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Wenn man alleine unterwegs ist, ist eine frühzeitige Buchung mit entsprechenden Rabatten mit die beste Möglichkeit, den tatsächlich bezahlten Preis bezahlbar zu halten. Und deshalb habe ich rund zwei Jahre vorher bei der neuen Ultra-Luxury-Line Explora nach einer passenden Reise gesucht. Dazu kam, das es eine Reise sein sollte, die keinen hohen Solozuschlag hat,  deren Start- und Endhafen gut von Berlin aus erreichbar ist und deren Route mich reizt. Das Ergebnis war diese 11-tägige Reise ab/bis Barcelona mit kleineren, für mich neuen, spanischen Häfen und einem ganz neuen Land, Marroko, mit den Häfen Casablanca und Tanger in der 2.Hälfte des Oktober mit angenehmen Temperaturen wenn es in Deutschland schmuddeliger Herbst ist.

Da das Buchen der Flüge über Explora keine wirklich kostengünstige Option ist, habe ich mich für eine selbstorganisierte Anreise mit zwei ganzen Tagen (und drei Nächten) Pre-Cruise in Barcelona entschieden.

Vueling hat den großen Vorteil, dass sie direkt von Berlin nach Barcelona fliegen. Das tun sie aber leider vom Terminal 2 am BER und auch sonst ist der Service etwas inkonsistent.

Das Buchen von Vueling-Flügen ist über die App einfach und man kann zum Grundpreis verschiedene Ergänzungsoptionen buchen. Ich hatte mich gleich für „FlyGrande“ entschieden, das – zumal bei längerem Vorlauf –  zur Buchung neben Handgepäck und Aufgabegepäck u.a. auch freie Sitzplatzwahl incl. von Sitzen mit mehr Beinfreiheit und die Möglichkeit zu kostenlosen Umbuchungen oder Stornierungen bietet.

Am BER fliegt Vueling aber vom Terminal 2 – und das hat keine eigene Taxivorfahrt. Man hat die Wahl entweder mit dem Gepäck von der Abflugebene im Terminal 1 eine recht steile Treppe zu nehmen oder mit einem Umweg von  insgesamt rund 1.000 m zum mässig ausgeschilderten Fahrstuhl zur Ebene E0 zu kommen. Wer mit dem Zug kommt hat es einfacher und muss nur den richtigen Weg  ohne extra Umwege finden.

Das ist Verbindungstreppe von der Taxivorfahrt am T1 zum T2
Wenn man weiß, wonach man suchen muss, findet man auch den Fahrstuhl damit man ohne Treppensteigen zum T2 kommt

Vueling beginnt am BER erst zwei Stunden vor Abflug mit dem Einchecken. Es gibt keinen separaten Baggage-DropOff, aber dieses Mal war trotz gedrängter langer Schlange vor den drei Schaltern die Abfertigung recht fix und ich hatte binnen 15 Minuten meinen Koffer abgegeben und eine Bordkarte bekommen.

Drei Stunden vor Abflug – alles leer

Das Terminal 2 ist in vieler Hinsicht wenig komfortabel – vor allem gibt es eigentlich (ausser für die Sicherheitskontrolle) für alles zu wenig Platz. Aber ich musste zum Glück nicht zu lange warten und war so rechtzeitig am Gate, dass ich sogar noch einen der wenigen Sitzplätze im Wartebereich bekommen habe. Beim Aufruf zum Boarding muss man dann noch wissen, dass das (ausgerufene) Priority Boarding identisch mit der Group 1 auf der Bordkarte ist (etwas anders als bei Lufthansa) und dann steht man in der nächsten Schlange bis die Türen zum Flugfeld geöffnet werden.

Die Maschine ist endlich zum Einsteigen bereit

An Bord muss man noch das passende Gepäckfach für Space plus finden und dann ist alles zum Abflug bereit.

Der Flug war ohne besondere Vorkommnisse und irgendetwas Kostenloses, nicht mal ein Wasser oder ein  Keks. Beim Anflug auf Barcelona gab es dann einen schönen Blick auf den Kreuzfahrthafen und nach der Landung brauchte der Koffer etwas länger als ich für den langen Weg über den Flughafen bis zur Gepäckausgabe und ich habe mir den Luxus eines Taxis zum Hotel gegönnt, was in Barcelona mit einem Zuschlag von 4,60 € verbunden ist.

