auch Euro) immer willkommen ist, und ein paar nette Worte dazu auch immer geschätzt sind. Das Thema Trinkgeld an Bord ist eines, wo ich auch nach vielen Kreuzfahrten immer wieder mal unsicher bin, da hier unterschiedliche Trinkgeldkulturen wirken. 

Und da die ganz kurzen Kreuzfahrten mittlerweile eher von vielen Gruppen als „Booze-Cruise“ (Saufreise) genutzt werden, sollte man eher über eine Reise mit 5-7 Tagen nachdenken, wenn man einfach mal die Reiseform Kreuzfahrt oder auch eine neue Reederei bzw. ein neues Schiff ausprobieren will. Diesen und andere Tipps habe ich von Gary Bembridge, einem von mir sehr geschätzten Cruise-Vlogger:

Gary Bembridge über die Kreuzfahrten, die er nicht mehr bucht

Buchung über ein Reisebüro

Bucht man eine Kreuzfahrt selbst direkt (im Internet) oder im Reisebüro? Warum es besser ist,  über ein qualifiziertes Reisebüro zu buchen, habe ich in diesem Blogbeitrag aufgeschrieben:

Wie mache ich das Beste aus der Reise?

Landausflüge

Auf Kreuzfahrten ist man in der Regel einen Tag in den jeweiligen Häfen, manchmal bleibt man auch über Nacht (genannt overnight) und damit zwei Tage in einem Hafen. Je nach Grösse des Schiffes, der Attraktivität des Hafens und der Lage des Anlegeortes hat man verschiedene Möglichkeiten, den Tag an Land zu verbringen: mit organisierten Ausflügen der Reederei, von unabhängigen Anbietern oder selbst organisiert. Für was man sich in jedem Hafen entscheidet, ist nicht nur eine Frage des Budgets, sondern auch weiterer Faktoren, die man jeweils individuell entscheiden muss. Um das für die Häfen der konkreten Reise entscheiden zu können, hilft es sich auch jenseits von klassischen Reiseführern vorher zu informieren. Ich persönlich finde dafür Cruise-Vlogs sehr hilfreich, weil man meist auch einen ersten optischen Eindruck der Gegebenheiten in den Häfen bekommt. Im deutschsprachigen Bereich findet man viele Informationen beim Ohligs-Channel https://www.ohligs-kreuzfahrten.de/tipps-infos/hafen-infos oder auch bei den Videos von Reisenberg-Travel https://youtube.com/@reisenbergtravel?si=vmdO0wr_TE2puvA0

Gute Infos findet man auch bei Ritzys Travel Guide

Ritzys Travel Guide z B. Barcelona

sowie bei Travel Blog Jamie https://youtube.com/@travelblogjamie?si=HVOCvjlP3hYw5Vbv

Es gibt bei Landausflügen für mich kein „Richtig oder falsch“, weil man die richtige Lösung für eine selbst finden muss. In der Praxis ist es meist ein Mix der verschiedenen Optionen.

Immer wichtig: am besten ein Foto der „All on Board-Time“ am Ausgang machen und immer so planen, dass man nicht auf den letzten Drücker wieder am Schiff ist, sondern etwas Puffer für all die kleinen Unvorhergesehenheiten des Lebens hat.

Seetage

„Faul sein ist wunderschön! Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“

Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren

Seetage sind etwas, was ich persönlich sehr schätzen gelernt habe. Für mich sind sie ein gutes Digital-Detox und oft auch eine Lizenz zum Nichtstun. Auf dem Schiff wird  an Seetagen meist ein – je nach Reederei unterschiedliches –  umfangreiches Programm mit verschiedenen Aktivitäten angeboten, an denen man sich beteiligen kann – aber nicht muss. Aber ob man Seetage mag und wie der eigene perfekte Seetag aussieht, muss jede/r für sich selbst entscheiden.

  Alleine unterwegs sein?

Schon aufgrund der Preisgestaltung sind auf Kreuzfahrten viele Paare oder zusammenreisende Personen unterwegs. Nicht bei allen Reedereien bzw. auf allen Schiffen werden Alleinreisende so gut behandelt, wie sie es als voll- und in der Praxis mehrzahlende Gäste erwarten können, aber das kann man bei der Buchung berücksichtigen. Ansonsten gibt es mehr Alleinreisende auf Kreuzfahrten als man vielleicht vermutet. Viele Schiffe bieten Alleinreisenden-Treffs an, die man im Tagesprogramm findet. Und jenseits gibt es viele Möglichkeiten, Kontakt zu anderen Reisenden, zum Teil schon vorher z.B. in Facebookgruppen für diese Reise, aufzubauen. Aber auch hier gilt: man kann und wird den zu einer selbst passenden Weg für eine schöne Reise als Alleinreisende finden, den eigenen Weg, wenn man es sich einfach traut.

Erfahrung Kreuzfahrt

Emma Cruise hat Anfang 2026 einen sehr umfassenden Vlog über ihre Erfahrungen gemacht, den ich für den Überblick – auch wenn er auf Englisch und aus einer UK-Perspektive ist – sehr empfehle.

Emma Cruises If I’d take a Cruise in 2026

Meine Erfahrungen mit Kreuzfahrten sind etwas, dass für mich über die Jahre immer noch spannende Punkte für meine #Bucketlist generiert. Man kann das in diesem Blog verfolgen und zusammen mit anderen Informationen aus Blogs und Vlogs zu seiner eigenen Idee von schönen Reisen entwickeln. Dabei viel Freude!

Es gibt nichts Gutes außer man tut es

Erich Kästner

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