Anflug auf Barcelona mit Blick auf den Kreuzfahrthafen

Barcelona

Für die drei Nächte habe ich das Novotel Barcelona City gebucht – und hatte nicht nur ein schönes großes Superiorzimmer, sondern auch eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Blick aus dem Hotelzimmer
Von der ansonsten enttäuschenden Rooftopbar im 19.Stock kann man bis zum Hafen sehen

Es gibt zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter immer etwas in Barcelona zu entdecken, z.B. den Aussichtspunkt https://www.miradortorreglories.com/en/welcome-de/, bequemerweise direkt neben dem Novotel Barcelona City, so dass man gute Sicht (und weniger Auslastung)  abwarten kann. Die Tickets kauft man am besten online und spart dabei noch 5 €.

Im Untergeschoss gibt es noch eine Ausstellung

Explora – Ultra Luxury

Explora ist eine relativ neue Kreuzfahrtlinie, die breite Beachtung und Lob für ihre Definition von Ultra-Luxury-Cruises findet  https://www.welt.de/reise/nah/article69e23d27064e04c985e9723c/kreuzfahrt-klasse-statt-masse-die-neue-lust-am-kleinen-luxusliner.html genauso wie für ihre Personalauswahl

https://www.augsburger-allgemeine.de/reise/so-arbeitet-eine-kapitaenin-auf-dem-kreuzfahrtschiff-mit-diesen-vorurteilen-hat-sie-zu-kaempfen-113563479.

Wer mehr über das Konzept sehen will, der findet einige Vlogs dazu:

Gary Bembridge auf einer 11-Tage-Kreuzfahrt auf der Explora II ab Barcelona
Ein kurzer Vlog zu einer Adriareise mit der Explora II

Die Reise

Schon das Einschiffen läuft bei Explora anders ab. Man muss vorher keine Gepäckanhänger ausdrucken. Wenn man wie ich mit dem Taxi zum Terminal kommt, kommt einer sogar jemand entgegen, der helfen will, man wird nach der Suitenummer gefragt und direkt gleich der Gepäckanhänger ausgedruckt und angebracht. Ohne Schlangen, ohne Stress.

Gepäckabgabe am MSC-Terminal
Im Terminal wird man von Ruhe, Kunst und viel wegweisendem Personal empfangen

Der Check-In war dann in 15 Minuten erledigt, nach Betreten des Schiffes ein kurzer Besuch bei der Musterstation und dann hat man Zeit für den angebotenen Begrüßungsdrink, mit oder auch ohne Alkohol.

Mein Check-In-Fenster war 13-15 Uhr, ich war um 13.30 Uhr auf dem Schiff und ab 14 Uhr war die Kabine fertig. Ich hatte also ein wenig, aber nicht zu viel Zeit, um den (für mich alkoholfreien) Begrüßungsdrink zu genießen und  anzukommen.

Ausfahrt aus dem Hafen von Barcelona
Der erste Tag hatte schon einen schönen Sonnenaufgang

Der erste Hafen dieser Reise war am nächsten Morgen Alicante https://de.wikipedia.org/wiki/Alicante.

Sonnenaufgang im Hafen von Alicante

Ich war hier auf eigene Faust unterwegs,  habe nach einem entspannten Frühstück den kostenlosen Explora-Shuttle genommen und bin einfach durch die Stadt gebummelt.

Stadtstrand mit Burgblick
Die Cocatedral de Sant Nicolau, erbaut im Jahr 1616 an der Stelle einer mittelalterlichen Kirche, die seit 1264 eine Pfarrkirche war. Sie wurde sie im Jahr 1600 von Papst Clemens VIII. zur Stiftskirche erhoben
Heilige fahren dort auch mal Auto
Direkt neben der Katherale ist das MACA – hier kann man ohne Eintritt moderne Kunst sehen https://www.maca-alicante.es/

Wenn man oberhalb der breiten Strasse parallel zum Stadtstrand durch die Altstadt bummelt, sieht man mehr als die dort gebauten Hochhäuser.

Alicante hat einen gut ausgebauten ÖPNV

Wenn man auf die Burg will, kann man das zu Fuß tun – aber es gibt auch einen Fahrstuhl.

Direkt neben dieser Fussgängerbrücke ist der Eingang zum Fahrstuhl
Die Fahrt mit dem Fahrstuhl kostet 2,70 €
Ein langer Tunnel führt vom Eingang zum Fahrstuhl selbst
Und von der Burg aus hat man einen guten Blick über die ganze Stadt und natürlich auch den Hafen

Nach der Stadterkundung habe ich mir ein Club-Sandwich in der Explora-Lounge gegönnt.

Ciao Alicante

Der nächste Tag war ein Seetag, an dem wir mittags Gibraltar passiert haben.

Zwischen Europa und Afrika hindurch
Sonnenuntergang wie im Bilderbuch
Und auch der Vollmond ist beeindruckend

Nach diesem Seetag erreichte das Schiff Lissabon mit einer Fahrt auf dem Tejo während des Sonnenaufgangs.

Erster Blick auf die Brücke des 25.April

Nach diesem schönen Start in den Tag habe ich in Ruhe gefrühstückt und dann Lissabon zu Fuss auf eigene Faust erkundet.

Es war ein Sonnabend mit schönem Wetter und viele Touristen unterwegs. Ich habe mich für die entspannte Form der Stadterkundung entschieden und bin statt in einer sehr vollen Tram 28 lieber in einer Museumstram-Tour unterwegs gewesen – mit genug Platz zum Sitzen und einem auch auf Deutsch verfügbarem Audioguide.

https://yellowexperiences.com/en/lisbon/hills-tram-28-hop-on-hop-off-tour
Schmale Gassen
Schmale Häuser
Viel Geschichte
Wenig Platz zwischen Tram und schlecht geparkten Autos
https://de.wikipedia.org/wiki/Elevador_de_Santa_Justa
https://de.wikipedia.org/wiki/Rossio
https://de.wikipedia.org/wiki/Pra%C3%A7a_da_Figueira
Die Explora I in Lissabon
Abenddämmerung in Lissabon
Lissabon by night

In der Nacht ging es dann weiter von Lissabon mit einem weiteren Seetag.

Nächtliche Querung der Brücke des 25.April
Sonnenaufgang
Abenddämmerung
Sonnenaufgang in Casablanca
Explora I in Casablanca

Der südlichste Punkt dieser Reise war Casablanca  https://de.wikipedia.org/wiki/Casablanca mit einem Overnight. Ich hatte über die Reederei einen Ausflug nach Marrakesch „Mosques and Markets“ gebucht, der 14 Stunden dauert – morgens mit die ersten vom Schiff, abends spät zurück. Deshalb habe ich Casablanca vor allem aus dem Bus gesehen.

Obwohl der Film „Casablanca“ 1942 überwiegend in Hollywood gedreht wurde, gibt es eine Erinnerung daran im heutigen Casablanca

Es ging mit einer kleineren Gruppe in einem größeren Bus gut 2,5 Stunden über Land nach Marrakesch.

Marroko ist landwirtschaftlich geprägt und setzt viel auf erneuerbare Energie

In Marrakesch hat es unsere Guide geschafft, ihre Gruppe auch durch volle Märkte zu bringen.

Menschen, Mopeds, Eselkarren und Handwagen drängen sich in den schmalen Gassen des Marktes in der Altstadt
Überall Gewürze
Man findet auch ein sehr modernes Angebot für Reisende mit Hafermilchbedarf
Und überall findet man Katzen
Die Moschee Ben Youssef https://www.medersabenyoussef.ma/en/ war gut besucht
Handwerker produzieren  wo sie verkaufen
Katzen hüten auch mal den Verkaufsstand
Farbenfrohes Angebot
Bahia Palast
https://en.wikipedia.org/wiki/Bahia_Palace
Mensch und Katze arbeiten gut zusammen
Djemaa el-Fna
https://de.wikipedia.org/wiki/Koutoubia-Moschee
Place des 7 Saints
Rückfahrt nach Casablanca bei Mondschein

Es gab viel zu sehen und dafür musste viel gelaufen werden, so dass ich den nächsten Tag zur Regeneration genutzt habe. Am Nachmittag ging es dann weiter zum nächsten Ziel: Tanger

Die Explora I in Tanger

Auch in Tanger hatte ich einen Ausflug über die Reederei mit dem schönen Titel „Exploring Chefchaouen, the ‘Blue City’“, gebucht. Auch hier waren wir die ersten, die vom Schiff gingen und mit die letzten, die wieder an Bord kamen. Es gab  wieder eine kleinere Gruppe von 15 Personen in einem großen Bus, die sich auf die rund zweistündige Fahrt in die blaue Stadt, nach Chefchaouen, machte.

Tanger

Die Fahrt über Land war zwar wie bei der Fahrt nach Marrakesch durch landwirtschaftlich genutztes Land, das war dieses Mal aber dichter besiedelt.

Pause am Ennakla Stausee https://en.wikipedia.org/wiki/Nakhla_Dam
Überall am Strassenrand werden Tajine angeboten
Landwirtschaftliche Produkte am Straßenrand

Die landwirtschaftliche Produktion in Marroko braucht auch eine gute Wasserversorgung. Dafür wurden verschiedene Stauseen gebaut, z.B. wie der 2014  bei Chefchaouen in Betrieb genommene, der die Trinkwasserversorgung  der Stadt und der landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe sichern soll.

Stausee von Chefchaouen
Begrüßung in Chefchaouen

Die „blaue Stadt“ Chefchaouen https://de.wikipedia.org/wiki/Chefchaouen liegt im Rif-Gebirge. Die 1417 gegründete Stadt bietet in ihrer Altstadt viel zu sehen – und hier ist mittlerweile der Tagestourismus auch eine wichtige Einnahmequelle geworden.

Zentraler Platz der Altstadt
In der Kasbah

Nach dem Bummeln durch die Gassen – und der Gelegenheit, auch ein wenig zu shoppen – ging es zurück nach Tanger.

Markt
Abenddämmerung auf dem Weg zurück nach  Tanger
Wien in Tanger
Das neue Stadtzentrum von Tanger mit Bahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge, neuen Hotels und Hochhäusern
Zurück auf der Explora

Von Tanger ging es zum nächsten Hafen: Malaga. Hier bin ich am Vormittag entspannt vor allem durch den Stadtpark und die Altstadt gebummelt.

Explora I im Hafen von Malaga

Am Nachmittag startete ein besonderer Ausflug, der mit einer längeren Busfahrt verbunden war: ein Besuch der Alhambra https://www.alhambra-patronato.es/en in Granada nach der offiziellen Öffnungszeit. Drei Busse mit jeweils 30 Personen machten sich auf den Weg.

Landwirtschaft in der Sierra Nevada

An dieses sehr besondere Erlebnis schloss sich ein „Cocktail-Dinner“ genanntes Event an, dass sich als ein Stehempfang in einem Hotel-Konferenzbereich mit ein paar Tapas entpuppte. Die heftige Enttäuschung vieler anderer neben mir führte am letzten Tag zu einer Entschuldigung über die schlechte Kommunikation und einer freiwilligen kleinen Reduktion des gezahlten Preises für den Ausflug. Das fand ich eine gute Reaktion und hat mich mit diesem Teil des Ausfluges wieder etwas versöhnt.

Wir sind kurz vor dem Auslaufen in Richtung des letzten Hafens wieder an Bord gekommen und das Schiff machte sich auf den kurzen Weg zum letzten Hafen dieser Reise: Motril https://de.wikipedia.org/wiki/Motril. Hier habe ich mich für einen halbtägigen Ausflug in die Sierra Nevada entschieden und ein Weingut sowie einen arabischen Garten besucht. Beides nett, aber nicht auf dem Niveau einer ganz besonderen Erfahrung, zumal sich mir nicht erschlosssen hat, warum zwei Gruppen von jeweils 15 Personen in zwei Bussen zu denselben Orten gefahren sind, um diese dann gemeinsam in grösserer Gruppe zu besuchen.

Neben landwirtschaftlichen Produkten wird auch erneuerbare Energie produziert
Hacienda Señorío de Nevada – Weingut mit Hotel
Rot-grüner Herbst
Stausee von Beznar https://es.wikipedia.org/wiki/Embalse_de_B%C3%A9znar

Anschliessend ging es nach Velez de Benaudalla.

https://www.velezdebenaudalla.es/es/4-cultura-y-ocio/112-horario-jardin-nazari
Eine nette kleine Stadt

Hier liegt der Jardin Nazari, ein im 15.Jahrhundert angelegter Garten im maurischen Stil, eine kleine Oase der Ruhe für alle 5 Sinne mit Düften und Vögeln.

Dann ging es zurück aufs Schiff und ein letzter Seetag – Halloween – lag vor uns.

Ein letzter Sonnenuntergang
Morgens im Hafen von Barcelona
Ciao Explora I

Das Ausschiffen war entspannt. Ich hatte mich für ein individuelles Ausschiffen entschieden. Die Kabine musste bis 8.30 Uhr geräumt sein, ein letztes Frühstück im Fil Rouge und kurz nach 10 Uhr habe ich das Schiff verlassen. Ich bin direkt mit dem Taxi (Festpreis 46 €) zum Flughafen in Barcelona gefahren. Meinen Koffer (knapp unter 23 kg) konnte ich sofort bei Lufthansa einchecken und musste dann nur noch auf das Boarding  meines Fluges Richtung Deutschland warten – über München nach Hamburg, wo zwei Tage mein nächstes Abenteuer beginnt.

Das Schiff

Die Explora I wurde 2023 in Dienst gestellt, hat auf 13 Decks Platz für bis zu 922 Passagiere und 640 Mitglieder der Crew.

Explora Lounge auf Deck 11, im Anschluss das kleine Malt&Whiskey samt Humidor für Zigarren
Explora Lounge
Pool auf Deck 11 – mit Dach, das geöffnet werden kann
Pool mit geöffnetem Dach
Grosser Tisch zwischen Fil Rouge und Med Yacht Club
Lobby Bar
Infinity-Pools
Aussenbereich Deck 12
Pool am Bug des Schiffs Deck 12

Meine Kabine

Bei Explora gibt es nur Balkonkabinen in unterschiedlicher Größe, aber alle mindestens in einer Größe, die sonst als Minisuite verkauft wird. Ich hatte für diese Reise (Kategorie OT2) die Kabine 7061, geräumig, mit begehbarem Kleiderschrank und Balkon mit Liege und zwei Stühlen.

Hier sind neben zwei Bademänteln auch eine kombinierte Kleiderbürste mit Schuhlöffel, ein leistungsfähiger Föhn in der Schublade unter dem Spiegel und sogar ein Steamer zu finden
Explora bietet im Badezimmer Hand/Bodywash, Lotion und in der Dusche noch Shampoo und Conditioner im Explora-eigenen Duft Mandala Blue
Ein sehr schöner Balkon
Eine täglich aufgefüllte Minibar
Es gab immer wieder kleine Aufmerksamkeiten am Abend in der Kabine – Explora Club Gold

Das Prosecco zur Begrüßung-Thema

Da ich keinen Schaumwein vertrage, ist für mich immer eine Frage, was eine Reederei zur Begrüßung – mit oder ohne Alternative –  in der Kabine präsentiert. Außerdem finde ich grundsätzlich, dass die Selbstverständlichkeit von Alkohol für Erwachsene genauso hinterfragt werden sollte wie die Selbstverständlichkeit von Fleisch in Mahlzeiten, aber im Sinne von Wahlfreiheit für jede(n) Einzelne(n). Das Reisebüro meines Vertrauens kommuniziert das immer im Vorfeld und wir sind jedesmal gemeinsam gespannt, was wirklich passiert. Für mich ist das immer ein Neugierde-Thema bei ersten Betreten meiner Kabine und mittlerweile schon eine persönliche Mission, den bei vielen Reedereien bestehenden Glaubenssatz, dass Gäste immer (nur) mit Schaumwein feiern, durch mehr Vielfalt und Wahlfreiheit zu ersetzen und ein Verständnis zu erreichen, dass es auch besondere alkoholfreie Alternativen gibt. Und es gehört für mich auch zu guter Gastlichkeit, wenn es eine „schöne“ Alternative zum Schaumwein gibt und Reedereien statt von allen, die aus welchen Gründen auch immer den Schaumwein ablehnen, erwarten, im Sinne von „Ganz oder gar nicht“ die Absicht mit dem Schaumwein als ausreichende Tat zu akzeptieren. Für mich ist das eher respektlos und ich hoffe, daß Reedereien gleichwertige Alternativen zum Begrüßungsschaumwein in ihre Konzepte integrieren.

Auf dieser Reise wartete zwar eine Flasche Champagner zur Begrüßung in meiner Kabine, aber die hat der Kabinensteward auf meine Bitte ohne Probleme in eine Flasche Weißwein umgetauscht.

Was mir gefallen hat

1. Explora hält was es verspricht: wunderbaren Service, gutes Essen (incl. Kaviar und Hummer für die, die es mögen) und eine entspannte Reise. Die Crew ist freundlich, ich wurde nach Tagen öfter direkt mit Namen angesprochen, bekam Anrufe, um zu checken, ob die Lieferung des Kabinenfrühstücks ok war oder ob eine gedruckte Information des Guest Services bei mir angekommen war. Mein Kabinensteward Gayan war zauberhaft und in den Restaurants gab immer guten Service. Und dazu gehörten auch regelmäßige freundliche Nachfragen durch die Maitre D‘, ob alles passt und die Möglichkeit, auch auf kleinere Dinge hinzuweisen ohne den guten Service an sich zu kritisieren.

2. Das Essen an Bord ist wirklich wunderbar. Explora verzichtet auf ein großes Hauptrestaurant; stattdessen gibt es ein Büffet mit hervorragender Qualität im „Emporium Marketplace“ sowie weitere kleinere Restaurants wie das „Fil Rouge“, in dem es auch serviertes Frühstück gibt, den „Med Yacht Club“, in denen man die Reise über beliebig viele Reservierungen machen kann sowie das „Sakura“ und „Marble & Co Grill“, in dem man nur eine begrenzte Zahl von Reservierungen hat. Leider variert die Speisekarte nicht in kürzeren Abständen, so dass man – wenn man bestimmte Dinge (wie ich Fisch) nicht isst, nur eine geringe Varianz in der ausgewählten Speisenfolge hat. Da wäre, zumal bei längeren Reisen, etwas mehr Abwechselung schön. Aber alles ist lecker, hat eine hohe Qualität und wird mit gutem Service präsentiert.

Kabinenfrühstück
Bei der Kombination Fruchtsalat und Joghurt sind zwei Sachen besser ich es sonst gewohnt bin: 1. Der Fruchtsalat ist so klein geschnitten, dass das Obst immer gut auf den Löffel passt 2. Die Schale mit dem Joghurt hat genug Platz für den Fruchtsalat und fürs Zusammenmengen
Das was anderswo „Egg Florentine“ genannt wird, ist hier ein Signature Egg und hätte noch einen Kleks Kaviar auf der Hollandaise (für mich ohne)
Es gibt um 16 Uhr auch eine Teatime mit Sandwichs, Scones und kleine Törtchen
Fil Rouge
Eine perfekte Zwiebelsuppe im Fil Rouge
Gänseleberpastete als Vorspeise im Fil Rouge
Melone mit Port als Vorspeise
Sakura
Es gibt auch sehr leckeres Fleisch
Med Yacht Club
Risotto
Brotkorb zum Dinner – in jedem Restaurant anders
Marble & Co. – Steakhaus
Brotkorb
Black Angus Steak
Eton Mess

Und das Büffet „Emporium Marketplace“ auf Deck 11 ist wirklich ein wunderbarer Ort. Es gibt große Auswahl (für die, die es mögen auch Sushi und Fisch), es wird durch freundliches Personal an den Stationen bedient, Wokgerichte und Pasta werden wie Burger frisch zubereitet und man bekommt selbst Hilfe beim Transport der ausgewählten Gerichte zum Tisch angeboten. Und ich hatte nie ein Problem, einen freien Tisch zu finden, auf dem nach einem erneuten Gang zum Büffet auch wieder sauberes Besteck lag und auch das Bestellen von Getränken ist kein zeitaufwändiges Thema.

Büffet mit Blick
Sehr leckere kleine Salate im Emporium Marketplace – jeden Tag anders
Frisch zubereitete Wokgerichte, immer etwas anders

Das In-Suite-Dining ist 24 Stunden verfügbar, ist in rund 20 Minuten geliefert und man findet immer etwas aus einer kleinen Karte, sei weil man nach Ende der Restaurantzeiten aufs Schiff zurückkommt oder einfach mal Lust auf einen ruhigen Kabinenabend hat.

Ein kleines Abendessen auf der Kabine

3. In den verschiedenen Bars kann man einer gut sortierten Karte nach dem passenden Cocktail oder einem anderen Getränk auswählen; allerdings ist die Varianz bei den Mocktails aus meiner Sicht noch ausbaufähig, da wären mehr als vier schön.

Zum Cocktail aus einer gut sortierten Karte gibt es immer noch eine kleine Knabberauswahl

4. Wenn man im Explora Club ist, dann gibt es über die Reise hinweg immer wieder nette kleine Aufmerksamkeiten in der Kabine samt einem Moleskine-Buch mit Explora-Logo zum Abschied. Man fühlt sich durch die kleinen Gesten jedenfalls sehr gewertschätzt, das habe ich in dieser Intensität noch nicht erlebt.

Cocktail beim Empfang des Explora Club
Kapitän, Generalmanager, Entertainmentdirektor und Future Cruises Sales beim Explora Club Empfang
Kleine Tangoeinlage
Journeys Lounge

5. Es gab an Bord neben vielen Musikangeboten in den Bars und abends in der großen Explora Lounge auch ein interessantes Enrichment-Talkangebot. Neben Hafenpräsentationen, die wirklich Geschichte, Land und Leute vorstellen und keine Ausflugsverkaufsveranstaltung sind, gibt es auch spannende Gäste. Auf dieser Reise war es Leo Rossi https://knightsofrock.com/about, der Teil der Crew u.a. von Fleetwood Mac war und einiges über den Rock der 70iger und 80iger Jahre erzählen konnte, auch über die Entstehung eines meiner Allzeit-Lieblingsalben „Rumors“.

Enrichment Talk mit Leo Rossi https://www.traveltalespodcast.com/podcast/leo-ross/

6. Die Trinkgelder (Graduities) sind im Reisepreis enthalten und das Wort Trinkgeld wurde an Bord  nicht mal erwähnt. Das fand ich sehr entspannend – und der Service war gut.

7. In den Häfen, wo das Schiff nicht ohnehin zentral in der Stadt liegt (wie in Lissabon), gibt es einen kostenlosen Shuttle in die jeweilige Stadt.

8. Die Reise war nicht „vollgepackt“ mit kurzen Hafenliegezeiten und vielen Häfen. Es war immer genug Zeit, die einzelnen Orte zu erkunden, was ich sehr angenehm fand, weil man z.B. auch in Ruhe frühstücken konnte ohne das Gefühl zu haben, zu wenig Zeit an Land zu haben. Mir hat das gutgetan und gefallen.

Kleine Bibliothek in der Kabine

9. Es gibt keine große Bibliothek an Bord, aber in der Kabine finden sich ein paar Bücher in  verschiedenen Sprachen. Sowas gefällt mir.

Was ich mir anders wünsche

1. Jede Reederei hat ein anderes System, damit man seine fälligen Zahlungen leisten kann. Explora übermittelt dazu einen Zahlungslink. Ich habe zwei Tage gebraucht, um nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich einen funktionierenden Zahlungslink zu bekommen. Das hat mich wirklich genervt und fühlte sich anders als guter Service an.

2. Wer an Bord beim Essen im Steakhaus telefoniert, hat die Kontrolle über seinen Urlaub verloren. Wer an Bord im Fil Rouge beim Frühstück Videokonferenzen macht, benimmt sich schlecht.  So schön das gute Internet an Bord ist, es gibt immer noch schlechtes Benehmen, das man vermeiden sollte.

3. Wenn man einen so guten Service wie die Crew der Explora I liefert, dann ist alles Folgende Jammern auf sehr hohem Niveau, aber „Das Bessere ist der Feind des Guten“:

– In Casablanca hatte ich für den 1.Tag einen Ausflug über Explora nach Marrakesch gebucht. Die Meeting Time war 7.10 Uhr und damit jenseits der Frühstückszeiten. Hier hätte ich mir in den schriftlichen Informationen einen Hinweis dazu gewünscht, was die Möglichkeiten sind. Und am Treffpunkt in der Journeys Lounge wäre ein kleiner Stand mit Kaffee, Tee und ein paar Crossaints perfekt gewesen, zumal wir wegen Schwierigkeiten mit der Gangway über 30 Minuten Verspätung hatten, bis wir das Schiff wirklich verlassen hatten. Ansonsten war aber alles bestens organisiert und kommuniziert.

– Es gibt eine (Illy-)Kaffee- und Teezubereitungsmöglichkeit für den Early Morning Tea (oder Coffee). Der Tee „Palais du thea“ ist gut, allerdings war ich froh, dass ich auch etwas roten (Samowa) Tee dabei hatte, um einen Abendtee zu machen. Das Geschirr ist toll, aber auch einfach noch ein Becher wäre super. Und für Kaffee fehlt mir Milch. Und überperfekt wäre, noch jeden Tag  einen Keks für den Morgentee zu haben, aber es gab ja an einigen Abenden ein kleines „frisches“ Gebäck-Betthupferl in der Kabine, was meinen Early Morning Tea verschönt hat. Hätte man alles beim Kabinensteward erfragen können, habe ich aber nicht getan.

Manchmal gab es ein besonderes Betthupferl

– Es gibt keine „Nicht stören“- Schilder, die man draußen an die Kabinentür hängt. Aber ich brauchte etwas, um die Signale in der Kabine zu entdecken – und die Beschriftung ist schlimmstes Augenpulver, bei dem man sehr genau hinschauen muss, um den richtigen Schalter zu treffen. Das Design erlaubt offenbar nur extrem kleine Schrift ohne ergänzende Farbcodierung.

Die „Dont Disturbe“ Anzeige ist etwas klein und unübersichtlich

– In der Kabine stehen zwei Karaffen mit Wasser, eines davon soll „sparkling“ sein. In der Praxis waren die gesamte Reise über zwei verschiedene Karaffen mit stillem Wasser dort verfügbar, „sparkling“ gab es nur in der servierten Form in den Restaurants.

Tipps

1. Auch wenn man zum ersten Mal mit Explora reist, kann man mit einem Statusmatch https://explorajourneys.com/at/de/explora-club gleich einen höheren Level im Explora Club erreichen. Wer zum Beispiel bei Cunard den Diamond-Status hat, kommt so in den Explora-Level Gold und bekommt verschiedene Extras wie 5% auf zukünftige Buchungen oder einen kostenfreien Beutel für die Wäscherei. Wer also zum Beispiel bei Cunard mit all den Kürzungen und dem tatsächlichen statt des versprochenen Service unglücklich ist, kann mal ausprobieren, ob Explora tatsächlich das liefert was Cunard als „White Star Service“ (nur) verspricht.

2. Bei Explora ist vieles, das bei anderen Reedereien zusätzlich berechnet wird, bereits im Reisepreis inkludiert https://meilenoptimieren.com/explora-journeys-inklusivleistungen/. Deshalb kann es passieren, dass man bei der Ausschiffung (oder auch schon jenseits der Zahlung des Reisepreises) keine Zusatzkosten hat,was beim Preisvergleich die Reise weniger teuer sein lässt, als es beim ersten Blick auf die Preise vermuten lässt. Wer auf Frühbucherangebote oder andere Rabattaktionen achtet, kann ebenfalls den bezahlten Reisepreis deutlich senken und bekommt so ein wirklich gutes Angebot für einen vergleichbaren  Betrag, den man anders für weit weniger Service und Genuss auch zahlen müsste.

Regelmäßige Informationen

1. Ein Getränkepaket gibt es nicht und ich war mit den im Reisepreis inkludierten Getränken sehr zufrieden, incl. der offenen Weine, Cocktails und einem japanischem Bier (Sapporo).

2.Das britische StartUp Cruise Globe  https://thecruiseglobe.com/ bietet (kostenfrei) die Möglichkeit, mit Echtdaten in der App alle eigenen Kreuzfahrten ab 2004 zu dokumentieren. Man kann für jede Reise auch Karten in verschiedenen Größen oder Fotobücher kaufen. Es ist eine Reedereiunabhängige gute Möglichkeit, um besondere Reiseerinnerungen zu sammeln. Das sieht für diese Reise zum Beispiel so aus:

2 Antworten zu „#ExploraJourneys #Explora_I #OceanStateOfMind #FirstTime #UltraLuxuryCruise #BER #Terminal2 #Vueling #Novotel #Barcelona #Alicante #Lissabon #Casablanca #Marrakesch #Tanger #Chefchaouen #Malaga #Alhambra #Motril #SierraNevada #LH #Hamburg #MappedMyCruise #Cruiseblogger“

  1. Avatar von Alexandra Bläsche
    Alexandra Bläsche

    Danke für den spannenden Einblick in deine Reise mit der Explora 1. wunderbare Orte und der Balkon deiner Kabine sehr schick!

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  2. Avatar von Andrew Jablonski
    Andrew Jablonski

    Das sind wirklich mal wieder tolle Eindrücke von Ihrer Reise! Und das Schiff sieht von innen wirklich sehr, sehr schick aus. Es wirkt, als hätten Sie eine wunderbare Zeit gehabt, und auch das Essen sah grandios aus.

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